Pferdezuchverbände: “Weidewirtschaft für Schaf, Rind und Pferd in Schleswig-Holstein muss möglich bleiben”

Nutztierhalter und Pferdezüchter sind zunehmend besorgt über die Folgen der Ausbreitung des Wolfes und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Tiere. Der Holsteiner Verband lädt daher zur Informations- und Diskussionsveranstaltung in die Fritz-Thiedemann-Halle ein. (Foto: Janne Bugtrup)
Nutztierhalter und Pferdezüchter sind zunehmend besorgt über die Folgen der Ausbreitung des Wolfes und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Tiere. Der Holsteiner Verband lädt daher zur Informations- und Diskussionsveranstaltung in die Fritz-Thiedemann-Halle ein. (Foto: Janne Bugtrup)

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland bewegt die Gesellschaft. Eine Herausforderung ist die Rückkehr des streng geschützten Raubtiers vor allem für Nutztierhalter. Aus diesem Grund laden die drei Pferdezuchtverbände zur Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Referenten ein am

Montag, 29. April um 19 Uhr

in die Fritz-Thiedemann-Halle des Holsteiner Verbandes

Westerstraße 93-95

23336 Elmshorn

Programm und Referenten

1. Situationsbeschreibung zum Wolf in Deutschland und in Schleswig- Holstein, 
Referent: Gregor Beyer, Forum Natur Brandenburg e.V.

2. Standpunkt zum Wolf vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Eingeladen: Minister Jan Philipp Albrecht

3. Einschätzungen der Jäger zum Wolf in Schleswig-Holstein
, Referent: Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein

4. Auswirkungen durch den Wolf auf die Weidewirtschaft in Schleswig-Holstein, 
Referent: Eingeladen Präsident Werner Schwarz, Bauernverband Schleswig-Holstein

5. Welche Versicherungsfragen und Antworten ergeben sich bei Wolfsrissen, 
Referent: Albert Ziegler, R+V Versicherungen Wiesbaden


6. Podiumsdiskussion mit Politikern der Landtagsfraktionen aus Schleswig-Holstein direkt vor der Europawahl

7. Offene Diskussion mit den Besuchern der Veranstaltung

Information und anschließend offene Diskussion stehen im Fokus der Veranstaltung, die für alle Halter von landwirtschaftlichen Nutztieren offen ist. Sowohl Experten und Verbandsvertreter, als auch Politiker der Landtagsfraktionen sind zu dieser Diskussion einen Monat vor der Europawahl eingeladen. Die Moderation und Leitung hat der Sprecher der Landespressekonferenz, Andreas Otto, übernommen.

Hintergrund zur Informations- und Diskussionsveranstaltung am 29. April

Der Wolf wird in Deutschland wieder heimisch. Laut Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) vom November 2018 leben in Deutschland 73 Rudel und 30 Wolfspaare. Damit sind die Zahlen im Vergleich zum November 2017 um 13 Rudel, bzw. 9 Wolfspaare gestiegen. Zudem werden auch residente Einzelwölfe erfaßt. Das Wolfsmonitoring und -management liegt in der Verantwortung der Bundesländer, unterstützt vom BfN. Das gilt auch für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen.

Vorhersagen hinsichtlich Bestandszunahme, Nahrungsauswahl, Menschenscheu, Weidetierschutz und Lernverhalten der Wölfe haben sich in den vergangenen Jahren häufig als unzutreffend erwiesen. Daraus resultieren Probleme und Schäden für Nutztierhalter, die auch Schleswig-Holstein längst erreicht haben und sich in weiter sinkender Akzeptanz für den strengen Schutz des Raubtiers Wolf ausdrücken. Aus diesem Grund bitten der Holsteiner Verband, das Pferdestammbuch als Organisation der Kleinpferde- und Spezialrassenzüchter, sowie der Trakehner Verband zur großen Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Politikern und Experten am 29. April in die Fritz-Thiedemann-Halle in Elmshorn.

Unbefriedigende Situation

Dabei steht für die Verbände, Landwirte und Hobbytierhalter keinesfalls eine Anti-Wolfstrategie im Mittelpunkt, sondern die Interessen des Wolfsschutzes und die der Tierhalter auszugleichen, um den sich verschärfenden Kollisionskurs zu beenden.

