Oudkarspel: Sieg für deutsche Ponymannschaft

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Oudkarspel/NED (fn-press). Erste Formüberprüfung bestanden: In der internationalen Pony-Vielseitigkeit CCIP2-L in Oudkarspel in den Niederlanden belegten alle vier Reiter des Teams Deutschland I einen Platz in den Top Ten und trugen damit auch den Sieg in der Mannschaftswertung davon. Siegerin in der Einzelwertung wurde Sophia Rössel (Mayen) mit Camillo WE.

Für Rössel und Camillo WE war es ein Start-Ziel-Sieg. Mit einem Endstand von 35,1 Minuspunkten verwiesen sie Teamkollegin Jule Krueger mit Golden Grove Simon auf Rang zwei (37,8). Das Hamburger Paar war eines von nur zweien, dem eine Nullrunde im Gelände gelang. Die einzige fehlerfreien Runde im Springen ging auf das Konto von Maya Marie Fernandez (Weiterstadt), die hier ihre Erfahrung aus dem U14-Springlager ausspielte. Mit Kick belegte sie Platz sechs in der Endabrechnung und trug 59,2 Minuspunkte zum deutschen Teamergebnis von 132,1 Minuspunkten bei. Als viertes Paar gingen Maxima Homola (Bad Homburg) und Nutcracker für das Team Deutschland I an den Start. Sie wurden Neunte und lieferten damit das Streichergebnis. In der Einzelwertung belegte Homola mit Zweitpony Lalube Platz vier.

MIt der Mannschaftsaufstellung hatte Bundestrainer Fritz Lutter das richtige Händchen bewiesen. Während Team I den Sieg vor den Gastgebern und einem Mix-Team davontrug, sah von den vier Reitern des Teams II keiner das Ziel. „Ich bin dennoch zufrieden mit meinen Reitern. Die ersten vier haben die Trainingseindrücke aus dem Winter voll bestätigt. Und auch die, die hier einen Vorbeiläufer hatten, haben einen guten Job gemacht. Der Kurs war anspruchsvoll, zum Beispiel waren viele Sprünge aus Wendung anzureiten. Es ist ja noch früh in der Saison und es haben auf jeden Fall alle hier etwas gelernt. Selbst, die die nicht beendet haben. Nach dem, was ich gesehen habe, bin Ich für die weitere Saison recht zuversichtlich“, so Lutters Fazit.

Weitere Ergebnisse aus Oudkarspel unter www.rechenstelle.de.

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Vielseitigkeits-Saisonauftakt in Luhmühlen

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Luhmühlen (fn-press). Der Heideort Luhmühlen ist in diesem Jahr nicht nur Schauplatz der Europameisterschaften, sondern begrüßte am Wochenende die Vielseitigkeitsreiter auch zum Saisonstart. In der Auftaktprüfung, einer internationalen Drei-Sterne-Prüfung CCI3*-S (bisherige Bezeichnung CIC2*), siegte Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot mit knappem Vorsprung vor Ingrid Klimke (Münster) mit ihren Pferden SAP Hale Bob OLD und Asha P.

Die beiden Spitzenreiterinnen und Teamkolleginnen der Vorjahres-WM in Tryon lieferten sich von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sieg. Nach der Dressur führte Ingrid Klimke mit Hale Bob vor Julia Krajewski, im Springen leisteten sich beide jeweils einen Abwurf im Springen und tauschten dann im abschließenden Geländeritt die Plätze. Die Europameisterin und WM-Dritte war zwei Sekunden langsamer als ihre Konkurrentin und kam auf ein Endergebnis von 24,2 Minuspunkten. Für Krajewski, die die schnellste Runde in dieser Prüfung drehte, waren es 23,9 Minuspunkte und das bedeutete den Sieg. Nur knapp über der Bestzeit kam Klimke auch mit ihrem Nachwuchspferd Asha P ins Ziel der Geländestrecke, machte damit drei Plätze gut und wurde Dritte (Endstand 27,1 Minuspunkte). Ganz ohne Zeitfehler bewältigte an diesem Tag jedoch keiner der 71 Teilnehmer die ersten Abteilung die Geländestrecke.

