Devos dominiert beim LGCT Grand Prix von Miami Beach

Pieter Devos und Claire Z, Sieger LGCT Grand Prix von Miami Beach Foto: LGCT / Stefano Grasso
Pieter Devos und Claire Z, Sieger LGCT Grand Prix von Miami Beach Foto: LGCT / Stefano Grasso

Der Belgier Pieter Devos gewann mit seiner elf Jahre alten Zangersheide-Stute Claire Z den Großen Preis von Miami Beach bei der dritten Etappe der Longines Global Champions Tour (LGCT) im Stechen (0/37,38) hauchdünn vor dem Niederländer Harrie Smolders auf DON Z (0/37,42) – ebenfalls ein Zangersheide-Hengst – und der Schwedin Malin Baryard-Johnson (0/38,48) mit ihrer belgisch gezogenen Stute Indiana. 

Die Zuschauer sahen am Strand von Miami Beach ein atemberaubendes Stechen von acht Reitern mit ihren Pferden: Vier Paare waren mit einer Zehntelsekunde Abstand ins Ziel gekommen, die Vorjahressiegerin Edwina Tops-Alexander hätte zeitgleich Pieter Devos gewonnen, doch ein Fehler verhinderte ihren dritten Erfolg.  Daniel Deusser (GER) und Scott Brash (GBR) waren noch schneller, doch jeweils zwei Abwürfe warfen sie zurück auf die Plätze sechs und sieben.   

 Pieter Devos ist nun der Führende in der Gesamtwertung der weltweit höchst dotierten Serie im Springsport. “Hier findet Sport auf höchstem Niveau statt und ich habe immer das beste Gefühl dabei. Ich bin sehr glücklich, hierher zu kommen. Das Gefühl, die Arena zu betreten und dabei das Meer zu sehen, ist super. Es sind die besten der Welt hier, und deshalb bin ich so glücklich mit meiner Stute.” 

 Die Reiter nutzten die dritte Etappe der LGCT zur Familienzusammenführung während der Osterferien. Morgens ging es an den Strand, nachmittags wurde der Mama (Georgina Bloomberg) oder dem Papa (Christian Ahlmann)  beim Sport zugeschaut. Auch Bill Gates und Bruce Springsteen saßen fröhlich im VIP-Bereich, um ihren Töchtern Jennifer und Jessica zuzusehen.  Am Reitplatz, der jährlich direkt  am Strand von Miami Beach für das Turnier aufgebaut wird, erhoben sich auch Badegäste und Sonnenanbeter in Bikini und Shorts von der Liege, um direkt am Atlantischen Ozean  Springsport live und ganz nah zu erleben. 

Jan Tops, Gründer und Präsident der LGCT sagte über die spektakuläre Lage des Turnierplatzes: “Es ist wichtig für die  LGCT, im amerikanischen Markt präsent zu sein. Amerika ist eine große Pferde-Nation.  Dies hier ist ein pulsierender Ort. Darum geht es bei der Tour, jede Woche ist es anders. Wenn man die Serie gewinnt, bist du ein alles könnender Champion.”    

Dritte Etappe Global Champions League

Hochspannend machten es die Teams bei der dritten Etappe der Global Champions League. Die Reiter wagten viel, um nach der ersten Runde am Vortag in der abschließenden Runde zwei einen Platz auf dem Podium zu ergattern. An Tag zwei wird in umgekehrter Reihenfolge gestartet, die Führenden betreten die Arena als letzte.

Fehler durften keine mehr gemacht werden, nachdem die Berlin Eagles (Malin Baryard-Johnson/ Emil Hallundbaek) mit einer Doppel-Nullrunde und einem Endergebnis von acht Punkten die nachfolgenden Mannschaften schwer in Bedrängnis brachten. Sie sicherten sich damit Platz drei. Miami Celtics, das Heimteam  (Shane Breen/Michael Duffy) schaffte anschließend  ebenfalls die Doppel-Null und endete unter tosendem Applaus mit sechs Zählern.   MIt einem Vorsprung von lediglich drei Zeitfehlern starteten die St. Tropez Pirates (Athnina Onassis/Pieter Devos) als Führende in die zweite Runde. Ein fehlerfreier Ritt hätte den Sieg bedeutet. Doch ein Abwurf von Athina Onassis vereitelte den Sieg, ihr Kollege Pieter Devos blieb fehlerfrei – er rettete damit den zweiten Platz (sieben Punkte). Den Sieg holte sich das Heimteam, das dafür gefeiert wurde. 

In der Gesamtwertung liegen nun die Shanghai Swans (79) vor den St. Trope Pirates (60)  und den Miami Celtics (59) in Führung nach drei von 19 Etappen. 

In zwei Wochen gastiert die Serie in Shanghai.    