Die Situation für die Nutztierhalter unter den Richtlinien der EU und auch deren Umsetzung in Deutschland ist weitgehend unbefriedigend. Auch in Schleswig-Holstein sind massive Probleme bereits aufgetreten, jüngstes Beispiel sind Nutztierrisse im Landkreis Pinneberg. Für den Wolf GW 924m, der in Pinneberg Schafe gerissen und dafür stromführende und korrekt aufgestellte Schutzzäune überwunden hat, wurde durch das zuständige Ministerium in Schleswig-Holstein eine Abschußgenehmigung erteilt. Ein Maßnahme, die im Übrigen auch vom NABU ausdrücklich nicht in Frage gestellt wird. Die Umsetzung dieser Maßnahme stellt für die damit Beauftragten indes eine echte Herausforderung dar.

Kollision von Eigentumsrechten und Schutzinteressen

Der NABU und andere Verbände erhalten für ihre Arbeit erhebliche Mittel von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt, um sich für die Ausbreitung der Wölfe mit hoher Intensität einzusetzen.

Damit wird allerdings auch massiv in die Eigentumsrechte der Tierhalter und Grundeigentümer eingegriffen. Es müssen Wege gefunden werden, die Probleme zwischen den Parteien sachlich auszudiskutieren. Die immer wiederkehrenden Erläuterungen aus Brüssel sind dabei wenig hilfreich. Auch Minister Jan Philipp Albrecht (MELUND), die Fraktionen und Ausschüsse im schleswig-holsteinischen Landtag müssen sich der Diskussion stellen, damit die Wut der ländlichen Bevölkerung nicht noch größer wird, die Konfrontation mit Wolfsschützern nicht eskaliert.

Der jetzige Zustand ist nicht akzeptabel. Das Eigentum und das Jagdrecht des Eigentümers bzw. Jagdpächters darf nicht angetastet werden. Es ist ganz und gar nicht hinnehmbar, dass z.B. Jäger sich fürchten müssen, wenn sie sich bereit erklären, Aufgaben zum Schutze der Tierhalter wahrzunehmen. Tierhalter andererseits müssen und werden akzeptieren, dass der Wolf auch in der schleswig-holsteinischen, dafür eigentlich nicht geeigneten Kulturlandschaft ohne große Waldgebiete zu Hause ist.

Aber die Wolfsfreunde müssen auch akzeptieren, dass Wölfe, die besonders gefährlich für Mensch und Weidetier sind, von der Jägerschaft zu erlegen sind. Alle müssen erkennen, dass das Leben eines Tieres nicht mehr Wert ist als das eines anderen Tieres!

Drängende Fragen ohne Antwort

Für die Nutztierhalter – hier insbesondere die Schäfer – sind die Kosten und Mühen für Schutzzäune mit der Zunahme der Wölfe eine ganz besondere Herausforderung. Nicht zuletzt aufgrund der Haltungsform von Schafen, die u.a. für den effektiven Deichschutz unverzichtbar sind. Aber auch auf Rinder- und Pferdehalter kommen ungeahnt große Herausforderungen zu. Das beginnt mit aufwändigen Schutzzäunen und endet bei der Frage der Folgen: Mit den Verhaltensänderungen durch verunsicherte oder gar traumatisierte Weidetiere nach einem Wolfsangriff müssen Nutztierhalter allein zurechtkommen. Dabei helfen weder die EU, die schleswig-holsteinische Landespolitik, noch ein Naturschutzbund.

Das Wolfskonzept kollidiert wesentlich auch mit Maßnahmen wie z.B. der extensiven Beweidung, die dem Naturschutz und der Biodiversität dienlich sein soll. Wie soll und kann Politik und Naturschutz diesen Konflikt lösen? Kein Nutztierhalter will und kann sehenden Auges seinen Tierbestand massiven Gefahren aussetzen.

Unbeantwortet blieben bislang Fragen, die sich aus den Folgen der Wolfsansiedlung ergeben:

Was passiert z.B. bei Unfällen durch in Panik geratene Pferde, Rinder, Schafe? Gibt es einen Versicherungsschutz für Tierhalter?

Was würde massiv veränderte Weide- und Nutztierhaltung für den Tourismusstandort Schleswig-Holstein bedeuten?

