Weltcup-Finale Saumur: Zwei Titel für deutsche Athleten

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Saumur (fn-press). Einmal mehr beenden die deutschen Voltigierer ein Weltcup-Finale als beste Nation. Zwei Titel und jeweils einen zweiten sowie dritten Rang konnten sich die schwarz-rot-goldenen Athleten um Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg in der gestrigen Nacht im französischen Saumur sichern. Janika Derks (Dormagen) siegte bei den Damen. Für den perfekten Abschluss ihrer Karriere sorgten Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) mit ihrer Titelverteidigung. Bei den Herren siegte der Kolumbianer Juan Martin Clavijo, gefolgt von Jannik Heiland (Wulfsen) und Thomas Brüsewitz (Köln).

Für das Finale des Finals hatte sich Janika Derks etwas besonderes einfallen lassen. Denn im zweiten Umlauf im „Cadre noir“ präsentierte die Spitzenathletin vom RSV Neuss-Grimlinghausen ihre neue Kür zum Thema „Million Dollar Baby“. Als Boxerin lieferte die 28-jährige Physiotherpeutin eine nahezu perfekte Leistung ab und wurde mit 8,671 Punkten belohnt. Damit kam die Rheinländerin insgesamt auf 8,753 Zähler und freute sich über ihren ersten Sieg bei einem Weltcup-Finale. „Die Kür entspricht noch mehr meiner Persönlichkeit als die alte und ich habe hier in Saumur spontan entschieden, das neue Thema zu zeigen“, berichtete Derks schließlich in der nächtlichen Pressekonferenz. „Die Kür entspricht ihrem Wesen. Janika ist ein absoluter Kämpfer und steht immer wieder auf, auch wenn sie mal fällt. Ich hatte heute Gänsehaut“, berichtete Trainerin und Longenführerin Jessica Lichtenberg, die Carousso Hit im Zirkel dirigierte.
Pech hingegen hatte Kristina Boe bei ihrem letzten Auftritt ihrer Karriere. Die als Zweitplatzierte ins Rennen gegangene Hamburgerin präsentierte bis kurz vor Schluss die perfekte finale Runde – nach einem Rückwärtssprung jedoch stoppte plötzlich ihr Pferd Highlander, longiert von Winnie Schlüter. Daraufhin konnte die Unfallchirurgin ihr geplantes freies Rad nicht zeigen – und fiel im Endergebnis schlißlich auf 8,122 Punkte und Platz vier zurück. „Mein Pferd hat sich entschieden, unsere Karriere drei Galoppsprünge früher zu beenden als ich es geppant hatte“, kommentierte die amtierende Weltmeisterin Boe unmittelbar im Anschlussinterview in der ausverkauften Wettkampfarena und erntete anerkennenden Beifall des Publkums und ihrer langjährigen Weggefährten.
Auf Platz zwei voltigierte überraschend die Schweizerin Marina Mohar (8,39), die ihre Teamkollegin und Mitfavoritin Nadja Büttiker auf Rang drei verwies (8,374). Corinna Knauf aus Köln, die dritte deutsche Teilnehmerin dieses Finals, landete mit ihrem Pferd Fabiola W und Longenfüherin Alexandra Knauf mit 7,895 Punkten auf Rang sechs.

Bei den deutschen Herren sprangen am Ende zwei Podestplätze heraus. Jannik Heiland, Dritter aus dem Vorjahr, klettere dieses Mal noch einen Rang weiter nach oben und beendete den Showdown im Département Maine-et-Loire mit 8,77 Punkten. Der 26-Jährige amtierende Vize-Weltmeister und sein Pferd Dark Beluga sowie Longenführerin Barbara Rosiny mussten damit lediglich einem Athleten den Vortritt lassen: Juan Martin Clavijo aus Kolumbien, der derzeit in der Schweiz lebt und trainiert, sorgte für die größte Überraschung des Finals. Der 19-Jährige, der die Geschichte und das Leiden eines Sklaven verkörperte, voltigierte mit 8,976 Punkten an die Spitze des international hochkarätigen Feldes. Rang drei sicherte sich Thomas Brüsewitz. Der 24-jährige Sportstudent verbuchte mit seinem Pferd Danny Boy OLD und Longenführerin Alexandra Knauf am Ende 8,69 Punkte. Doppel-Titelverteidiger Jannis Drewell (Steinhagen), der in Saumur die Kürpremiere zum Thema „Eddie the Eagle“ zeigte, beendete das Weltcup-Finale mit seinem Pferd Qualimero und Longenführerin Simone Drewell auf Rang sechs (8,459). Viktor Brüsewitz, nach dem Warm-Up noch auf Rang zwei gelegen, landete mit Longenführerin Gesa Bührig und Sky Walker (der seinen ersten internationalen Turnierstart absolvierte) auf Platz sieben (8,245).

Im Pas-de-Deux ließen die Top-Favoriten Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) trotz eines nervösen Danny Boy OLD nichts mehr anbrennen. Das Kölner Gespann, das seine Laufbahn mit dem Start in Saumur ebenfalls beendet hat, siegte an der Longen von Alexandra Knauf mit 8,576 Punkten vor den Amerikanern Daniel Janes und Haley Smith (8,238) und den Schweizerinnen Zoe Maruccio und Syra Schmid (7,216). „Wir sind glücklich, dass wir uns mit einem Sieg im Finale verabschieden konnten“, kommentierte Torben Jacobs.