Alle Ergebnisse von Miami Beach: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2019/1623/html/en/longinestiming/index.html

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Stuttgart: Weitere Weltcup-Punkte für deutsche Springreiter

Longines FEI World Cup™ Jumping Stuttgart Winner Pieter Devos (BEL) riding Apart Photo FEI/LEANJO DE KOSTER
Longines FEI World Cup™ Jumping Stuttgart Winner Pieter Devos (BEL) riding Apart Photo FEI/LEANJO DE KOSTER

Stuttgart (fn-press). Für den Sieg im Großen Preis von Stuttgart hat es nicht ganz gereicht, dennoch dürfen sich die deutschen Springreiter über weitere Punkte für die Qualifikation zum Weltcup-Finale freuen. Die letzte Prüfung der German Masters 2018 in der Schleyer-Halle gewann der Belgier Pieter Devos vor dem für Österreich startenden Max Kühner und Christian Ahlmann (Marl).

Pieter Devos hatte ausreichend Zeit, sich die Fehler der anderen Reiter anzusehen und das Beste daraus zu machen. Der 32-jährige Belgier, Fünfter der EM 2017, startete als Letzter in das zehnköpfige Stechen des Großen Preises von Stuttgart. Mit seinem niederländischen Wallach Apart blieb er ohne Fehler und siegte mit Ruhe und Bedacht in einer Zeit von 49.05 Sekunden. Das war bei Weitem nicht die schnellste Runde, aber Max Kühner und Christian Ahlmann hatten es vorgemacht und gezeigt, dass diesmal eben nicht das Tempo der Schlüssel zum Erfolg war. Der gebürtige Bayer und für Österreich startende Max Kühner bildete mit seinem erst achtjährigen Wallach PSG Final (von Toulon – Cassini) das vierte Paar im Stechen. Sie blieben als erstes fehlerfrei und beendeten den Parcours nach 56.62 Sekunden. Bereits im zweiten Hauptspringen des internationalen Stuttgarter Hallenreitturniers, in dem es um den Titel German Master der Springreiter ging, war Kühner Zweiter geworden. Ein gelungenes Wochenende für den Sechsten der Weltreiterspiele 2018.

Mit Ruhe und Bedacht ging auch Christian Ahlmann seine Runde an. Er startete mit dem französischen Wallach Tokyo als vorletzter Reiter ins Stechen. Auch diese beiden blieben ohne Abwurf, konnten Kühners Zeit aber nicht unterbieten. Die Uhr blieb erst bei 57.68 Sekunden stehen. Das bedeutete wie schon im Vorjahr Rang drei für den Westfalen. „Ich hatte im ersten Umlauf schon Probleme damit, mein Pferd zu kontrollieren, deshalb habe ich mich kurz vorher entschieden, nicht volles Tempo zu gehen. Tokyo sprang super gut und sehr vorsichtig, da kam mir entgegen, dass das Stechen insgesamt nicht so schnell war. Ich wollte aber natürlich schneller reiten als Max und ärgere mich, dass es nicht gereicht hat. Aber mein Pferd hat trotz seiner geringen Erfahrung in solchen Parcours einen super Job gemacht und wir können zufrieden nach Hause fahren“, sagte Ahlmann nach dem Stechen. Dieser dritte Platz brachte ihm 15 Weltcup-Punkte ein. Bereits in Verona hatte er Ende Oktober elf Zähler gesammelt. Damit liegt er nun als zweitbester Deutscher auf Rang sieben des Weltcup-Zwischenrankings. Für den aktuell fünftplatzierten Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) gab es in Stuttgart zwar keine Punkte, er hatte aber schon zu Beginn der Saison in Oslo und Helsinki gepunktet.

Außer Ahlmann hatten es noch drei weitere deutsche Reiter ins Stechen des Großen Preises von Stuttgart geschafft: Für Christian Kukuk (Riesenbeck) und seinen westfälischen Hengst Colestus (von Cornet Obolensky – Stakkato) endete die Hoffnung auf einen Sieg an der Mauer, die bereits im ersten Umlauf vielen Startern zum Verhängnis geworden war. Sein Kollege aus dem Stall von Ludger Beerbaum, Philipp Weishaupt, startete wie schon 2017 mit der französischen Stute Asathir im Stuttgarter Weltcup-Springen. Der zweite Platz wie im Vorjahr wurde es diesmal nicht. Vier Strafpunkte in einer Zeit von 46.62 Sekunden bedeuteten Rang sechs.

Mit der kürzesten Zeit (45.53sec), jedoch mit einem Abwurf am vorletzten Sprung, beendeten Maurice Tebbel und der Westfalen-Hengst Don Diarado (von Diarado – Lord Lancer) den Parcours. Die beiden gehörten im September zum deutschen Bronze-Team bei den Weltreiterspielen in den USA. Der vierte Platz im Großen Preis von Stuttgart bescherte ihnen nun die ersten 13 Weltcup-Punkte dieser Saison. Bis zum Weltcup-Finale, das Anfang April im schwedischen Göteborg stattfindet, stehen für die Springreiter noch acht weitere Qualifikationen auf dem Programm. Bisher führt der Schweizer Steve Guerdat das Klassement an, der in Stuttgart Platz acht belegte. jbc

Alle Ergebnisse aus Stuttgart sowie das Weltcup-Zwischenranking finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2018/1514/html/en/longinestiming/index.html