Stuttgart: Weitere Weltcup-Punkte für deutsche Springreiter

Longines FEI World Cup™ Jumping Stuttgart Winner Pieter Devos (BEL) riding Apart Photo FEI/LEANJO DE KOSTER
Longines FEI World Cup™ Jumping Stuttgart Winner Pieter Devos (BEL) riding Apart Photo FEI/LEANJO DE KOSTER

Stuttgart (fn-press). Für den Sieg im Großen Preis von Stuttgart hat es nicht ganz gereicht, dennoch dürfen sich die deutschen Springreiter über weitere Punkte für die Qualifikation zum Weltcup-Finale freuen. Die letzte Prüfung der German Masters 2018 in der Schleyer-Halle gewann der Belgier Pieter Devos vor dem für Österreich startenden Max Kühner und Christian Ahlmann (Marl).

Pieter Devos hatte ausreichend Zeit, sich die Fehler der anderen Reiter anzusehen und das Beste daraus zu machen. Der 32-jährige Belgier, Fünfter der EM 2017, startete als Letzter in das zehnköpfige Stechen des Großen Preises von Stuttgart. Mit seinem niederländischen Wallach Apart blieb er ohne Fehler und siegte mit Ruhe und Bedacht in einer Zeit von 49.05 Sekunden. Das war bei Weitem nicht die schnellste Runde, aber Max Kühner und Christian Ahlmann hatten es vorgemacht und gezeigt, dass diesmal eben nicht das Tempo der Schlüssel zum Erfolg war. Der gebürtige Bayer und für Österreich startende Max Kühner bildete mit seinem erst achtjährigen Wallach PSG Final (von Toulon – Cassini) das vierte Paar im Stechen. Sie blieben als erstes fehlerfrei und beendeten den Parcours nach 56.62 Sekunden. Bereits im zweiten Hauptspringen des internationalen Stuttgarter Hallenreitturniers, in dem es um den Titel German Master der Springreiter ging, war Kühner Zweiter geworden. Ein gelungenes Wochenende für den Sechsten der Weltreiterspiele 2018.

Mit Ruhe und Bedacht ging auch Christian Ahlmann seine Runde an. Er startete mit dem französischen Wallach Tokyo als vorletzter Reiter ins Stechen. Auch diese beiden blieben ohne Abwurf, konnten Kühners Zeit aber nicht unterbieten. Die Uhr blieb erst bei 57.68 Sekunden stehen. Das bedeutete wie schon im Vorjahr Rang drei für den Westfalen. „Ich hatte im ersten Umlauf schon Probleme damit, mein Pferd zu kontrollieren, deshalb habe ich mich kurz vorher entschieden, nicht volles Tempo zu gehen. Tokyo sprang super gut und sehr vorsichtig, da kam mir entgegen, dass das Stechen insgesamt nicht so schnell war. Ich wollte aber natürlich schneller reiten als Max und ärgere mich, dass es nicht gereicht hat. Aber mein Pferd hat trotz seiner geringen Erfahrung in solchen Parcours einen super Job gemacht und wir können zufrieden nach Hause fahren“, sagte Ahlmann nach dem Stechen. Dieser dritte Platz brachte ihm 15 Weltcup-Punkte ein. Bereits in Verona hatte er Ende Oktober elf Zähler gesammelt. Damit liegt er nun als zweitbester Deutscher auf Rang sieben des Weltcup-Zwischenrankings. Für den aktuell fünftplatzierten Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) gab es in Stuttgart zwar keine Punkte, er hatte aber schon zu Beginn der Saison in Oslo und Helsinki gepunktet.

Außer Ahlmann hatten es noch drei weitere deutsche Reiter ins Stechen des Großen Preises von Stuttgart geschafft: Für Christian Kukuk (Riesenbeck) und seinen westfälischen Hengst Colestus (von Cornet Obolensky – Stakkato) endete die Hoffnung auf einen Sieg an der Mauer, die bereits im ersten Umlauf vielen Startern zum Verhängnis geworden war. Sein Kollege aus dem Stall von Ludger Beerbaum, Philipp Weishaupt, startete wie schon 2017 mit der französischen Stute Asathir im Stuttgarter Weltcup-Springen. Der zweite Platz wie im Vorjahr wurde es diesmal nicht. Vier Strafpunkte in einer Zeit von 46.62 Sekunden bedeuteten Rang sechs.