Werbeanzeigen

Weltcup-Finale Saumur: Voltigierer auf Kurs

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Saumur (fn-press). Nach dem gelungenen Warm-Up am Donnerstag konnten sich die deutschen Voltigierer um Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg in der gestrigen Nacht im ersten Umlauf noch einmal steigern. Im „Cadre noir“ im französischen Saumur voltigierten Janika Derks (Dormagen) bei den Damen und Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) im Pas-de-Deux auf die ersten Ränge. In der Herrenkonkurrenz siegte der junge Kolumbianer Juan Martin Clavijo – dicht gefolgt von Jannik Heiland (Wulfsen) und Thomas Brüsewitz (Köln).

Eine unglaubliche Aufholjagd zeigte Kristina Boe aus Hamburg. Die amtierende Weltmeisterin sowie Weltcup-Titelverteidigerin, die am Vortag im Warm-Up noch nicht in die Harmonie mit ihrem Pferd Highlander gekommen war, zeigte an der Longe von Winnie Schlüter eine sehr starke Darbietung zum Thema des Harry-Potter-Charakters „Bellatrix Lestrange“. Damit kam die 31-Jährige auf 8,503 Punkte und schob sich bis auf den zweiten Platz vor. Lediglich ihre deutsche Teamkollegin Janika Derks aus Neuss, die bereits das Warm-Up gewonnen hatte, blieb auch im ersten Durchgang eine Klasse für sich. Die 28-jährige Physiotherpeutin vom RSV Neuss-Grimlinghausen kassierte für ihre Darbietung auf dem Rücken von Carousso Hit – longiert von Jessica Lichtenberg – 8,835 Punkte und verbucht damit vor dem heutigen Finale einen komfortablen Vorsprung. Auf Rang drei folgt die als Führende der Qualifikationsstationen ins Rennen gegangene Schweizerin Nadja Büttiker (8,347). Corinna Knauf aus Köln, die dritte deutsche Teilnehmerin dieses Finals, rangiert mit 7,632 Punkten auf Rang sechs.

Auch die deutschen Herren konnten sich gute Ausgangslagen vor dem heutigen Finale erarbeiten. Dabei wechselten die Positionen durch. Viktor Brüsewitz aus Wulfsen, Zweiter des Warm-Ups, fiel mit seinem Pferd Sky Walker und Longenführerin Gesa Bührig auf Platz sieben zurück (8,043). Dafür konnte sich sein WG-Partner Jannik Heiland verbessern. Mit seinem WM-Pferd Dark Beluga und Longenführerin Barbara Rosiny turnte der 26-Jährige amtierende Vize-Weltmeister zu 8,842 Punkten. Damit musste der Ingenieur lediglich dem Kolumbianer Juan Marzin Clavijo den Vortritt lassen (8,908). Ebenfalls steigern konnte sich Thomas Brüsewitz aus Köln. Der 24-jährige Sportstudent rangiert mit seinem Pferd Danny Boy OLD und Longenführerin Alexandra Knauf auf Platz drei (8,529). Titelverteidiger Jannis Drewell (Steinhagen), der in Saumur die Kürpremiere zum Thema „Eddie the Eagle“ zeigt, liegt mit seinem Pferd Qualimero und Longenführerin Simone Drewell auf Rang sechs (8,288).

Im Pas-de-Deux unterstrichen die Top-Favoriten ihre Ambitionen auf die Titelverteidigung. Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) kamen mit ihrem Pferd Danny Boy OLD – longiert von Alexandra Knauf – zu 8,894 Punkten und verwiesen die Amerikaner Daniel Janes und Haley Smith damit auf Platz zwei (8,126). Auf Rang drei stehen die Schweizerinnen Zoe Maruccio und Syra Schmid (7,747).

Das große Finale startet heute ab 21 Uhr.

Weltcup-Finale Saumur: Gelungener Start für deutsche Voltigierer

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Saumur (fn-press). Gelungener Start für die deutschen Voltigierer beim Weltcup-Finale im französischen Saumur. Das Warm-Up gewannen Janika Derks (Dormagen) bei den Damen und Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) im Pas-de-Deux. Bei den Herren voltigierte Viktor Brüsewitz (Wulfsen) auf Rang zwei.

Im ersten Durchgang, der nicht für die Endwertung zählt und lediglich die Startreihenfolge für die beiden kommenden Umläufe festlegt, zeigte Derks die klar beste Leistung bei den Damen. Mit Carousso Hit und Longenführerin Jessica Lichtenberg voltigierte sie zu 8,695 Punkten und damit der Führung vor Nadja Büttiker aus der Schweiz (8,474). Corinna Knauf aus Köln und Titelverteidigerin Kristina Boe (Hamburg) kamen auf 7,614 und 7,294 Punkte und damit die Plätze fünf und sechs.

Bei den Herren rangiert der Kolumbianer Juan Marin Clavijo an der Spitze des Feldes (8,616). Mit 8,365 Punkten auf Rang zwei liegt Viktor Brüsewitz, der seinen ersten internationalen Wettkampf mit seinem neuen Pferd Sky Walker und Longenführerin Gesa Bührig bestreitet. Dahinter rangiert Vize-Weltmeister Jannik Heiland (Wulfen/8,34) mit Dark Beluga und Longenführerin Barbara Rosiny. Titelverteidiger Jannis Drewell (Steinhagen) landete mit seiner Kürpremiere zum Thema „Eddie the Eagle“ auf Rang fünf (8,267). Thomas Brüsewitz rangiert auf Platz sieben (7,937).

