Der Film zu Genf

WINNER OF THE ROLEX GRAND PRIX AT CHI GENEVA MARCUS EHNING RIDING PRET A TOUT
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Genf: Marcus Ehning springt zum Sieg

FN Logo (Herkunft: FN)
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Genf (fn-press). Das hoch dotierte Fünf-Sterne-Turnier in Genf endete mit dem Sieg von Marcus Ehning (Borken). Mit dem 15-jährigen französischen Wallach Pret a Tout verwies er die Konkurrenz im Großen Preis auf die Plätze und wurde mit einem Preisgeld von 400.000 Schweizer Franken (354.000 Euro) belohnt.

Der mit 1,2 Millionen Euro dotierte Große Preis von Genf gehört zur Turnierserie „Rolex Grand Slam“, die über vier Stationen (Aachen, Calgary, Genf und s’Hertogenbosch) führt. Bis zu zwei Millionen Euro Bonus (zuzüglich zum Preisgeld) kann derjenige Reiter gewinnen, der in allen vier Großen Preisen zum Sieg reitet. Marcus Ehning hat nun bei der nächsten Station im niederländischen s‘Hertgenbosch die Chance auf einen zweiten Triumph und eine Prämie in Höhe von 500.000 Euro. In Genf zeigte sein Partner Pret a Tout, dass mit ihm in schnellen Stechen immer zu rechnen ist. Elf der 40 Paare hatten den Umlauf fehlerfrei gemeistert. Ehning und der Fuchswallach spielten im Stechen ihre ganze Routine aus und beendeten den Parcours in fehlerfreien 38,41 Sekunden. Zu schnell selbst für den stets flotten Schweizer Steve Guerdat, der sein Championatspferd Albführen’s Bianca einsetzte. Die schwedische Stute benötigte 38,86 Sekunden – Platz zwei. Das drittschnellste Ergebnis erzielte der Ire Darragh Kenny. Er hatte den Wallach Balou du Reventon aus dem Zuchtgebiet Oldenburg International in 38,38 Sekunden über die Ziellinie gesteuert. Marcus Ehning war der einzige deutsche Reiter, der sich fürs Stechen qualifizieren konnten, Daniel Deußer (Mechelen) und Simone Blum (Zolling) hatten den Umlauf mit vier Fehlerpunkten beendet, bei Christian Ahlmann (Marl) waren es acht.

In die Platzierung war Daniel Deußer aber dafür im renommierten Springen „Top Ten Final“ geritten. In der vom internationalen Springreiterclub initiierten Prüfung der zehn besten Reiter der Weltrangliste belegte er mit dem Zangersheider Hengst Tobago Z den vierten Platz. Die Prüfung gewann Steve Guerdat mit dem niederländischen Wallach Alamo.   hen

Madrid: Daniel Deußer springt zum Weltcup-Sieg

Germany’s Daniel Deusser celebrates his second victory in the Longines FEI Jumping World Cup™ 2018/2019 Western European League series after coming out on top with Tobago in the sixth leg at Madrid in Spain today. (FEI/Lukasz Kowalski)
Germany’s Daniel Deusser celebrates his second victory in the Longines FEI Jumping World Cup™ 2018/2019 Western European League series after coming out on top with Tobago in the sixth leg at Madrid in Spain today. (FEI/Lukasz Kowalski)

Madrid (fn-press). Daniel Deußer (Mechelen/Belgien) gewinnt in Madrid sein zweites Weltcup-Springen der Saison 2018/19. Vor vier Wochen in Verona mit dem Wallach Calisto Blue siegreich, setzte der 37-Jährige nun in Spaniens Hauptstadt dem Zangersheider Hengst Tobago Z erfolgreich ein.

Tobago Z ist ein Pferd für schnelle Stechen. Das hat der zehnjährige Fuchshengst mit seinem Reiter Daniel Deußer schon mehrfach bewiesen. Auch im zehnköpfigen Stechen des Weltcup-Springens von Madrid legte das Paar die Spitzenzeit vor (46,73 Sekunden). Die Konkurrenz hatte keine Chance, selbst der für seine flotten Runden bekannte Schweizer Steve Guerdat musste passen. Mit der französischen Stute Ulysse des Forets überquerte er die Ziellinie in 47,12 Sekunden. Das drittbeste Ergebnis schaffte die Schwedin Irma Karlsson mit der belgischen Stute Isa van de Bisschop (48,28).