Ebenfalls in den TopTen landeten Klimkes und Krajewskis WM-Mitstreiter Kai Rüder (Blieschendorf) mit Colani Sunrise (Sechster/32,3 Minuspunkte) und Andreas Dibowski (Döhle). Letzterer allerdings nicht seinem Championatspferd FRH Corrida, sondern mit dem zehnjährigen Polen Barbados, mit dem seine Tochter Alina bereits bei Junioren-EM am Start war (Platz acht/34,6). Zwischen den beiden konnte sich Julia Krajewski mit Zweitpferd Amande de b’Neville auf Platz sieben platzieren (33,1). Direkt an die WM-Riege anknüpfen konnten der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger Peter Thomsen (Lindewitt) mit Sir Boggles auf Platz neun (34,9) sowie Michael Jung (Horb) mit Lennox. Der dreifache Olympiasieger startete von Platz drei nach Dressur, ließ sich im Gelände allerdings so viel Zeit, dass er am Ende Zehnter wurde (35,3).

Nahezu alle Reiter der deutschen Vielseitigkeits-Szene, die sich eine Chance auf einen EM-Start im August ausrechnen, nutzten die Chance auf einen Saisonstart in Luhmühlen. „Wir haben hier schöne Trainingsrunden gesehen, die die Eindrücke der ersten Lehrgänge in Warendorf bestätigt haben. Alle Kaderreiter sind gut durch den Winter gekommen, das milde Wetter hat dazu natürlich sein Übriges dazu beigetragen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Lediglich Josefa Sommer (Immenhausen) und Sandra Auffarth (Ganderkesee) fehlten auf der Starterliste, ebenso wie der Hannoveraner Chipmunk FRH, der kürzlich in Stall von Michael Jung wechselte. „Josefa und Sandra haben eine andere Planung und steigen erst etwas später in die Saison ein“, erklärte Melzer. „Und für Michael und Chipmunk liegt der Fokus eindeutig auf den Olympischen Spielen 2020. Die beiden müssen sich jetzt erst einmal aufeinander einstimmen. Was aber nicht heißt, dass vielleicht doch noch Plan B zum Tragen kommt. Der lautet, dass die beiden noch in diesem Jahr versuchen, sich die formale Qualifikation für den Start in Tokio zu sichern.“

Calvin Böckmann gewinnt Nachwuchs-Abteilung 
In der Abteilung der jüngeren Reiter setzte sich Calvin Böckmann (Lastrup) mit Altair de la Cense an die Spitze. Als nur einem von drei Reitern gelang dem Ex-Ponyeuropameister einer von nur drei Nullrunden im Gelände, so dass er die Prüfung mit seinem Dressurergebnis von 27,5 Minuspunkten abschloss. Die Plätze zwei (32,9) und fünf (35,4) belegte Perspektivgruppenmitglied Christoph Wahler (Warendorf(Bad Bevensen), Gewinner des U25-Förderpreises Vielseitigkeit 2018, mit Schimmel Carjatan S beziehungsweise Ignatz. Auf dem dritten Platz landete Kari Ingrid Gunzenhäuser, mit dem früher von Marina Köhncke gerittenen Let’s Dance (33,1). Hb

Ergebnisse unter www.rechenstelle.de.

Die Weltelite zu Gast – Andrew Hoy trifft auf Michi Jung

Sattelt in Marbach: die australische Vielseitigkeitslegende Andrew Hoy, hier bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon/USA. Fotograf: Stefan Lafrentz
Sattelt in Marbach: die australische Vielseitigkeitslegende Andrew Hoy, hier bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon/USA. Fotograf: Stefan Lafrentz

Schon drei Wochen vor Nennungsschluss kann die Turnierleitung des internationalen Events auf dem Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts ein erstes positives Fazit ziehen: Bereits jetzt stehen berühmte Namen auf der Starterliste.