Mit der kürzesten Zeit (45.53sec), jedoch mit einem Abwurf am vorletzten Sprung, beendeten Maurice Tebbel und der Westfalen-Hengst Don Diarado (von Diarado – Lord Lancer) den Parcours. Die beiden gehörten im September zum deutschen Bronze-Team bei den Weltreiterspielen in den USA. Der vierte Platz im Großen Preis von Stuttgart bescherte ihnen nun die ersten 13 Weltcup-Punkte dieser Saison. Bis zum Weltcup-Finale, das Anfang April im schwedischen Göteborg stattfindet, stehen für die Springreiter noch acht weitere Qualifikationen auf dem Programm. Bisher führt der Schweizer Steve Guerdat das Klassement an, der in Stuttgart Platz acht belegte. jbc

Alle Ergebnisse aus Stuttgart sowie das Weltcup-Zwischenranking finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2018/1514/html/en/longinestiming/index.html

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Stuttgart: Isabell Werth zum 15. Mal German Master der Dressurreiter

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Stuttgart (fn-press). Isabell Werth hat zum 15. Mal den Titel German Master der Dressurreiter gewonnen. Im Rahmen des internationalen Stuttgarter Hallenreitturniers siegte sie im Grand Prix Special mit Emilio – wie bereits 2015 und 2016. Platz zwei belegte Dorothee Schneider mit dem zehnjährigen Faustus, der noch eine besondere Auszeichnung erhielt. Der dritte Rang ging an Jessica von Bredow-Werndl und Zaire-E.

Isabell Werth (Rheinberg) hat ein turbulentes Wochenende hinter sich. Nicht nur, dass sie mit der vollen Ausbeute von vier Siegen bei vier Starts die Heimreise antritt. Zwischendurch jettete sie nach Norddeutschland, um ihrer langjährigen Freundin und Förderin Madeleine Winter-Schulze eine besondere Auszeichnung zu überreichen. Winter-Schulze, Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, erhielt in Osnabrück die Ehrengabe des Landessportbundes Niedersachsen – inklusive Überraschung: „Plötzlich stand Isabell auf der Bühne, hielt die Laudatio und überreichte mir den Preis. Das war eine wunderbare Überraschung. Wenn ich das erzähle, muss ich schon wieder schlucken“, berichtete die 77-Jährige, die sich nach ihrem Oberschenkelhalsbruch, den sie sich bei einem Sturz bei den Weltreiterspielen im September zugezogen hatte, wieder topfit auf den Beinen zeigte.

Werth war am Samstagmorgen als erste Reiterin mit ihrem Emilio in den Grand Prix gestartet und legte ein unerreichbares Ergebnis vor. Dann ging es zum Flughafen Richtung Norddeutschland, Übergabe der Auszeichnung, zurück nach Stuttgart und schnell noch ein Sieg mit Bella Rose in der Weltcup-Kür. Am folgenden Tag dann der Grand Prix Special um den Titel German Master mit Emilio. Sieg mit 79.872 Prozent. Für Werth ist es der 15. German-Master-Titel, den sie bereits mit sechs verschiedenen Pferden gewinnen konnte: Gigolo, Satchmo, El Santo NRW, Bella Rose, Emilio und Don Johnson FRH.

Im weiteren Klassement tauschten Dorothee Schneider (Framersheim) und Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) die Platzierungen aus dem Grand Prix. Mit 76.426 Prozent belegte Schneider mit dem zehnjährigen Faustus den zweiten Rang. „Faustus hat ein unglaubliches Potenzial. Manchmal ist er noch etwas introvertiert, aber er kommt immer mehr aus sich heraus. Heute hat er einen super Job gemacht“, sagte Schneider. Im Anschluss an die Prüfung erhielt der Hannoveraner Wallach den Otto-Lörke-Preis als bestes deutsches Nachwuchs-Dressurpferd 2018 (mehr dazu lesen Sie hier).