Im Pas-de-Deux setzten sich Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) mit ihrem Pferd Danny Boy OLD – longiert von Alexandra Knauf – klar an die Spitze des Feldes (8,807) und verwiesen die Amerinaker Daniel Janes und Haley Smith damit auf Platz zwei (7,89).

Der erste offizielle Umlauf startet heute um 21 Uhr. Das Finale steigt dann am Samstag, ebenfalls ab 21 Uhr.

Göteborg: Daniel Deußer und Tobago Z beenden Weltcup-Finale auf Platz vier

Newly-crowned champion, Switzerland’s Steve Guerdat (centre) celebrates in style with his compatriot and runner-up Martin Fuchs (left) and third-placed Peder Fredricson from Sweden (right) at the Longines FEI Jumping World Cup™ Final 2019 at the Scandinavium Arena in Gothenburg (SWE) today. (FEI/Liz Gregg)
Newly-crowned champion, Switzerland’s Steve Guerdat (centre) celebrates in style with his compatriot and runner-up Martin Fuchs (left) and third-placed Peder Fredricson from Sweden (right) at the Longines FEI Jumping World Cup™ Final 2019 at the Scandinavium Arena in Gothenburg (SWE) today. (FEI/Liz Gregg)

Göteborg (fn-press). Mit einer tollen Aufholjagd dank zweier fehlerfreier Runden zum Abschluss haben Daniel Deußer und sein Hengst Tobago Z noch Platz vier beim Weltcup-Finale in Göteborg (SWE) erkämpft. Die Strafpunkte für je einen Abwurf in der ersten und zweiten Teilprüfung ließen letztlich keinen Platz auf dem Podest zu. Trotz Platz 14 tritt auch Christian Ahlmann die Heimreise mit einem positiven Gefühl für die anstehende Freiluft-Saison an. Ludger Beerbaum gab im letzten Springen nach einem deutlichen Fehler auf.

„Heute war einfach nicht mehr drin, da ich auf die Fehler der anderen angewiesen war. Ich bin mit hohen Erwartungen hier her gefahren, weil Tobago in den letzten Wochen einfach super gesprungen ist. Im Zeitspringen habe ich vielleicht ein bisschen zu viel Risiko genommen, der Fehler war am Ende ausschlaggebend“, sagte Deußer, der nach drei Qualifikationssiegen als Führender des Weltcup-Rankings angereist war. „Heute hätte es nicht besser sein können, mein Pferd ist super in Form und es gibt mir ein gutes Gefühl, dass er auf so einem Turnier bis zum letzten Tag so springen kann. Ich gehe jetzt mit einem guten Gefühl in die weitere Saison.“

Sein elfjähriger Zangersheider Hengst Tobago, den der gebürtige Hesse seit gut drei Jahren reitet, bestritt in Göteborg sein erstes Weltcup-Finale. Im Zeitspringen zum Auftakt ging Deußer ein hohes Risiko, schaffte zwar die schnellste Zeit, kassierte aber einen Abwurf. Auch in der zweiten Teilprüfung unterlief Deußer ein ärgerlicher Fehler, sodass er als Zehnter in den Finaltag starten musste und auf Schnitzer der Konkurrenz hoffen musste. Nicht alle taten ihm diesen Gefallen. Vor allem nicht die starken Schweizer Steve Guerdat und Martin Fuchs. Die beiden hatten bei den Weltreiterspielen in Tryon die Plätze zwei und drei hinter Weltmeisterin Simone Blum belegt. Und auch in Göteborg bewiesen sie, dass sie und ihre Pferde in Top-Form sind. Guerdat siegte mit dem KWPN-Wallach Alamo, Fuchs belegte mit dem Westfalen Clooney (von Cornet Obolensky – Ferragamo) Platz zwei. Dritter wurde Lokalmatador Peder Fredricson mit Catch Me Not.

Viel gelernt 
Als zweitbestes deutsches Paar belegten Christian Ahlmann und Clintrexo Z Platz 14. Die beiden hatten die Weltcup-Qualifikation in Mechelen Ende 2018 gewonnen. Auch für den erst neunjährigen Schimmelhengst war es die Premiere beim Weltcup-Finale. Im Auftaktspringen von Göteborg blieben die beiden noch fehlerfrei und rangierten vorläufig auf Rang sieben, sammelten über Tag zwei und drei hinweg jedoch zu viele Strafpunkte, um sich auch am Ende unter den Top-Ten zu platzieren. „Clintrexo ist eigentlich an allen Tagen gut gesprungen, aber am Ende sind einfach zu viele Stangen heruntergefallen. Für das erste Weltcup-Finale ist es ok, aber ich hatte mir ehrlich gesagt mehr ausgerechnet“, lautete das Fazit von Christian Ahlmann, der neben der Quali in Mechelen auch jene in Leipzig gewonnen hatte und zweitbester Reiter der Westeuropa-Liga war. „Man hat gesehen, dass Clintrexo noch Erfahrung fehlt und er ein solches Championat noch das ein oder andere Mal mitmachen muss, bis alles richtig sitzt. Aber ich denke, dass wir gestärkt hier herausgehen und sich das im Laufe der Saison noch auszahlen wird. Das ist das Positive, was ich mitnehme.“