Allen voran natürlich Michael Jung, der Lokalmatador, der längst auch auf internationalem Springparkett erfolgreich ist. Er plane, gleich drei Pferde im CCI4*-S zu reiten, so der Profi aus dem Schwarzwald, der bei zwei Olympischen Spielen drei Gold- und eine Silbermedaille gewann. Er trifft in Marbach unter anderem auf Andrew Hoy und dessen WM-Pferd. Der in England lebende Australier – übrigens der erste Reiter, der in diesem Jahr seine Nennung für Marbach abgegeben hat – hat mit dreimal Team-Gold und einer Silbermedaille ebenfalls eine erfolgreiche olympische Karriere aufzuweisen. Als der heute 60-jährige Hoy, der mittlerweile sieben Olympische Spiele und sechs Weltmeisterschaften in seiner sportlichen Bilanz stehen hat, zum ersten Mal bei Olympischen Spielen am Start war – 1984 in Los Angeles/USA – war Michael Jung allerdings erst zwei Jahre alt. Zwei Generationen Topsportler treffen also in Marbach aufeinander.

Zur jüngeren Garde gehört auch der Japaner Atsushi Negishi, der ebenfalls in Marbach an den Start gehen wird. Er gewann 2010 Team-Gold bei den Asian Games im chinesischen Guangzhou und vertrat sein Land im selben Jahr bei den Weltreiterspielen in Lexington/USA und 2012 bei den Olympischen Spielen in London/GBR. 2013 gewann er bei den Asien-Meisterschaften in Thailand Einzel-Bronze. Sein sportliches Ziel ist der „Gewinn einer Medaille bei den Olympischen Spielen 2020“. Die finden bekanntlich in Tokyo, der Hauptstadt seines Heimatlandes statt, und selbstverständlich visiert er an, zur Mannschaft zu gehören.

Wie erwähnt, ein erster Eindruck, lange vor Nennungsschluss. Doch schon jetzt ist klar: Die Stars der internationalen Szene – sie satteln in Marbach!

Chipmunk FRH künftig bei Michael Jung

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Warendorf (fn-press). Pferdewechsel in der Vielseitigkeit: Ab sofort steht der Hannoveraner Chipmunk FRH im Stall des zweimaligen Olympiasiegers Michael Jung in Horb. Im vergangenen Jahr ging der elfjährige Wallach noch mit Julia Krajewski im Sattel im deutschen Team bei den Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Tryon an den Start. 

Sechs Jahre lang waren Julia Krajewski (Warendorf) und Chipmunk FRH (v. Contendro I – Heraldik xx) ein Paar und machten eine steile Karriere. Dem Sieg bei den Bundeschampionaten 2013 folgte der Einstieg in den internationalen Sport. 2016 verbuchte das Paar seinen ersten Drei-Sterne-Sieg, im vergangenen Jahr sicherten sich die beiden in Marbach, im höchst anspruchsvollen CCI3* Bramham und in der Aachener Soers die Goldene Schleife, bevor sie die Reise in die USA antraten. Dort erzielten sie mit Abstand das beste Dressurergebnis, verpassten wegen eines Vorbeiläufers im Gelände allerdings eine vordere Platzierung. Im Anschluss an die WM endete im Oktober 2018 der Vertrag zwischen der Reiterin und dem Züchter und Mitbesitzer des Pferdes, Dr. Hilmer Meyer-Kulenkampff, und wurde aus persönlichen Gründen nicht fortgeschrieben.

„Aufgrund der bisherigen Erfolge von Chipmunk FRH und Julia Krajewski war das ausländische Interesse verständlicherweise groß, vor allem so kurz vor den Olympischen Spielen. Wir sind daher sehr froh, dass wir das Pferd für Deutschland halten konnten“, erklärt Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR). Neuer Reiter von Chipmunk FRH ist Michael Jung (Horb), der gerade erst im vergangenen Herbst sein bisheriges Toppferd La Biosthetique Sam in den Ruhestand verabschiedet hat. „Ohne die Unterstützung durch Dritte wäre dies jedoch nicht möglich gewesen. Ihnen gilt unser besonderer Dank“, so Peiler. Zukünftige Eigentümer von Chipmunk FRH sind das DOKR, Michael Jungs Hauptsponsor Prof. Klaus Fischer sowie Dr. Hilmer Meyer-Kulenkampff, der weiter an dem von ihm gezogenen Pferd beteiligt bleibt.