Der dritte Platz ging an Jessica von Bredow-Werndl und ihre niederländische Stute Zaire-E. Die beiden erreichten ein Ergebnis von 75.809 Prozent. „Stuttgart war bisher nicht so Zaires Lieblingsturnier, aber seit diesem Jahr schon. Sie war auch gestern toll zu reiten und hat sich von der Atmosphäre hier nicht aus der Ruhe bringen lassen. Bei ihr liegen Genie und Wahnsinn sehr nah beieinander. Früher ist mehr der Wahnsinn durchgekommen, jetzt, mit zunehmendem Alter, kommt das Genie mehr durch“, sagte von Bredow-Werndl, die auf die Unterstützung ihrer gesamten Familie bauen konnte. „Mein kleiner Sohn war heute schon um sechs Uhr auf den Beinen. Er erklärt mir morgens erstmal, worauf es wirklich ankommt im Leben.“

Auch die Plätze vier, fünf und acht belegten deutsche Paare. Bundestrainerin Monica Theodorescu war zufrieden mit dem diesjährigen Stuttgart-Wochenende: „Unser Ziel ist es, dass jeder Reiter und sein Pferd immer ein kleines bisschen besser werden. Dieses Jahr ist das wieder unglaublich gut gelungen. Wir haben tolle Pferde, schönen und hochwertigen Sport gesehen. Das ist es, woran wir ständig arbeiten, genauso daran, dass die Pferde Freude am Sport haben. Auch das haben wir am Samstag schon in der Kür gesehen. Ich freue mich, dass wir hier in der Kür zeigen durften, was wir können, nachdem es uns in Tryon wegen des Wetters verwehrt geblieben war.“ jbc

Alle Ergebnisse aus Stuttgart finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2018/1514/html/en/longinestiming/index.html

Otto-Lörke-Preis 2018 geht an Faustus

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Stuttgart (fn-press). Der Otto-Lörke-Preis geht in diesem Jahr an Faustus. Der zehnjährige Hannoveraner Wallach bestreitet 2018 seine erste internationale Grand-Prix-Saison und verzeichnete bereits Siege in Neumünster, Wiesbaden, Mannheim und Münster. Seine Ausbilderin Dorothee Schneider erhält diese Auszeichnung bereits zum vierten Mal.

Faustus (von Falsterbo – Forrest xx) steht im Besitz des Gestüts Fohlenhof und kam achtjährig zur Ausbildung in den Stall von Mannschaftsweltmeisterin Dorothee Schneider (Framersheim). Zuvor wurde der Hannoveraner Wallach von Dirk Linden (Niederkrüchten) bis zur Klasse S ausgebildet. Seit 2017 wird Faustus auf nationalen und internationalen Turnieren im Grand-Prix-Sport vorgestellt. Er gewann 2017 die Qualifikation zum Louisdor-Preis in Heroldsberg und wurde im Finale in Frankfurt Zweiter. In diesem Jahr platzierte er sich bisher 17 Mal in Grand Prix und Grand Prix Special, darunter waren fünf Siege, zehn zweite und zwei dritte Plätze.

„Faustus hat ganz viel Aura, viele Möglichkeiten, keine Schwäche in den Grundgangarten, aber sehr viele Höhepunkte“, sagt Schneider. „Er ist im Viereck noch ab und zu der introvertierte Typ und kann noch nicht alles zeigen, was in ihm steckt. Aber er kommt immer mehr aus sich heraus. Ich bin seinen Besitzern unglaublich dankbar, dass ich so ein tolles Pferd ausbilden und präsentieren darf. Das macht mir riesigen Spaß. Es ist für mich ein toller Beruf und Berufung zugleich.“

Der Otto-Lörke-Preis wird in diesem Jahr zum 32. Mal vergeben. Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) zeichnet damit im Andenken an den herausragenden Berufsreiter und Ausbilder Otto Lörke (†1957) den Reiter, den Ausbilder und den Besitzer desjenigen, höchstens zehn Jahre alten Dressurpferdes aus, das dem DOKR-Dressurausschuss durch besonders herausragende Erfolge in Grand-Prix-Prüfungen in Deutschland aufgefallen ist. Pferde wie Satchmo, Bonaparte, Elvis VA, Chacomo, Farbenfroh, Rusty, Grunox, Gigolo, Goldstern, Rembrandt und Bella Rose haben diesen Preis bereits erhalten.

Der Preis wurde initiiert von Liselott Schindling-Rheinberger (†1999). Sie selbst war eine der größten und erfolgreichsten Sportlerinnen ihrer Zeit, eine herausragende Persönlichkeit in Wirtschaft und Sport und eine engagierte Förderin des deutschen Dressursports. Selbst erste Olympiasiegerin in der Dressur – 1972 in München – erritt sie bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften insgesamt acht goldene, sechs silberne und eine bronzene Medaille.