Grenzen aufgezeigt
Ludger Beerbaum setzte am letzten Tag, wie schon im Zeitspringen, auf den Holsteiner Casello (von Casall – Carolus), mit dem er bei den Olympischen Spielen in Rio die Bronzemedaille für das deutsche Team abgesichert hatte. Die beiden waren an Tag eins in Göteborg mit einem Fehler gestartet. In der zweiten Teilprüfung hatte Beerbaum auf den Rheinländer Cool Feeling (von Cornado NRW – Lancer II) gesetzt und mit ihm nach einem fehlerfreien Umlauf das Stechen erreicht, wo die beiden nach einem Flüchtigkeitsfehler gleich am ersten Sprung einen Abwurf kassierten. Der letzte Tag im Göteborger Scandinavium gab Beerbaum nach einem Abwurf und einem folgenden Fehler frühzeitig auf. „Das Ende war leider nicht so dolle. Ich habe draußen schon gedacht, dass der Tank ein bisschen leer ist. Erst der Fehler am Aussprung der Dreifachen, dann hatte ich nicht genügend Anlauf, sodass die Planke zu weit weg war“, analysierte der Routinier seinen Ritt. „Ich hatte gedacht, dass ich es unter die ersten Zehn locker schaffen könnte, aber da bin ich jetzt weit von weg. Hier wurden uns Grenzen aufgezeigt.“

Dominante Schweizer
Bundestrainer Otto Becker durfte sich letztlich über die fast gelungene Aufholjagd von Daniel Deußer freuen und nahm weitere Erkenntnisse aus dem Finale der Hallensaison mit. „Glückwunsch an die Schweizer, die beiden sind unglaublich geritten. Daniel war aber auch auf demselben Niveau. Er hat am ersten Tag viel riskiert, war zwar Schnellster, hatte aber diesen ärgerlichen Fehler. Ludger hat über das ganze Turnier gute Runden gezeigt, aber etwas Pech gehabt. Der Flüchtigkeitsfehler im Stechen am zweiten Tag war schade. Heute hat er es mit einem Galoppsprung weniger auf die Planke versucht, aber der Plan ging nicht auf. Bei Christians jungem Pferd hat man gemerkt, dass ihm bei so einem Championat noch die Erfahrung fehlt. Trotzdem ist das ein Paar für die Zukunft.“ jbc

Alle Ergebnisse gibt es hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2019/1638/html/en/longinestiming/index.html

Göteborg: Titel-Triple für Werth und Weihegold

Oh yes, she’s done it again! The incredible German athlete Isabell Werth claimed her third consecutive and fifth overall FEI Dressage World Cup™ title at the Scandinavium Arena in Gothenburg, Sweden tonight. (FEI/Christophe Taniere)
Oh yes, she’s done it again! The incredible German athlete Isabell Werth claimed her third consecutive and fifth overall FEI Dressage World Cup™ title at the Scandinavium Arena in Gothenburg, Sweden tonight. (FEI/Christophe Taniere)

Göteborg/SWE (fn-press). Es ist der dritte Weltcup-Titel in Folge für Isabell Werth und Weihegold OLD: Im schwedischen Göteborg gewannen die beiden die abschließende Grand Prix Kür mit 88.871 Prozent. Helen Langehanenberg und Damsey FRH belegten nach einem tollen Finish den dritten Rang. Die Final-Premiere von Benjamin Werndl und Daily Mirror endete mit einem zufriedenstellenden zwölften Platz.

Es war ein Herzschlagfinale, wie es sich die 11.500 Zuschauer im Göteborger Scandinavium nur wünschen konnten. Die US-Amerikanerin Laura Graves, im Grand Prix mit ihrem Wallach Verdades Zweite hinter Werth und Weihegold, legten in der Kür 87.179 Prozent vor. Eine Kampfansage an die Titelverteidigerin. Doch diese ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit der Oldenburger-Stute Weihegold (von Don Schufro – Sandro Hit) gelang Isabell Werth eine nahezu fehlerfreie Runde. Die amtierenden Europameister verteidigten damit zum zweiten Mal in Folge den Weltcup-Gesamtsieg. Für Werth (Rheinberg) ist es der fünfte Titel. 1992 siegte sie mit Fabienne – damals ebenfalls in Göteborg. Mit Warum Nicht folgte 2007 in Las Vegas der zweite Triumph.

Trotz aller Erfolge – das Triple ist auch für Isabell Werth, die in diesem Jahr 50 Jahre alt wird, ein besonderer Erfolg. „Es wäre heute fast perfekt gewesen, wenn ich nicht so arrogant in den Einerwechseln gewesen wäre. Zwischendurch war ich mir fast schon ein bisschen zu sicher, hatte das Grinsen schon im Gesicht. Das war unnötig. Aber Weihe war heute fantastisch und hat verdient gewonnen. Das war einfach ihr Tag. Als das Publikum auf der Schlusslinie schon applaudierte, war ich ganz euphorisch und hatte Gänsehaut. Die Atmosphäre war, wie immer hier in Göteborg, überragend“, sagte Werth.