EM Ländliche Reiter 2019 in Westerstede

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Westerstede (fn-press). 14 Jahre ist es her, dass zuletzt die Europameisterschaften der Ländlichen Vielseitigkeitsreiter in Deutschland ausgetragen wurden. Nach Ganderkesee (2005) ist in diesem Jahr der Ammerländer Reitclub Gastgeber der Traditionsveranstaltung. Vom 1. bis 4. August messen sich Mannschaften und Einzelreiter im Gelände in Westerstede-Finkensolt. Wie bei den „großen“ Europameisterschaften in Luhmühlen darf Deutschland auch bei den EM der Ländlichen Reiter das doppelte Kontingent an Reiter-Pferd-Paaren entsenden.

Die Europameisterschaften der Ländlichen Vielseitigkeitsreiter finden alle zwei Jahre statt, zuletzt im belgischen Tongeren, wo Marie-Sophie Arnold mit Remember Me die Silbermedaille in der Einzelwertung gewinnen konnte. Die Besonderheit dieser EM ist eine gemeinsam gerittene Mannschaftsdressur mit sechs Reitern, die der eigentlichen Vielseitigkeitsprüfung, einer Drei-Sterne-Kurzprüfung (CCI3*-Short, bisherige Bezeichnung CIC2*), vorgeschaltet ist. Als Sichtungsprüfungen zählen zunächst alle CCI3*-S bis Ende Mai, wenn die Longlist berufen wird.

Teilnahmeberechtigt sind Vielseitigkeitsreiter des Jahrgang 2001 und älter, die im laufenden oder den zwei vorangegangenen Jahren nicht an einem CSIO/CDIO teilgenommen und kein CCIO3*/CCIO4*-L oder CCI3*/CCI4*-L beendet haben sowie noch niemals ein CCI4*/CCI5*-L oder Senioren-Championat (CH3*/CH4*/CH-CCI4*-L/CH-CCI5*-L) beendet haben.

An einer Teilnahme interessierte Reiter sind aufgerufen, sich direkt mit der Teamführung Roger Böckmann (E-Mail: Rboeck@mail.de) oder Roland Harting in Verbindung zu setzen. Hb

2019 zwei Nationenpreise – deutsche Premiere für die Ponyreiter

Premiere im Mai: Der erste, in Deutschland ausgeschriebene Nationenpreis für Pony-Vielseitigkeitsreiter findet in Marbach statt.Foto: EquiStock/Thomas Hartig
Premiere im Mai: Der erste, in Deutschland ausgeschriebene Nationenpreis für Pony-Vielseitigkeitsreiter findet in Marbach statt.Foto: EquiStock/Thomas Hartig

Das Berufsreiterschampionat der deutschen Profis, die Landesmeisterschaft der baden-württembergischen Vielseitigkeitsreiter, der Alpencup der Ponyreiter, dazu gleich zwei Nationenpreise – das Programm der Marbacher Vielseitigkeit ist auch für die internationale Szene noch einmal attraktiver geworden.

Im vergangenen Jahr trugen erstmals die Junioren im Vielseitigkeitssattel einen Nationenpreis in Marbach aus, und eine Premiere gibt es auf dem Gelände des Haupt- und Landgestüts auch in diesem Jahr – noch dazu eine deutschlandweite: der erste Nationenpreis der Ponyreiter hierzulande hätte keinen besseren Austragungsort finden können. Schließlich gehört das CCIP2 in Marbach seit Jahren zu den Highlights im Turnierkalender der europäischen Nachwuchsreiter.