Dorothee Schneider erhält als Reiterin von Faustus einen Ehrenpreis, gestiftet von der „Liselott Schindling Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports“. Als Ausbilderin des Pferdes erhält Schneider eine Leistungsprämie in Höhe von 1.500 Euro, gegeben vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei. Dorothee Schneider erhält die Auszeichnung als Reiterin und Ausbilderin nach 2012 mit Diva Royal, 2014 mit St. Emilion und 2015 mit Showtime FRH bereits zum vierten Mal. Für die Besitzer von Faustus, das Gestüt Fohlenhof, gibt es einen Ehrenpreis, ebenfalls gestiftet von der Liselott Schindling-Stiftung. jbc

Stuttgart: D’Agostino FRH in den Ruhestand verabschiedet

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Stuttgart (fn-press). Dort, wo er einen seiner größten Erfolge gefeiert hat, verließ D‘Agostino FRH nun auch die sportliche Bühne: Im Rahmen des internationalen Hallenreitturniers German Masters in der Stuttgarter Schleyer-Halle. 2014 hatte der Hannoveraner Wallach dort die Weltcup-Kür gewonnen. Nun verabschiedete seine Reiterin Fabienne Müller-Lütkemeier den inzwischen 18-jährigen Mannschaftswelt- und Europameister in den Turnier-Ruhestand.

Ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte begann vor zehn Jahren, als Fabienne Müller-Lütkemeier, damals in der Altersklasse der Jungen Reiter unterwegs, ihren D’Agostino erstmals proberitt. Es war Liebe auf den ersten Blick, wie die Reiterin später erzählt. Martin Waldvogel hatte den Fuchs, der aus der Zucht von Klaus Lahmann (Dassendorf) stammt, bis zu schweren Klasse ausgebildet. Mit Fabienne Lütekemeier belegte D’Agostino 2009 Platz zwei im Finale der Nachwuchspferde-Serie Nürnberger Burg-Pokal. In diesem Jahr gewannen die beiden auch ihre ersten drei Medaillen bei den Nachwuchs-Europameisterschaften in Ermelo/NED. 2010 stellten sie den Kür-Weltrekord der Jungen Reiter ein und reisten von den Europameisterschaften in Kronberg mit Triple-Gold nach Hause. Nach ihrem erfolgreichen Übergang in den Grand-Prix-Sport folgten der erste Start beim CHIO Aachen, zwei Medaillen bei Deutschen Meisterschaften sowie zwei weitere Mannschaftstitel bei Welt- und Europameisterschaften. Herausragende Einzel-Erfolge erreichten sie mit Platz zehn in der Kür der Europameisterschaften 2013 sowie mit Platz sechs im Weltcup-Finale 2016.

In Stuttgart ging nun diese langjährige Erfolgsgeschichte zu Ende. Topfit zeigte sich der 18-jährige D’Agostino in der Schleyer-Halle, unter tosendem Applaus von den vollbesetzten Rängen. „Vielen vielen Dank, dass wir heute vor seinem Lieblingspublikum noch einmal unsere Kür reiten durften. Das war der Wahnsinn. Daggi hat nochmal alles gegeben. Er liebt das Stuttgarter Publikum und gibt hier immer Vollgas. Heute Morgen bin ich mit ihm durch die Halle gelaufen – unser Ritual an jedem Turniermorgen. Danach stand er den ganzen Tag in seiner Box und hat mit gespitzten Ohren darauf gewartet, dass es endlich losgeht“, sagte Fabienne Müller-Lütkemeier unter Tränen. „Ich bedanke mich für die letzten zehn Jahre auch bei seinem Team, das uns auf dem gesamten Weg begleitet hat. 1000 Dank an Daggi, der mir so viel gegeben hat. Ich freue mich auf jedes weitere Jahr mit ihm.“ Auch über seine Turnierkarriere hinaus wird der Wallach bei Familie Lütkemeier in Paderborn bleiben, wo er noch jeden Tag geritten und viel Zeit auf der Weide verbringen wird.

Stuttgart: Ludger Beerbaum und Cool Feeling Dritte im German Masters Springen

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Stuttgart (fn-press). Ludger Beerbaum und Cool Feeling haben das Springen um den Titel German Master beim internationalen Stuttgarter Hallenreitturnier als bestes deutsches Paar auf Rang drei beendet. Im dreiköpfigen Stechen blieben alle Starter ohne Strafpunkte. Letztlich fand der Schweizer Pius Schwizer mit Living The Dream den schnellsten Weg durch den Parcours. Platz zwei belegte der gebürtige Bayer und für Österreich startende Max Kühner mit Vancouver Dreams.