Daniel Deußers deutsche Kollegen Ludger Beerbaum und Marcus Ehning konnten sich im Weltcup nicht fürs Stechen qualifizieren, aber Ehning wurde am Turnier-Samstag als Sieger des Hauptspringens (1,50 Meter) gefeiert. Hier kam der von Familie Ehning selbst gezogene westfälische Hengst Funky Fred (v. For Pleasure) zum Einsatz. Ludger Beerbaum und die Holsteinerin Chiara v. Contender platzierten sich in dieser Prüfung an vierter Stelle.    hen

Barcelona: Deutsche Springreiter gewinnen Challenge Cup

Marcus Ehning war der Held der Stunde, als er mit Comme Il Faut am Sonnabend beim Finale des Longines FEI Nations Cup ™ Springen 2018 in Barcelona (ESP) den Challenge Cup für Deutschland gewann. (FEI / Jim Hollander)
Marcus Ehning war der Held der Stunde, als er mit Comme Il Faut am Sonnabend beim Finale des Longines FEI Nations Cup ™ Springen 2018 in Barcelona (ESP) den Challenge Cup für Deutschland gewann. (FEI / Jim Hollander)

Barcelona/ESP (fn-press). Schöner Abschluss beim Nationenpreisfinale in Barcelona: Die deutschen Springreiter haben am Samstagabend den sogenannten Challenge Cup für sich entschieden. Nachdem das Team von Bundestrainer Otto Becker am Freitag noch knapp das Finale der besten acht Mannschaften verpasst hatte, darf die deutsche Equipe nun doch noch mit dem Sieg im „kleinen Finale“ die Heimreise antreten.

„Das Beste draus machen“ – so hatte es Bundetrainer Otto Becker am Freitagabend angekündigt, als sein Team ganz knapp am Erreichen des Finales der besten acht Teams gescheitert war. Und seine Reiter machten am späten Samstagabend tatsächlich das Beste aus der Situation und gewannen den sogenannten Challenge Cup, das „kleine Finale“ im Rahmen des CSIO5* in der katalanischen Metropole. „Das war ein versöhnlicher Abschluss. Wir haben gestern schon vier gute Runden gesehen und waren am Ende unglücklich nicht unter den besten acht Teams. Heute haben alle noch einmal gekämpft. Das ist ein schöner Abschluss der Nationenpreis-Saison“, sagte Becker im Anschluss.

Philipp Weishaupt (Riesenbeck) und Asathir hatten mit einer fehlerfreien Runde den Auftakt für Deutschland gemacht. Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen) und Berlinda, die am Vorabend noch ohne Fehler geblieben waren, leisteten sich diesmal zwei Abwürfe und einen Zeitstrafpunkt. Dass dies am Ende das Streichergebnis blieb, dafür sorgten im Anschluss die Teamkollegen. Zwar ließen sich auch Maurice Tebbel und Chaccos‘ Son etwas zu viel Zeit im Parcours und verzeichneten zusätzlich vier Strafpunkte nach einem Fehler an der Mauer. Trotzdem lag Deutschland nach drei von vier Reitern mit fünf Strafpunkten in Führung.

Die einzigen Teams, die dem deutschen Quartett noch hätten gefährlich werden können, waren die Gastgeber aus Spanien sowie die USA. Doch der spanische Schlussreiter Manuel Fernando Saro gab nach mehreren Fehlern frühzeitig auf. Sein Team rutschte damit auf Rang vier ab (insgesamt 15 Strafpunkte). Somit konnte Marcus Ehning (Borken), der noch vor dem letzten US-amerikanischen Paar startete, den deutschen Sieg mit einer Nullrunde perfekt machen. Mit seinem westfälischen Hengst Comme il faut, Sohn von Ludger Beerbaums einstiger Spitzen-Stute Ratina Z, zeigte Ehning einmal mehr eine mustergültige Runde.

Die US-Amerikaner belegten mit insgesamt neun Strafpunkten Rang zwei vor dem Quartett aus Brasilien (10 Strafpunkte). Die erst 19-jährige Lucy Deslauriers, Schlussreiterin des Teams USA, steuerte mit ihrem Wallach Hester lediglich einen Zeitstrafpunkt zum Ergebnis bei. Dieses Ergebnis hatte kurz zuvor auch ihr Vater Mario Deslauriers erreicht, der übrigens für Kanada startet, das Platz fünf belegte (16 Strafpunkte).