Während der ehemalige Jugend-Bundestrainer Rüdiger Schwarz für das sportliche Highlight, den Kurs der iWest Trophy auf Vier-Sterne-Niveau, verantwortlich zeichnet, konzipiert Willi Thiebes die Strecken auf Zwei-Sterne-Niveau und somit die beider Nationenpreise. Thiebes, der ebenfalls Parcourschef mit internationaler Lizenz ist und sich schon jahrelang in Marbach als Technischer Delegierter einbrachte, setzt seinen Schwerpunkt dabei auf „zwar selektive, aber faire und sichere Strecken“, so der Parcoursbauer aus dem nordrhein-westfälischen Hennef. „Für die besten Ponyreiter Europas ist das eine wichtige Prüfung zu Saisonbeginn“, erklärt Willi Thiebes. Selektive, aber sichere Strecken zu bauen, ist seine Maxime.

Und Sicherheit ein Schwerpunkt seines Gelände-Konzepts. „Zusätzlich zu den bereits mit Sicherheitssystemen ausgestatteten Sprüngen enstehen derzeit fünf neue Hindernisse mit Sicherheitssystemen, die durch die finanzielle Unterstützung der ‚Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport’ ermöglicht werden“, so Thiebeser

Sicherheit wird in Marbach seit jeher groß geschrieben, auch der verstorbene, bis 2018 für die Marbach-Strecken verantworttliche Gelände-Parcourschef Gerd Haiber hatte sich der Entwicklung entsprechender Systeme verschrieben. „In seinem Sinne wollen wir den Gelände-Parcoursbau in Marbach fortsetzen und seiner Philosophie folgen“, erklärt Thiebes auch im Namen von Rüdiger Schwarz.

Die Zuschauer dürfen sich also auf neue Sprung-Highlights freuen, die derzeit in einer Halle entstehen – der Winter auf der Schwäbischen Alb ist lang und hart und lässt aktuell keine Arbeit im Freien zu. Nichtstdestotrotz ist die Vorfreude auf das Top-Event im Mai groß. Auch Wolfgang Leiss freut sich nicht zuletzt über den Pony-Nationenpreis, den er auch als Bestätigung für den Veranstalter sieht: „Ein weiterer Nationenpreis in Marbach – das zeigt uns nicht nur, welchen Stellenwert unser Turnier hat, sondern auch, dass uns seitens der Deutschen Reiterlichen Vereinigung großes Vertrauen entgegengebracht wird. Das ehrt uns natürlich sehr,“ so der Turnierleiter.

Rüdiger Schwarz Gelände-Parcourschef der iWest Trophy Marbach

Neuer Gelände-Parcourschef in Marbach: Rüdiger Schwarz (Foto: FN-Archiv)
Neuer Gelände-Parcourschef in Marbach: Rüdiger Schwarz (Foto: FN-Archiv)

Derverstorbene Gerd Haiber war mehr als „nur“ Gelände-Parcourschefder renommierten Veranstaltung, er war, wie sein Freund, Turnierchef Wolfgang Leiss, sagt, „die Seele des Turniers“. Entsprechend groß ist die Lücke, die er hinterlassen hat. Aufzugebenaber stand für das Marbacher Turnierteam nicht zur Debatte – aus Überzeugung, aus Verbundenheit mit dem Sport und dieser Veranstaltung, und auch, um das Andenken des verstorbenen Freundes zubewahren. Die Weichen sind gestellt.

„Es ist uns gelungen, mit Rüdiger Schwarz einen renommierten Gelände-Parcoursbauer zu gewinnen, der die Vier-Sterne-Strecke im Sinne Gerd Haibers weiterentwickeln und das einmalige Flair der Kurse auf dem herrlichen Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts bewahren wird“, ist Wolfgang Leiss überzeugt. Rüdiger Schwarz kennt alle Facetten des Sports. Der gebürtige Holsteiner feierte selbst im Sattel Erfolge auf internationalem Parkett: Er gewann die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften 1979 in Luhmühlen, Mannschaftssilber bei der „Ersatz-Olympiade“ in Fontainebleau 1980 sowie Mannschaftssilber bei den Weltmeisterschaften in Luhmühlen 1982. Seine zweite Karriere startete Schwarz bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Nach einer Ausbildung zum Diplom-Trainer übernahm er zunächst das Amt des Bundestrainers der Pony-Vielseitigkeitsreiter, später dann der Junioren und Jungen Reiter und der Perspektivgruppe Vielseitigkeit. Mit ihm als Trainer wurden die jungen deutschen Vielseitigkeitsreiter zu Medaillengaranten bei Championaten. Einen hervorragenden Ruf hat Schwarz aber auch als Parcourschef. Zu den Höhepunkten seiner Karriere als Course Designer zählen die Konzeption der Geländestrecken bei den Weltmeisterschaften in Aachen 2006, beim Weltcup-Finale 2009 im polnischen Strzegom sowie bei den Europameisterschaften 2013 in Malmö in Schweden und in Strzegom 2017.