Insgesamt hatten es acht deutsche Reiter in das finale Springen um den Titel German Master geschafft. Darunter drei, die schon mehrmals diese traditionsreiche Prüfung in der Stuttgarter Schleyer-Halle für sich entscheiden konnten: Christian Ahlmann (Marl), Marcus Ehning (Borken) und Ludger Beerbaum (Riesenbeck). Philipp Weishaupt, Christian Kukuk (beide im Stall Beerbaum in Riesenbeck tätig), Maurice Tebbel (Emsbüren), Lokalmatador Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) und Denis Nielsen (Isen) kämpften dagegen um ihren allerersten German-Master-Titel. Am Ende schaffte es einzig der erfahrenste unter ihnen ins Stechen – Ludger Beerbaum. Der 55-Jährige kann bereits auf vier Siege im German Master zurückblicken (1995, 1996, 2005 und 2014). Diesmal setzte Beerbaum auf den zehnjährigen Rheinländer Wallach Cool Feeling (von Cornado NRW – Lancer II), den er erst seit September im Parcours vorstellt. Ihre Zeit von 35.71 Sekunden bedeutete Rang drei.

Der gebürtige Bayer und seit Jahren für Österreich startende Max Kühner, Sechster der Weltreiterspiele 2018, hatte als erster Reiter im Stechen mit dem erst achtjährigen Hannoveraner Wallach Vancouver Dreams (von Valentino – Stakkato) eine Zeit von 34.41 Sekunden vorgelegt. Das sollte am Ende für den Silberrang reichen, denn Pius Schwizer holte mit seinem belgischen Wallach Living The Dream noch zwei Sekunden mehr heraus. Die beiden setzten sich in 42.43 Sekunden an die Spitze des Klassements. Nach seinem Sieg 2011 ist es bereits der zweite German-Master-Titel für den Schweizer. Was zuvor jedoch noch keinem anderen Reiter gelungen war: Schwizer gewann in diesem Jahr auch die beiden Qualifikationsspringen zum German Master.

Alle Ergebnisse aus Stuttgart finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/lite/2018/1514/html/en/longinestiming/index.html

Stuttgart German Masters im Fernsehen:

Samstag, 17. November, 15.45 Uhr – Weltcup Gespannfahren und Zusammenfassung German Master der Springreiter

Sonntag, 18. November, ab 16 Uhr: Der Große Preis von Stuttgart, Weltcup der Springreiter live

Außerdem überträgt ClipMyHorse.TV aus der Schleyer-Halle.

Stuttgart: Jil-Marielle Becks und Damon’s Satelite gewinnen Piaff-Förderpreis

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Stuttgart (fn-press). Erfolgreicher Saisonabschluss für Jil-Marielle Becks und Damon’s Satelite NRW: Im Rahmen des internationalen Hallenturniers German Masters in der Stuttgarter Schleyer-Halle gewannen die beiden das Finale der U25-Dressurserie Piaff-Förderpreis. Das Paar aus Westfalen, das in diesem Jahr bereits Doppel-Europameister der Altersklasse U25 geworden war, siegte vor Florine Kienbaum mit Doktor Schiwago und Anna Magdalena Scheßl mit Biedermeier.

Was für ein Jahr für die 21-jährige Jil-Marielle Becks (Senden) und ihren zehnjährigen Westfalen Wallach Damon’s Satelite NRW (von Damon Hill): Im August gewannen die beiden zwei Gold- und eine Silbermedaille bei den U25-Europameisterschaften im niederländischen Exloo, zuvor hatten sie schon zum siegreichen Team beim U25-Nationenpreis in Aachen gehört. Außerdem hatte Becks die Qualifikationen zum Finale des Piaff-Förderpreises in Balve und Verden für sich entschieden – einmal mit Damon’s Satelite, einmal mit seiner Vollschwester Damon’s Delorange. Nun setzte sie ihrer ersten Saison in der Altersklasse U25 mit dem Sieg im Finale des Piaff-Förderpreises die Krone auf. Mit 73.320 Prozent führte sie das Klassement im Grand Prix an. Auch die Einlaufprüfung auf dem Niveau Intermediaire II hatte sie für sich entschieden.