Langehanenberg und Damsey mit Volldampf aufs Podium
Glückselig war auch Helen Langehanberg (Billerbeck). Im Grand Prix mit ihrem Hannoveraner Hengst Damsey FRH (von Dressage Royal – Ritual) noch Fünfte, ritt sie heute auf einen Podestplatz vor. Die beiden Mannschaftseuropameister lieferten eine überragende Runde ab und erzielten zum Höhepunkt der Hallensaison eine neue persönliche Bestleistung – 86.571 Prozent! Der inzwischen 17-jährige Hengst zeigte sich von seiner besten Seite und war top motiviert. So motiviert, dass er am Ende der Prüfung kaum zu halten war und volle Kraft voraus auf den Richter bei C, Magnus Ringmark zutrabte. Dieser nahm es jedoch mit Humor: „Das war lustig. Aber ich habe Helen vertraut, dass sie noch rechtzeitig den Rückwärtsgang einlegt“, sagte der Schwede.

Auch für Helen Langehanenberg war es eine emotionale Rückkehr nach Göteborg. 2013 hatte sie mit Damon Hill NRW im Scandinavium den Gesamtweltcup gewonnen. Nun setzte sie mit Damsey alles auf eine Karte. Und das Risiko zahlte sich aus. „Ich habe heute jede Sekunde im Viereck genossen, Damsey war so voller Energie. Ich glaube, die Atmosphäre, der Applaus der Zuschauer am Ende, hat ihn sehr motiviert und er wollte gerne noch weitermachen. Ich bin so stolz auf ihn und dankbar, dass ich das hier mit ihm erleben darf“, sagte Langehanenberg.

Gelungene Premiere von Werndl und Daily Mirror
Benjamin Werndl (Aubenhausen) und Daily Mirror schlossen ihre erste Weltcup-Saison mit 79.1 Prozent auf Rang zwölf ab. Das machte Lust auf mehr: „Es fühlte sich geil an. Ich möchte gerne probieren, das wieder zu erleben und mich vielleicht noch ein bisschen weiter vorne zu platzieren“, sagte der 34-Jährige und ging gleich in die Analyse. „Ich war hier, um etwas zu lernen, und das habe ich. Beide Ritte waren nicht fehlerfrei, aber heute war „Ken“ (Daily Mirrors Spitzname) losgelassener als im Grand Prix. Wir haben viele persönliche Bestleistungen aufgestellt in letzter Zeit, es war klar, dass das nicht immer so weiter gehen kann. Sicher war im Grand Prix auch Nervosität dabei, heute auch noch etwas. Wenn man das öfter mitmacht, wird man auch abgezockter. Hier mit Fehlern 79 Prozent zu erreichen, ist wirklich nicht so schlecht für die erste Weltcup-Saison.“ Im Grand Prix hatten die beiden mit 73 Prozent Platz elf belegt, heute unterliefen ihnen zwar noch Fehler in der Galopptour, dafür zeigten sie eine ausdrucksstarke Piaff-Passage-Tour.

Das Paar aus Bayern hatte sich über die Hallensaison hinweg stetig gesteigert, in Stuttgart erstmals die magische 80-Prozent-Marke in der Kür geknackt. Die Qualifikationsphase schlossen sie als Drittbeste hinter Helen Langehanenberg und Dorothee Schneider ab – damit hätten sie einen Startplatz knapp verpasst. Pro Nation sind nur drei Reiter startberechtigt, Isabell Werth war als Titelverteidigerin bereits gesetzt. Jedoch wurde Schneiders Sammy Davis jr. nach einem Infekt nicht rechtzeitig fit, sodass die beiden auf die Reise nach Göteborg verzichten mussten und Werndl mit Daily Mirror doch noch nachrückte.

Glückseligkeit nach Verkündung der Ergebnisse
Als feststand, dass es gleich zwei deutsche Paare auf das Podest geschafft hatten, lagen sich die deutschen Teammitglieder – Reiter, Trainer, Pferdebesitzer, Pferdepfleger, Tierarzt, Angehörige – in den Armen. „Das ist einfach gewaltig, wie Isabell und Helen das hier gemacht haben. Ein Traum. Zwei auf dem Podest – besser geht’s nicht“, jubelte Bundestrainerin Monica Theodorescu. „Großen Respekt habe ich auch vor Benni. Er nimmt ganz viel von hier mit. Ich weiß genau wie sich das anfühlt, zum ersten Mal ein Weltcup-Finale zu reiten. Er hatte eine tolle Saison und sich damit in den Top-Sport hineingeritten.“ jbc

Die Ergebnisse gibt es unter www.longinestiming.com/#!/equestrian/2019/1638/html/en/longinestiming/resultlist_D02.html

Göteborg: Zwei deutsche Springreiter zum Auftakt unter den besten Zehn

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Göteborg (fn-press). Die deutschen Springreiter haben einen guten Auftakt in das Weltcupfinale im schwedischen Göteborg erlebt. Christian Ahlmann (Marl) und Clintrexo Z blieben im Zeitspringen ohne Fehler, Daniel Deußer (Rijmenam/BEL) und Tobago Z leisteten sich zwar einen Abwurf, waren jedoch schnell unterwegs. Ludger Beerbaum und Casello belegten mit ebenfalls einem Fehler Rang 17.