Unterstützt wird Schwarz in Marbach nicht nur von geprüften Parcoursassistenten aus den Reihen des Bauteams, sondern auch von Wilfried Thiebes, der ebenfalls Parcourschef mit internationaler Lizenz ist und sich seit Jahren in Marbach als Technischer Delegierter einbringt. Während Schwarz für die Geländestrecke der internationalen Vier-Sterne-Vielseitigkeit um die iWest Trophy zuständig sein wird, wird Thiebes im kommenden Jahr erstmals für den Bau der Zwei-Sterne-Strecken und den Kurs der internationalen Pony-Vielseitigkeit verantwortlich zeichnen.

Auch weitere Aufgaben, die bisher von Gerd Haiber wahrgenommen wurden, sind neu verteilt: Dieter Aldinger fungiert zukünftig als Wolfgangs Leiss’ Stellvertreter als Gesamt-Turnierleiter. Aldinger, der als Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Vielseitigkeitsreiter in Baden-Württemberg, kurz IGV, schon bisher in die Organisation des Turniers involviert war, wird sich vor allem auf die sportlichen Belange konzentrieren. Eng zusammenarbeiten wird er dabei mit Nathaly Fulda, der bisherigen Leiterin der Marbacher Meldestelle, die die sportliche Leitung des Turniers übernehmen wird. Sie ist bestens vernetzt und europaweit als Steward des Weltreiterverbandes FEI bei großen Events und Championaten im Einsatz. Unter anderem unterstützte sie bereits die Organisatoren in Aachen und Luhmühlen, aber auch im irischen Ballindenisk, im niederländischen Boekelo, in Strzegom sowie in Le Lion d’Angers und Fontainebleau in Frankreich. Fulda gehört in Marbach zum achtköpfigen Führungsteam, das der Turnierleitung zur Seite steht.

„Ein Verlust, wie ihn der Tod Gerd Haibers für die Marbacher Vielseitigkeit bedeutet, ist nicht vollständig zu kompensieren. Aber ich bin froh, dass die Mitgleder unseres Teams bereit sind, sich zukünftig noch mehr einzubringen und mehr Verantwortung zu übernehmen. Darin kann auch eine Chance für die Weiterentwicklung des Turniers liegen“, blickt Wolfgang Leiss zuversichtlich in die Zukunft.

Vielseitigkeit: “Start frei” Seminar in Luhmühlen

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Luhmühlen (fn-press). Bundestrainer Hans Melzer, Olympiasiegerin Sandra Auffahrt sowie Landestrainer Claus Erhorn und der internationale Vielseitigkeitsrichter Dietmar Hogrefe sind die hochkarätigen Referenten beim Vielseitigkeitsseminar „Start frei – im Cross dabei“ am 25. November im Ausbildungszentrum Luhmühlen.

Jugendliche, Eltern und Trainer erfahren beim Seminar von 13.30 bis 17.30 Uhr alles Wissenswerte über die Vielseitigkeit und wie Reiter und Pferd behutsam und sicher an die Aufgaben im Gelände herangeführt werden können. Das Seminar ist eine Kooperationsveranstaltung der Persönlichen Mitglieder und der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport. Der Besuch lohnt sich auch für alle Dressur- und Springreiter, die ihr Pferd vielseitiger ausbilden möchten. Schon eine Stunde vor Seminarbeginn, also ab 12.30 Uhr können Besucher im Ausbildungszentrum Luhmühlen über einen Infomarkt schlendern, mit Ständen zu Ausrüstung für Pferd und Reiter und viel Wissenswertem rund um die Vielseitigkeit. Ab 13.30 Uhr beginnen die Vorträge.