„Es ist natürlich ein gutes Gefühl, mit zwei Siegen auf unterschiedlichen Pferden hierher zum Finale zu kommen. Aber die Schleyer-Halle ist eine sehr aufregende Umgebung, da können schnell Fehler passieren, und Fehler sind teuer. Man sollte sich also nie zu sicher sein“, sagte Becks nach ihrem Triumph. Sie wusste genau, wem sie diesen zu verdanken hatte: „Damon’s Satelite ist für mich ein ganz besonderes Pferd. Meine Familie hat schon seine Mutter selbst gezogen, genauso wie ihn, und sein Vater gehört uns. Wir sind quasi zusammen aufgewachsen, haben alles zusammen erlebt, vom Bundeschampionat über die ersten S-Dressuren, und jetzt haben wir das Glück, zusammen in den Grand-Prix-Sport hineinzuwachsen.“

Genau das ist das Ziel der Serie Piaff-Förderpreis, die von der Liselott Schindling-Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports ermöglicht wird. „Die jungen Reiter zwischen 16 und 25 Jahren können dabei ganz unter sich Grand Prix reiten und erste Erfahrungen sammeln. Der Piaff-Förderpreis kann für sie ein Sprungbrett in den großen Grand-Prix-Sport sein, wie zum Beispiel frühere Sieger wie Kristina Bröring-Sprehe oder Matthias-Alexander Rath schon gezeigt haben“, sagte U25-Bundestrainer Sebastian Heinze. „Für die Teilnehmer ist es wirklich etwas Besonderes, das Finale in Stuttgart bestreiten zu dürfen. Alle fiebern darauf hin. Dass nicht alle hier das Optimum abrufen konnten, das ist manchmal so. Es liegt sicherlich auch an den besonderen Bedingungen dieser Halle und an der speziellen Atmosphäre. Und für die meisten war es der allererste lange Grand Prix, den sie in ihrem Leben geritten sind.“ Videowürfel, leuchtende Werbebanden – die meisten Reiter und Pferde kannten solche Effekte am Dressurviereck bisher nicht.

„Das Konzept Piaff-Förderpreis hat sich über die Jahre hinweg bewährt und andere Länder haben es teilweise übernommen“, sagte Monica Theodorescu, Chefbundestrainerin für die Disziplin Dressur. „Besonders war in diesem Jahr, dass außer Florine Kienbaum alle Teilnehmer zum ersten Mal im Finale dabei waren. Die Jüngste, Sophie Reef, ist gerade einmal 18 Jahre alt. Hier in diese Halle einzureiten, das ist für alle etwas Besonderes. Mit den Leistungen sind wir zufrieden. Bemerkenswert ist natürlich die tolle Karriere von Jil und Damon’s Satelite, die in diesem Jahr voll durchgestartet sind in der Altersklasse U25, obwohl sie eigentlich noch bei den jungen Reitern mitmischen könnten.“

Der einzige „alte Hase“ im Teilnehmerfeld war Florine Kienbaum (Telgte), die mit ihrem Hannoveraner Doktor Schiwago (von Don Frederico) bereits zweimal Platz drei im Finale des Piaff-Förderpreises belegt hatte (2015 und 2016). Diesmal wurde es der Silberrang mit 70.160 Prozent im Grand Prix vor Anna Magdalena Scheßl (München) und Biedermeier (von Belissimo M), die 68.680 Prozent erreichten.

Stellvertretend für alle Teilnehmer ergriff die viertplatzierte Lena Gundlage während der Siegerehrung das Wort: „Für uns geht hier eine wunderschöne Saison zu Ende. Wir durften in dieser Serie wertvolle Erfahrungen sammeln, dafür gilt unser besonderer Dank der Liselott Schindling Stiftung, stellvertretend Dr. Evi Eisenhardt. Ebenso bedanken wir uns bei den Bundestrainern, die uns stets mit Rat und Tat zu Seite stehen, und unseren Eltern, die mit uns durch die Weltgeschichte reisen, um solche Momente möglich zu machen.“ jbc

Alle Ergebnisse aus Stuttgart finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/lite/2018/1514/html/en/longinestiming/resultlist_19.html

Mehr über den Piaff-Förderpreis erfahren Sie hier: www.pferd-aktuell.de/dressur/piaff-foerderpreis

Stuttgart German Masters im Fernsehen:

Samstag, 17. November, 15.45 Uhr – Weltcup Gespannfahren und Zusammenfassung German Master der Springreiter

Sonntag, 18. November, ab 16 Uhr: Der Große Preis von Stuttgart, Weltcup der Springreiter live

Außerdem überträgt ClipMyHorse.TV aus der Schleyer-Halle.