Mit dem Rückenwind aus einer erfolgreichen Qualifikationsphase sind Daniel Deußer und Christian Ahlmann zum Finale der internationalen Hallensaison in Göteborg gereist. Die beiden belegten im Ranking der Westeuropa-Liga die ersten beiden Plätze. Mit entsprechend hohen Erwartungen treten sie nun in Schweden an. „Es war mein Ziel, am ersten Tag unter den ersten Zehn zu landen, das hat geklappt aber ich musste schon ein hohes Risiko gehen, um vorne dabei zu sein. Ich bin gut zufrieden, mein Pferd sprang super. Die letzte Linie hätte ich noch idealer reiten können“, sagte Christian Ahlmann. Mit seinem Zangersheider Hengst Clintrexo blieb er als einziger deutschen Reiter im Auftaktspringen, einem Zeitspringen, ohne Fehler. Die Zeit von 62.17 Sekunden reichte für den siebten Rang. Ein hohes Risiko ging auch Daniel Deußer mit seinem Hengst Tobago Z – schneller als diese beiden (59.85sec) absolvierte kein anderes Paar den Parcours. Allein ein Flüchtigkeitsfehler, für den es drei Strafpunkte gab, verhinderte eine noch bessere Platzierung als Rang acht. Ludger Beerbaum und Casello, die 2016 Olympia-Bronze mit der Mannschaft gewannen, mussten ebenfalls drei Strafpunkte einstecken (66.14sec).

Schnell und fehlerfrei war einmal mehr der schweizer Olympiasieger von 2012, Steve Guerdat, unterwegs. Mit seinem KWPN-Wallach Alamo gewann er das Auftaktspringen in 61.28 Sekunden. Am Freitag steht ab 18 Uhr der zweite Teil des Weltcupfinales der Springreiter auf dem Programm, ehe es am Sonntag um 14 Uhr in die beiden entscheidenden Umläufe geht. Die Dressurreiter greifen am Freitag ebenfalls in das Geschehen ein. Um 13 Uhr steht der Grand Prix auf dem Programm, am Samstag entscheidet sich ab 16 Uhr, ob Isabell Werth (Rheinberg) und Weihegold OLD ihren Titel zum zweiten Mal verteidigen können. Für Deutschland starten ebenso Helen Langehanenberg (Billerbeck) und Damsey FRH sowie die Weltcup-Debütanten Benjamin Werndl (Aubenhausen) und Daily mirror. jbc

Zeitplan und Ergebnisse finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2019/1638/html/en/longinestiming/index.html

Weltcup-Finale in Göteborg am ersten April-Wochenende

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Warendorf (fn-press). In zwei Wochen beginnt das Finale der internationalen Hallen-Saison. Die besten Dressur- und Springreiter ermitteln ihren inoffiziellen Hallen-Weltmeister in diesem Jahr wieder in der schwedischen Hafenstadt Göteborg. Nach Abschluss der Qualifikation sind aus deutscher Sicht nach aktuellem Stand drei Dressur- und drei Springreiter beim Weltcup-Finale startberechtigt.

Bei 13 Qualifikationsturnieren hatten die Springreiter der Westeuropa-Liga die Chance, Punkte für eine Finalteilnahme zu sammeln. Am besten ist dies den beiden deutschen Reitern Daniel Deußer und Christian Ahlmann (Marl) gelungen. Der in Belgien lebende Deußer führt das Weltcup-Ranking mit 99 Punkten vor Ahlmann (72 Punkte) an. Die 18 besten westeuropäischen Reiter erhielten einen Startplatz in Göteborg. Mit 38 Punkten hat auch Ludger Beerbaum (Riesenbeck) die Qualifikation geschafft. Knapp dahinter lauern noch Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen/32 Punkte) und Marcus Ehning (Borken/30 Punkte) als potenzielle Nachrücker auf einen frei werdenden Platz im Teilnehmerfeld. In der nordamerikanischen Liga hatte sich außerdem der in den USA beheimatete Deutsche Wilhelm Genn für das Weltcup-Finale qualifiziert. Er wird jedoch nicht in Göteborg starten können, da sich sein Pferd Bugatti leicht verletzt hat und pausieren muss.

In der Dressur war Titelverteidigerin Isabell Werth (Rheinberg) bereits fest für das diesjährige Weltcup-Finale gesetzt. Sie hat sich mit zwei Pferden qualifiziert: Mit Weihegold OLD, die das Finale 2017 und 2018 gewann, und mit Emilio. Insgesamt konnten sich neun Reiter der Westeuropa-Liga für Göteborg qualifizieren. Jedoch dürfen maximal drei Vertreter einer Nation starten. Die meisten Punkte, 71 an der Zahl, erreichten Helen Langehanenberg (Billerbeck) und Damsey FRH. Dichtauf folgt Dorothee Schneider, die mit drei Pferden insgesamt 70 Punkte sammelte. Sie ist mit Sammy Davis jr. ebenfalls in Göteborg startberechtigt. Auf dem dritten Platz mit 68 Punkten schlossen Benjamin Werndl (Aubenhausen) und Daily Mirror die Qualifikation ab. Das Paar aus dem deutschen Perspektivkader würde einen Startplatz in Göteborg erhalten, wenn eine seiner deutschen Kolleginnen die Reise nach Schweden nicht antreten könnte.