Moderiert von Christian Kröber zeigen Bundes- und Landestrainer und international erfolgreiche Reiter und Richter den Weg von den ersten Sprüngen bis zum kompletten Gelände-Parcours mit verschiedenen Reiter-Pferd-Paaren. Insbesondere der sichere Sitz, das Heranführen von Pferd und Reiter an die Anforderungen im Gelände und die Vielfalt in der Ausbildung sind Thema des kompakten Nachmittags. Abgerundet wird das Programm durch Vorträge zur Sicherheitsausrüstung, Vorstellung des Balance-Trainingsgeräts „Rock-on-Ruby“ sowie Falltraining. Das Seminar richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche und ihre Trainer, die in den Vielseitigkeitssport einsteigen, ihre Ausbildung erweitern möchten oder bereits Erfahrungen in der Vielseitigkeit haben. Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter www.pferd-aktuell.de/shoplau

Boekelo: Deutsches Team gewinnt Nationenpreis

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Boekelo/NED (fn-press). Die deutsche Mannschaft hat beim renommierten Vielseitigkeitsturnier in Boekelo den Nationenpreis vor Großbritannien und Schweden gewonnen und konnte sich damit auch den dritten Platz in der Nationenpreis-Gesamtwertung sichern. Siegerin in der Einzelwertung des CCIO3* ist Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot.

Erst Waregem, nun auch Boekelo: Julia Krajewski und ihr Olympiapferd Samourai du Thot beendeten die Prüfung in Boekelo mit ihrem Dressurergebnis und trugen mit ihrem Endstand von nur 22,5 Minuspunkten maßgeblich zum deutschen Nationenpreissieg bei. Gleichzeitig zogen sie damit in der Einzelwertung an Tim Lips vorbei, der nach Dressur und Gelände noch hauchdünn in Führung gelegen hatte. Der Niederländer wurde mit 27,2 Minuspunkten Dritter. Wegen eines Abwurfes im Springen musste er auch noch der Britin Laura Collett mit London (24,7) den Vortritt lassen.

Fürs deutsche Team ritten neben Krajewski auch Dirk Schrade (Heidmühlen) mit Unteam de la Cense und sein Stallkollege Ben Leuwer mit BGS Urlanmore Prince. Beide blieben im Gelände fehlerfrei. Im Springen kassierte Schrade, der im Gelände auf den Punkt ins Ziel gekommen war, dann einen Abwurf und wurde mit 32,5 Minusunkten Siebter. Bei Leuwer fielen gleich zwei Mal die Stangen. Dadurch lieferte er mit 40,3 Minuspunkten das Streichergebnis für die Mannschaft. Stattdessen zählte das Ergebnis des vierten Teamreiters Christoph Wahler (Warendorf), der mit Carjatan S im Gelände ein paar Sekunden verloren hatte, dank einer Nullrunde im Parcours jedoch fünf Plätze gutmachen konnte und auf ein Ergebnis von 38,9 Minuspunkten kam (Platz 15).

Der Nationenpreissieg in Boekelo trug Deutschland 100 Punkte und einen Endstand von 420 Punkten in der FEI-Nationenpreisserie ein. Das reichte aus, um sich noch knapp einen Platz auf dem Treppchen zu sichern – den Bronzerang. Das Nachsehen hatten die Schweden, die in Boekelo selbst zwar Dritte wurden, am Ende aber nur auf 415 Punkte kamen und sich mit dem vierten Platz in der Gesamtwertung begnügen mussten.

Auch an der Spitze gab es nach der letzten der acht Stationen einen Wechsel. Statt der Franzosen, die bis dahin mit ihren Siegen in Vairano/ITA, Strzegom/POL, Haras le Pin/FRA und Millstreet/IRL sowie einem zweiten Platz in Waregem/BEL die Führung innehatten, landeten zu guter Letzt die Briten auf Platz eins. Sie sammelten dank ihres zweiten Platzes in Boekelo insgesamt 570 Punkte, Frankreich kam auf einen Endstand von 540 Punkten und wurde Zweiter.