Die acht bestplatzierten Teams der ersten Runde, die am Freitagabend stattfand, bestreiten am Sonntag ab 15 Uhr den entscheidenden Umlauf des Finales der traditionsreichen FEI-Nationenpreisserie. Die Teams, die sich am Freitag auf den Rängen neun bis 15 platziert hatten, durften im Challenge Cup noch einmal antreten. jbc

Die vollständige Ergebnisliste finden Sie hier: www.longinestiming.com/#!/equestrian/2018/1499/html/en/longinestiming/resultlist_4.html

Blum und Ehning bleiben im Mannschaftsfinale fehlerfrei

FEI World Equestrian Games™ Tryon USA

Tryon/USA (fn-press). Das deutsche Team der Springreiter um Bundestrainer Otto Becker mit Simone Blum und DSP Alice, Laura Klaphake und Catch me if you can, Maurice Tebbel und Don Diarado sowie Marcus Ehning und Pret A Tout hat Bronze bei den Weltreiterspielen in Tryon/North Carolina gewonnen. Nach einem spannenden Stechen um Teamgold kommen die neuen Mannschaftsweltmeister aus dem Gastgeberland USA. Schweden sicherte sich die Silbermedaille. 

„Ich habe immer gedacht, dass die Qualität bei uns da ist, aber die Erfahrung noch nicht. Wenn man die Bedingungen hier sieht, die schweren Anfordungen und die starken Nationen, ist es toll, dass wir hier Bronze gewonnen haben. Das ist unglaublich“, sagte Bundestrainer Otto Becker. „Wenn man sieht, wie die Jungs und Mädels hier gekämpft haben und zusammen gestanden haben, macht mich das super glücklich – erst recht, wenn wir am Ende mit einer Medaille belohnt werden.“ 

Nach einer Nullrunde von Simone Blum (Zolling) und DSP Alice, einem Abwurf von Laura Klaphake (Steinfeld) und Catch me if you can und fünf Punkten für Maurice Tebbel (Emsbüren) mit Don Diarado lag die ganze Hoffnung des deutschen Teams auf den Schultern von Marcus Ehning und Pret A Tout. Nur ein einziger Springfehler hätte das Medaillenaus für das deutsche Team bedeutet. Doch der Routinier aus Borken behielt die Nerven und machte den Bronzegewinn perfekt.

„Simone und Alice sind über alle drei Tage überragend gut gewesen. Laura hatte einen ärgerlichen Netzroller, ist aber genau wie Maurice heute sehr gut geritten. Marcus hat einen super Job gemacht. Aber auch unser fünfter Reiter, Hansi Dreher, hat zum Team gestanden, das ganze Team drumherum hat hervorragend zusammen gearbeitet. Das ist mir auch wichtig – nicht nur der Erfolg.“

Simone Blum und DSP Alice führen vor dem Finale am Sonntag die Einzelwertung an. Marcus Ehning und Pret A Tout liegen auf Rang zwölf, Laura Klaphake und Catch me if you can auf dem 22. Platz. Die besten 25 Paare aus den bisherigen drei Runden dürfen im Einzelfinale starten. Maurice Tebbel und Don Diarado sind mit Platz 44 nicht dabei. „Mit der Teammedaille ist für mich ein Traum wahr geworden. Ein weiterer Traum ist, dass wir am Sonntag nochmal starten dürfen. Das fühlt sich ganz unwirklich an. Es kommen noch zwei schwere Runden, aber Alice ist einfach unglaublich und ich hoffe, dass wir am Sonntag noch ein bisschen Glück haben. Klar ist Druck da und ich hätte mir vorher nicht unbedingt gewünscht als Führende in das Einzelfinale zu starten“, sagte Blum und fügte lachend hinzu: „Aber jetzt haben wir den Salat.“  

Mit dem dritten Platz bei den Weltreiterspielen haben sich die deutschen Springreiter nach den Dressur- und Vielseitigkeitsreitern ebenfalls auf direktem Wege für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert. Gleiches gilt für die deutschen Para-Dressurreiter, die Bronze in Tryon gewannen und damit an den Paralympics in Japans Hauptstadt teilnehmen dürfen.  