Veranstaltungsort des Weltcup-Finales 2019 ist das Scandinavium in der Göteborger Innenstadt. Die erste Prüfung der Springreiter steht am Donnerstag, 4. April, ab 18 Uhr auf dem Programm. Die Dressurreiter greifen am darauffolgenden Freitag ab 13 Uhr mit dem Grand Prix in das Geschehen ein. An diesem Tag absolvieren ab 18 Uhr auch die Springreiter ihre zweite Prüfung. Der Samstag steht dann ganz im Zeichen der Grand Prix Kür (ab 16 Uhr), in der sich entscheidet, ob Isabell Werth ihren Titel erneut verteidigen kann. Die Springreiter ermitteln am Sonntag ab 14 Uhr in zwei Umläufen ihren neuen oder alten Weltcup-Champion. Titelverteidigerin Beezie Madden (USA) wird erneut antreten. jbc

Alle Informationen über die Weltcup-Serien gibt es auf den Seiten des Weltreiterverbandes FEI unter: inside.fei.org/fei/events/world-cups

Das Programm ist hier zu finden: www.gothenburghorseshow.com/en/programme/

s-Hertogenbosch: Daniel Deußer auf Platz vier

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

s-Hertogenbosch (fn-press). Daniel Deußer (Mechelen/Belgien) demonstrierte im Stechen des mit 900.000 Euro dotierten Großen Preises von s-Hertogenbosch einmal mehr seine Klasse: Mit dem Hengst Tobago Z erzielte er das viertbete Ergebnis. Die Prüfung, Teil der hoch dotierten Serie Rolex Grand Slam, die auch über Aachen, Spruce Meadow in Calgary/Kanada und Genf führt, gewann der im Rheinland lebende Schwede Henrik von Eckermann mit Mary Lou.

Bis zum 27. Starter mussten die knapp 6.000 Zuschauer in den Brabanthallen von s-Hertogenbosch warten, ehe das erste Paar den äußerst anspruchsvollen Parcours des Großen Preises fehlerfrei überwand. Der niederländische Parcourschef Louis Konickx hatte die Reiter mit etlichen Höchstschwierigkeiten konfrontiert, von denen sich insbesondere ein luftiger Steilsprung mit Fängen in Holzstapeloptik als tückisch erwies. Viele Spitzenstars scheiterten, aber dann bewies Daniel Deußer, dass man den Kurs auch fehlerfrei beenden kann. Die Halle tobte, der 37-Jährige riss triumphierend die Arme hoch. Sein Zangersheider Hengst, der zur Hälfte an einen italienischen Schuhhersteller verkauft wurde und jetzt als Scuderia 1918 Tobazo Z firmiert, überquerte die Ziellinie als schnellster der insgesamt nur fünf fehlerfreien Reiter des Umlaufs. Das Stechen war entsprechend schnell absolviert. Daniel Deußer und Tobago Z legten mit 44,38 Sekunden vor, kassierten aber einen Abwurf. Der nächste Reiter, der Schweizer Steve Guerdat, steuerte seine belgische Stute Albführen’s Bianca zwar fehlerfrei ins Ziel (41,08), aber noch schneller bewältigte der Schwede Henrik von Eckermann mit seiner Westfälin Toveks Mary Lou v. Montendro den Stechparcours (0/45,45). Die drittschnellste Zeit ritt der schwedische Europameister Peder Fredricson mit dem niederländischen Wallach H&M Christian K (41,60), so dass sich Daniel Deußer und Tobago Z an vierter Stelle einreihten. Für diesen Platz gab es immerhin noch 90.000 Euro Preisgeld, während sich Sieger von Eckermann über 297.000 Euro (brutto) freuen durfte.

Daniel Deußer, die aktuelle Nummer 3 der Weltrangliste, war der erfolgreichste deutsche Reiter des Turniers in s-Hertogenbosch. Mit der erst neunjährigen Stute Kiana gewann er ein Springen, mit Cornet d’Amour und Tobago gelangen weitere Platzierungen. Für seine deutschen Kollegen verliefen die Turniertage recht ordentlich, aber im Großen Preis hatten sie sich wohl etwas mehr erhofft. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und der Holsteiner Casello waren als Elfte noch in der Platzierung, aber Marcus Ehning (Borken) und der Westfale Funky Fred sowie Christian Ahlmann (Marl) und der Zangersheider Hengst Clintrexo beendeten die Hauptprüfung auf den Plätzen 17 und 19.   hen

s-Hertogenbosch: Platz 2 für Helen Langehanenberg

Celebrating with a selfie! Denmark’s Daniel Bachmann Andersen pictured with his wife Tiril Bachmann Anerud and Robbie Sanderson after winning today’s tenth and last leg of the FEI Dressage World Cup™ 2018/2019 Western European League at ’s-Hertogenbosch (NED) with Blue Hors Zack. (FEI/Leanjo de Koster)
Celebrating with a selfie! Denmark’s Daniel Bachmann Andersen pictured with his wife Tiril Bachmann Anerud and Robbie Sanderson after winning today’s tenth and last leg of the FEI Dressage World Cup™ 2018/2019 Western European League at ’s-Hertogenbosch (NED) with Blue Hors Zack. (FEI/Leanjo de Koster)

s-Hertogenbosch (fn-press). Die letzte Station vor dem Finale des Dressur-Weltcups in Göteborg Anfang April beendeten die deutschen Aktiven Helen Langehanenberg (Billerbeck), Isabell Werth (Rheinberg) und Benjamin Werndl (Aubenhausen) mit den Plätzen zwei, drei und fünf. Die Weltcup-Kür gewann der Däne Daniel Bachmann Andersen.