Es ist der dritte Sieg für ein britisches Team seit 2012, Deutschland konnte die Serie bislang vier Mal gewinnen. „Gerade die Briten, aber auch die Franzosen sind hier mit einer Topbesetzung angereist, man merkte, dass sie gewinnen wollten. Das war in den vorangegangenen Jahren auch schon einmal anders“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. „Für uns passten die Termine dieses Jahr nicht so gut ins Konzept, unser Schwerpunkt lag auf der Vorbereitung auf Tryon.“

Insgesamt zeigte sich Melzer über den Sieg in Boekelo hocherfreut. „Ein gelungener Saisonabschluss nach den Weltmeisterschaften auch etwas Balsam für die Seele“, sagte er. „Unsere Reiter sind hier gut und schnell geritten und haben sich gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt“, sagte er. Das gilt auch für Einzelreiter Niklas Bschorer (Dinkelsbühl), der mit Tom Tom Go mit 29,8 Minuspunkten den vierten Platz belegte.

Christoph Wahler gewinnt U25-Förderpreis Vielseitigkeit

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Warendorf (fn-press). Der Sieger im U25-Förderpreis Vielseitigkeit steht fest: Mit insgesamt 135 Punkten gewinnt Christoph Wahler mit Carjatan die siebte Auflage der Serie zur Förderung des Reiternachwuchses vor Anna-Katharina Vogel mit Quintana P (125 Punkte) und Jerome Robiné mit Quaddeldou R (110 Punkte).

Auf insgesamt sechs Turnieren konnten die Nachwuchsreiter Punkte sammeln, zwei weitere Stationen waren wetterbedingt ausgefallen. Christoph Wahler (Bad Bevensen), seit Ende 2015 Mitglied der Warendorfer Perspektivgruppe Vielseitigkeit, stieg an Pfingsten beim CIC3* Wiesbaden in die Serie ein und belegte dort den dritten Platz innerhalb der U25-Wertung. In Luhmühlen, im Rahmen der Deutschen Meisterschaft, schnitt der als Bester seiner Altersklasse ab und musste zuletzt beim Nationenpreisturnier im belgischen Waregem nur Anna-Katharina Vogel den Vortritt lassen. Auch die 21-Jährige aus dem bayerischen Biessenhofen sammelte ihre Punkte auf diesen drei Stationen, war aber als fleißigste Serien-Teilnehmerin auch in den Zwei-Sterne-Prüfungen in Radolfzell und Hambach am Start. Gewertet werden allerdings nur die drei besten Ergebnisse. Der Warendorfer Sportsoldat Jerome Robiné (Darmstadt), Sieger der U25-Tour in Wiesbaden, beendete die Serie auf Platz drei. Dem Spitzentrio auf den Fersen sind zwei Nachwuchsreiter mit bereits Vier-Sterne-Erfahrungen: Claas Hermann Romeike (Nübbel) mit Cato belegt mit 75 Punkten Platz vier und Niklas Bschorer (Dinkelsbühl) mit Tom Tom Go und 70 Punkten auf Platz fünf.

„Es ist erfreulich, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine hohe Beteiligung an der Serie hatten. Insgesamt waren 17 U25-Reiter erfolgreich in Drei-Sterne-Prüfungen unterwegs. Mit der Serie, die in diesem Jahr zum siebten Mal ausgetragen wurde, konnten wir die Lücke zwischen Zwei- auf Drei-Sterne-Prüfungen schließen und unseren erfolgreichen guten Nachwuchsreitern den Schritt in den Topsport erleichtern. Dank des U25-Förderpreises haben wir heute eine deutliche größere Gruppe an jungen Reitern, die den Schritt in diese Richtung gewagt hat. Der nächste wird es sein, sich auf diesem Niveau zu etablieren und in einzelnen Fällen sogar Championatsreife zu erreichen. Eine große Chance dazu bietet sich bei den Europameisterschaften in Luhmühlen, wo wir als Gastgeber die doppelte Anzahl an Paaren an den Start bringen dürfen“, sagte Philine Ganders-Meyer, Vielseitigkeits-Koordinatorin des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). Hb