Alle Interviews der deutschen Reiter und ihre Runden im Parcours gibt es ab Samstagmorgen, 6 Uhr, im ClipMyHorse.TV WM-Studio, präsentiert von der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport zu sehen. Dort werden alle Höhepunkte des Tages zusammengefasst und sind kostenlos abrufbar unter watch.clipmyhorse.tv/WMStudio

Brüssel: Großer Preis für Marcus Ehning

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Brüssel (fn-press). Marcus Ehning (Borken) reiht derzeit Erfolg an Erfolg. Der Sieger im Großen Preis von Aachen Ende Juli gewann jetzt den Großen Preis von Brüssel. Mit dem westfälischen Hengst Comme il Faut ließ er der Konkurrenz im sechsköpfigen Stechen keine Chance und beendete den Kurs über drei Sekunden schneller als der Schwede Douglas Lindelöw.

Stephan Conter, Chef der belgischen Stephex Stables und Arbeitgeber von Daniel Deußer (Mechelen), hatte erneut zu einem CSI5* geladen – und viele der besten Reiter traten an. Der mit 300.000 Euro dotierte und von dem renommierten italienischen Parcourschef Uliano Vezzani gestaltete Große Preis stellte die Aktiven vor einige technische Herausforderungen. Nur sechs Reiter schafften eine fehlerfreie Runde, darunter mit Marcus Ehning und Daniel Deußer auch zwei deutsche. Im Stechen bewies der 44-jährige Borkener mit dem Hengst Comme il Faut, Sohn des Cornet Obolensky und der Ratina Z, dass ein hohes Tempo für sie kein Problem ist. Fehlerfreie 40,67 Sekunden reichten Ehning für einen wahrlich souveränen Sieg, der mit einem Audi A6 und Preisgeld (insgesamt 100.000 Euro) versüßt wurde.

Der Schwede Douglas Lindelöw ritt nach 44,11 Sekunden über die Ziellinie. Auch er war mit dem schwedischen Wallach Zacramento fehlerfrei geblieben. Einen Hauch langsamer war die US-Amerikanerin Lauren Hough mit dem KWPN-Wallach Waterford (0/44,52). Daniel Deußer steuerte Calisto Blue, einen Chacco-Blue-Nachkommen aus dem Zuchtverband Oldenburg International, auf Rang vier (0/45,41). Die übrigen deutschen Reiter Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Asathir, Christian Ahlmann (Marl) mit Clintrexo und Christian Kukuk (Riesenbeck) mit Lukas hatten jeweils einen Abwurf im Normalumlauf kassiert und den Einzug ins Stechen verpasst.

Marcus Ehning war nicht nur der beste Reiter im Hauptspringen, sondern gewann auch die wichtigste Prüfung des Turnier-Freitags, wiederum im Sattel von Comme il Faut. Auch in diesem Springen verdiente Ehning ein Automobil.   hen

Marcus Ehning im Interview

Marcus Ehning mit Comme il Faut Foto: Stefano Grasso /LGCT
Marcus Ehning mit Comme il Faut Foto: Stefano Grasso /LGCT

Berlin – Er hat gerade gleich zwei phantastische Siege gefeiert, nämlich im Nationenpreis und im Großen Preis von Aachen. Noch auf der Welle dieses Erfolgs ist Marcus Ehning in der Hauptstadt angereist, beim internationalen Fünf-Sterne-Turnier Global Jumping Berlin ist der Springreiter aus Borken zum ersten Mal. Wie sich Marcus Ehning nach der Aachener Turnierwoche fühlt, welche Pferde er in Berlin an den Start bringt und was er sich von seinen Auftritten im Sommergarten unter dem Berliner Funkturm verspricht, hat er uns im Interview verraten.

Nach so einem Turnierverlauf wie in Aachen, mit welchem Gefühl fahren Sie dann zum nächsten Turnier, also zum Global Jumping Berlin?
Marcus Ehning: Also, ganz ehrlich, ich glaube toppen kann ich das hier nicht, wenn ich die Form halten kann, wäre das schon überragend. Es ist ein anderes Turnier, andere Pferde, der Alltag holt einen schnell ein. Aber ich bin sehr motiviert. Mit Cornado NRW und Comme il faut habe ich tolle Pferde und hoffe, an die Leistung anknüpfen zu können.