Ein enorm hohes Niveau prägte die zehnte Weltcup-Kür der Saison 2018/19. In den Brabanthallen von s-Hertogenbosch trafen die deutschen Paare auf äußerst starke Konkurrenz. Im Grand Prix vermochte Isabell Werth ihre Mitstreiter noch in Schach zu halten. Mit ihrem 13-jährigen westfälischen Wallach Emilio v. Ehrenpreis reichten 77,196 Prozent für den Sieg, Daniel Bachmann Andersen, Chefbereiter des dänischen Gestüts Blue Hors, folgte im Sattel des gestütseigenen Hengstes Zack (15) an zweiter Stelle (76,109). In der Kür wurden die Karten neu gemischt. Bis zum letzten Reiter sah es so aus, als ob Helen Langehanenberg und der Hannoveraner Hengst Damsey (v. Dressage Royal) das Rennen machen würden. 84,875 Prozent – neues persönliches Bestergebnis für das Paar. „Das war die beste Prüfung, die wir bislang gezeigt haben“, sagte Helen Langehanenberg überglücklich.

Es sollte nicht klappen, als letzter Starter schnappte ihr Daniel Bachmann Andersen den Sieg vor der Nase weg: Der niederländische Hengst Blue Hors Zack brillierte in einer extrem anspruchsvollen Kür, die er fehlerfrei beendete. 15 hundertstel Prozent rangierte der baumlange Däne letztlich vor Langehanenberg. Seine 84,89 bedeutete ebenfalls einen persönlichen Rekord.

Grand Prix-Siegerin Isabell Werth stellte Emilio nicht zu seiner eigenen Kür vor (diese wechselte zwischenzeitlich zu ihrer Stute Bella Rose), sondern zu einer Choreographie und Musik aus ihrem Fundus. Vielleicht war der Braune deshalb etwas unsicher, gegen Ende der Aufgabe leistete er sich drei kleine Fehlerchen (82,93). Insgesamt war Isabell Werth aber sehr zufrieden mit Emilio: „Er hatte in den letzten Wochen etwas an Selbstvertrauen verloren, heute aber ging er wieder mit mehr Antritt nach vorne. Jetzt arbeite ich an einer neuen Kür für Emilio.“

Bester Reiter der niederländischen Gastgeber war Hans Peter Minderhoud. Mit dem elfjährigen KWPN-Hengst Glock’s Dream Boy erzielte er 81,635 Prozent, fünf tausendstel mehr als Benjamin Werndl, der mit dem Damon Hill-Sohn Dailey Mirror eine sehr ansprechende und technisch schwierige Kür präsentierte (81,63). Die vierte deutsche Reiterin Dorothee Schneider trat zur Kür nicht an. Ihr bayerischer Wallach Sammy Davis jr. (v. San Remo) war im Grand Prix deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben und wirkte matt (72,761). Die Reiterin vermutete, dass er sich einen Infekt zugezogen hatte.

Fürs Weltcup-Finale Anfang April in Göteborg sind neben Titelverteidigerin Isabell Werth noch zwei Deutsche zugelassen. Die meisten Punkte hat Helen Langehanenberg gesammelt (71), dicht dahinter Dorothee Schneider (70).    hen

Ocala: André Thieme Zweiter im Weltcup

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Ocala (fn-press). André Thieme (Plau am See) verpasste nur ganz knapp den Sieg im Weltcup-Springen von Ocala/Florida. Mit dem Holsteiner Wallach Aretino blieb er gut zwei Zehntel Sekunden unter der Bestzeit des erst 17-jährigen US-Amerikaners Brian Moggre mit dem Westfalen Vivre le Reve.

In den USA hat Andre Thieme schon viele schöne Erfolge erzielen können. Man erinnere sich nur an seine Siege in den beiden Eine-Millionen-Dollar-Springen von Saugerties 2011 (Bundesstaat New York) und Occala 2014. Diesmal ging es im Florida-Städtchen Ocala aber nicht um das ganz große Geld, sondern um den mit 100.000 Dollar dotierten Weltcup der Nordamerika-Liga. Sechs der 38 gestarteten Paare beendeten den Umlauf ohne Fehler. Im Stechen legte der erst 17-jährige Brian Moggre mit dem westfälischen Wallach Vivre le Reve eine sehr schnelle Zeit vor (41,29 Sekunden), die Routinier André Thieme nicht unterbieten konnte. Mit seinem Holsteiner Aretino v. Artani-Caretino überquerte er in 41,56 Sekunden die Ziellinie. Platz drei belegte der in Florida lebende Neuseeländer Sharn Wordley mit dem Oldenburger Contender-Nachkommen Casper (0/43,96). 

Neben André Thieme starteten auch die beiden Deutschen Markus Beerbaum (Thedinghausen) und Wilhelm Genn (USA) im Weltcup-Springen von Ocala. Fürs Stechen konnten sie sich jedoch nicht empfehlen.    hen