Was charakterisiert diese beiden Pferde?
Marcus Ehning: Also, gemeinsam haben die beiden auf jeden Fall, dass sie denselben Vater haben, nämlich Cornet Obolensky, aber schon mal völlig unterschiedlich aussehen. Der eine ist ein großer Schimmel, der andere ein etwas kleinerer Brauner. Und die beiden Hengste sind auch in ihrer Art sehr verschieden. Aber es sind beides starke Charaktere, sehr selbstbewusst und einfach beides echte Ausnahmepferde – für mich persönlich gehören sie zu den besten Pferden der Welt.

Sie sind im Team Valkenswaard United, die im Ranking der Global Champions League an zweiter Stelle stehen, was haben Sie sich für Berlin vorgenommen?
Marcus Ehning: Wir sind hier mit Alberto Zorzi und Bertram Allen und haben uns einiges vorgenommen. Wir haben drei erfahrene Pferde dabei und werden dann von Runde zu Runde entscheiden, wer besonders gut drauf ist und auch, welches Pferd am besten mit diesem Platz zurechtkommt.

Wie viel Taktik steckt denn tatsächlich hinter den Einsätzen in der League?
Marcus Ehning: In erster Linie treffen wir die Entscheidungen im Sinne der Pferde und wollen das beste und fitteste Team an den Start bringen.

Wie teilen Sie sich denn ihre Saison ein, es stehen im September ja auch noch Weltreiterspiele in Tryon an?
Marcus Ehning: Klar ist die Saison lang, neben der Serien stehen ja auch noch Nationenpreise und andere Turniere an. Da muss ich die Pferde schon gezielt einsetzen und sie bei Laune halten. Tryon macht man sich da schon passend. Aber ich lass es auch ein bisschen auf mich zukommen. Ich hab da ja schon so einiges erlebt. Man darf letztlich nicht zu viel und nicht zu wenig mit den Pferden machen.

Die Longines Global Champions Tour und die Global Champions League touren durch die schönsten Städte der Welt, können Sie das genießen?
Marcus Ehning: In erster Linie finde ich es sehr wichtig und sehr gut, dass in der Hauptstadt ein Turnier stattfindet. Das ist auch durch die Tour eine absolute Bereicherung für Deutschland. Es ist auch schön, dass man sein eigenes Land nach außen repräsentieren kann, insbesondere in den Medien. 

Was gefällt Ihnen denn besonders an Berlin?
Marcus Ehning: Ich bin letztes Jahr nicht hier gewesen, also das erste Mal hier. Das Ambiente ist für die Zuschauer sehr angenehm. Der Platz ist überschaubar, da bekommt auch jeder wirklich alles mit, was im Parcours passiert. Ich lass das erstmal auf mich wirken und wir schauen mal wie es wird.

Haben Sie denn die Gelegenheit, sich auch in der Hauptstadt ein bisschen umzugucken?
Marcus Ehning: Gestern hatte ich eine Einladung, das war auch sehr schön, aber ich bin grundsätzlich nicht unbedingt der Sightseeing-Typ. Letztlich bin ich eben auch hier, um zu reiten. Aber wenn es zeitlich passt, versuche ich das schon. Die Auswahl an Turnieren der Tour ist wirklich groß und wir dürfen da reiten, wo andere im Urlaub hinfahren. Das ist schon etwas Besonderes.

Marcus Ehning siegt im Rolex Grand Prix: “Das bleibt für immer!”

Dem Sieger Marcus Ehning gratulieren Rafael Rolli, Geschäftsführer Rolex Deutschland GmbH, und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh. Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch
Dem Sieger Marcus Ehning gratulieren Rafael Rolli, Geschäftsführer Rolex Deutschland GmbH, und ALRV-Präsident Carl Meulenbergh. Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch

Was Marcus Ehning heute im Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2018 gezeigt hat, war nicht nur der Ritt zum Sieg. Es war eine Demonstration schönen Springreitens, Werbung für den Pferdesport und ein bisschen auch der Verdienst des „besten Publikums der Welt“, wie Ehning die Aachener bezeichnet.

Unter den 40 Paaren auf der Starterliste für den Rolex Grand Prix 2018 waren elf deutsche. Drei schafften es in den zweiten Umlauf: das Rolex Grand Prix-Siegerpaar 2016, Philipp Weishaupt und L.B. Convall, sowie die Nationenpreishelden Marcus Ehning mit Pret a Tout und Maurice Tebbel auf Chacco’s Son. Marcus Ehning musste als erster ran und lieferte schon hier einen fehlerfreien Ritt fürs Lehrbuch. Philipp Weishaupt und Convall hatten einen ärgerlichen Fehler gleich im ersten Drittel des Parcours. Maurice Tebbel und Chacco’s Son hatten einen perfekten Lauf und sahen schon wie das sechste Paar fürs Stechen aus. Doch am letzten Sprung traf Tebbel die falsche Entscheidung, analysierte Bundestrainer Otto Becker anschließend. Sein Hengst kam etwas zu dicht ans Hindernis, die Stange fiel. Aus der Rolex-Traum. 

Das Stechen

Da waren es nur noch fünf im Stechen. Außer Ehning, dessen bislang einziger Sieg im Großen Preis von Aachen zwölf Jahre her ist, noch der Ire Darragh Kenny auf Babalou, der Brasilianer Pedro Veniss auf Quabri de L’Isle, der Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat mit Bianca und die Vorjahres-Zweite Luciana Diniz auf ihrer Superstute Fit For Fun. Darragh Kennys Oldenburger Balou du Rouet-Tochter Babalou hatte ihren Reiter im zweiten Umlauf an der zweifachen Kombination gerettet, als der sich beim Anreiten verschätzt hatte und die Stute anscheinend 1000 Beine bekam, um sich über die Sprünge zu retten. Sie schaffte es. Aber im Stechen schien sie die Kraft verlassen zu haben: drei Abwürfe. 
Pedro Veniss und Quabri de L’Isle waren nach ihrem Sieg im Rolex Major von Genf 2016 als Anwärter auf den Rolex Grand Slam zum CHIO Aachen 2017 gereist. Sie konnten aber im Grand Prix nicht antreten, weil der Hengst sich während des Turniers verletzt hatte. Jetzt standen sie im Stechen und hatten die Chance, den Grand Slam erneut in Angriff zu nehmen. Das gelang: fehlerfrei in 41,62 Sekunden. Eine Zeit, die zu schlagen sein würde? Die Antwort gaben rund eine Minute später Marcus Ehning und Pret a Tout. 
Die beiden wurden mit frenetischem Applaus im Stadion begrüßt. Rhythmisch klatschend begleiteten die Aachener den Publikumsliebling an den Start. Womöglich hatte das einen Anteil am späteren Erfolg, denn Pret a Tout liebt die Aufmerksamkeit, verriet Marcus Ehning später: „Wenn er in den Parcours reinkommt und hört das Publikum, ist das ein Ansporn für ihn.“ Es hat gewirkt. Wie an der Schnur gezogen cruisten Ehning und der 15-jährige Selle Français-Wallach Pret a Tout über den Stechparcours – eben Ehning-Style: Unaufgeregt, einfach zügiges Galoppieren auf den kürzesten Wegen. Bei 38,34 Sekunden stoppte die Uhr. Aber noch war nichts entschieden.
Olympiasieger Steve Guerdat ist schließlich nicht gerade bekannt dafür, auf Sicherheit zu reiten. Und mit seiner schwedischen Balou du Rouet-Tochter Bianca hat er ein grundschnelles Pferd unter dem Sattel. Doch schon am dritten Oxer bekam die Stute eine Stange zwischen die Beine. 
Dann Luciana Diniz und Fit For Fun. Es gehört zum Ritual der beiden, dass sie im Schritt am hingegebenen Zügel zum Start reiten. Ein letzter Moment der Stille, der Konzentration. Im vergangenen Jahr waren sie schon Zweite. Nun wollten sie es wissen. Sie wussten, was zu tun war. Luciana Diniz: „Ich habe Marcus reiten sehen und mir vorgenommen, so mache ich es auch.“ Das klappte bedingt. Die Stangen blieben liegen. Aber an die Zeit von Pret a Tout kam Diniz‘ kleines Springwunder heute nicht heran: 40,96 Sekunden. Diniz trug es mit Fassung: „Ich bin sehr glücklich über Platz zwei. Und es gibt mir Motivation, es weiter zu versuchen.“

Ein Sieg für die Ewigkeit

Und Marcus Ehning? Der hat nun seinen Kindeskindern etwas zu erzählen: „Das ist eine Sache, die für immer bleibt!“ Ansonsten ist er eben ein echter Horseman: „Mein Dank gilt in erster Linie meinem Pferd. Er hat einen unglaublich guten Charakter und kennt seinen Job!“ Üblicherweise bedanken die erfolgreichen Sportler sich dann auch noch beim Sponsor, dank dem Marcus Ehning heute 330.000 Euro mit nach Hause nimmt. Er tat das auch, gab aber zu: „Da bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite bin ich Rolex sehr dankbar, dass sie das hier ermöglichen. Auf der anderen Seite fallen die Stangen an den Rolex-Hindernissen einfach viel zu leicht!“ Das nächste Mal kann er sein Glück an den grün-gelben Sprüngen versuchen, wenn er Ende September in Spruce Meadows als Anwärter im „Rolex Grand Slam of Show Jumping“ an den Start gehen sollte. Das hatte er eigentlich gar nicht geplant gehabt. Nun muss umdisponiert werden. Aber das hat Zeit. Jetzt wird erst mal dieser Erfolg genossen nach einem CHIO Aachen mit insgesamt 362.000 Zuschauern und fantastischem Sport. 

Unter den 40.000, die sich heute mit Marcus Ehning gefreut haben, war einer, der besonders mitgefiebert hat: Bundestrainer Otto Becker. „Ich gönne es Marcus! Er ist unheimlich wichtig fürs Team und war Donnerstag ein wichtiger Baustein“, spielte er auf den Sieg im Mercedes-Benz Nationenpreis an (dem dritten in Folge, jedesmal mit Marcus Ehning und Pret a Tout in der Mannschaft). „Außerdem macht er das mit dem Management der Pferde vom Allerfeinsten!“ 
Es soll ja Leute gegeben haben, die vor Aachen von einer Krise des deutschen Springsports gesprochen haben. Otto Becker: „Die Krise kann weitergehen!“ Zum Beispiel in Spruce Meadows beim nächsten Major des Jahres.

CHIO Aachen: Marcus Ehning und Pret a tout gewinnen Großen Preis

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Aachen (fn-press). Zum zweiten Mal in seiner Karriere hat Marcus Ehning den Großen Preis beim CHIO Aachen gewonnen. Nach seinem Sieg 2006 mit Noltes Küchengirl gewann der Borkener Springreiter in diesem Jahr mit dem französischen Wallach Pret a tout, mit dem er am Donnerstagabend bereits Teil des siegreichen deutschen Nationenpreis-Teams war.

Ehning und Pret a tout starteten nach zwei fehlerfreien Umläufen als vorletztes Paar ins Stechen und legten mit 38,34 Sekunden eine Zeit vor, die das letzte Starterpaar nicht mehr unterbieten konnte. Luciana Diniz aus Portugal blieb mit der Hannoveraner Stute Fit for Fun zwar ebenfalls fehlerfrei, war jedoch in 40,96 Sekunden deutlich langsamer.

Drei Deutsche hatten es in den zweiten Umlauf geschafft: Der 24-jährige Maurice Tebbel (Emsbüren) trat als jüngster Starter mit seinem Westfalen Hengst Chaccos‘ son an. Lediglich ein Fehler am letzten Sprung zerstörte seinen Traum vom Stechen. Der junge Springreiter blickt dennoch auf eine erfolgreiche Woche zurück, schließlich gehörte auch er zum siegreichen Nationenpreis-Team. Philipp Weishaupt (Riesenbeck) und LB Convall erreichten das Stechen mit vier Strafpunkten ebenfalls nicht. Somit war Ehning der einzige deutsche Vertreter im finalen Durchgang.

„Das ist etwas, das für immer bleibt. Davon werde ich hoffentlich noch den Kindern meiner Kinder erzählen“, sagte er nach seinem Sieg. „Meinem Pferd gefällt es hier in Aachen. Drei Mal in Folge hat er den Nationenpreis gewonnen, war im Großen Preis immer platziert und gewinnt heute. Das war einfach sein Tag.“ Bundestrainer Otto Becker lobte den 44-jährigen Routinier, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stelle und den jungen Reitern im Team Halt gebe. „Diese Woche war einfach unglaublich, die Atmosphäre war einmalig, und wenn dann noch die Erfolge dazu kommen, dann ist das einfach schön. Wir hatten einen schwierigen Start in die Saison, gewinnen dann hier den Nationenpreis und den Großen Preis – unglaublich. Ich gönne es Marcus, er hat das mehr als verdient.“ jbc

Alle Ergebnisse aus Aachen finden Sie hier: https://resulting.chioaachen.de/