Und schließlich steht eine der größten Fragen überhaupt bislang völlig unbefriedigend beantwortet im Raum: Wie können ein intelligentes Raubtier und eine wolfs-unerfahrene Gesellschaft konfliktarm nebeneinander existieren?

Das Wolfsvorkommen in Deutschland konzentriert sich weiterhin auf das Gebiet von der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen. Zum ersten Mal seit der Ausrottung der Art in Deutschland vor mehr als 150 Jahren ist zudem ein Rudel in Bayern bestätigt. Die meisten Tiere leben in Brandenburg, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen. Prognosen besagen, das sich der Wolfsbestand ohne Jagddruck jährlich um ein Drittel erhöht. Das EU-Mitglied Frankreich hat bereits einen Maximalbestand festgelegt, bzw. einen Maximalzuwachs. Das Populationswachstum wird dort durch eine Abschußquote begrenzt.

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Große Party am 13. April in Elmshorn: 20. Geburtstag von Casall

Ein hoch erfolgreiches Paar: Casall und Rolf- Göran Bengtsson Foto: Janne Bugtrup
Ein hoch erfolgreiches Paar: Casall und Rolf- Göran Bengtsson Foto: Janne Bugtrup

Am Samstag, den 13. April 2019, wird Casall 20 Jahre alt, und die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH lädt Züchter, Fans und alle Interessierten herzlich nach Elmshorn ein.

Im Jahr 1999, am 13. April, wurde in Drelsdorf bei Wilfried Thomann ein Hengstfohlen von Caretino aus der Stute Kira XVII geboren. 20 Jahre später möchten wir somit den Geburtstag von Casall, eines der erfolgreichsten Sportpferde der Welt und ein Vererber der Extraklasse feiern.

Wir sind glücklich, dass Casall mit seinen 20 Jahren so fit ist und es ihm so gut geht. Und bekanntlich ist Glück das Einzige, was sich vermehrt, wenn man es teilt, deshalb würden sich Casall und das Team der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH über Ihren Besuch sehr freuen.

Den ganz besonderen Tag beginnen wir um 12.00 Uhr mit einer Führung durch den Hengststall. Hier bekommen Sie exklusiv einen Blick hinter die Kulissen. Im Anschluss folgt die feierliche Präsentation von Casall und das Wiedersehen mit seinen Wegbegleitern. Danach möchten wir Sie gerne zu einem gemütlichen Beisammensein – zu einem kleinen Snack und Getränken – einladen.


Für die Geburtstags-Gäste wird es eine Tombola mit interessanten Preisen geben. Gewinne wie Freisprünge von Casall & seinen Stallgefährten, VIP-Karten fürs Hamburger Derby sowie Sachpreise rund um das Pferd gibt es zu gewinnen.

Außerdem wird jeder Gast die Möglichkeit bekommen ein Erinnerungsfoto mit Casall zu machen. Diese Bilder werden Sie dann auf unseren Social Media Kanälen finden.

Natürlich steht Ihnen das Team der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH die gesamte Zeit für Ihre Fragen zur Verfügung, und Sie können auch die Gelegenheit nutzen, sich vor Ort unsere Hengste noch einmal zeigen zu lassen. Sprechen Sie uns gerne an.

Im Rahmen von Casalls Geburtstag hat sich die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH entschlossen, das Projekt „Pferde für unsere Kinder“ zu unterstützen. 20 Kindergärten bekommen deshalb ein Holzpferd und einen Lernkoffer zum Thema Pferd.

„Pferde für unsere Kinder“: 20 Kindergärten bekommen anlässlich des 20. Geburtstages von Casall ein Holzpferd und einen Lernkoffer zum Thema Pferd Foto: Janne Bugtrup
Janne Bug „Pferde für unsere Kinder“: 20 Kindergärten bekommen anlässlich des 20. Geburtstages von Casall ein Holzpferd und einen Lernkoffer zum Thema Pferd Foto: Janne Bugtrup

Welche Kindergärten die begehrten Preise erhalten entscheidet sich im Rahmen eines Malwettbewerbes.

Hengstpräsentation in Neumünster: Ein voller Erfolg

Sein großes Vermögen stellte der vierjährige Cornet Obolensky-Sohn Crack unter Christian Hess unter Beweis (Foto: Janne Bugtrup)
Sein großes Vermögen stellte der vierjährige Cornet Obolensky-Sohn Crack unter Christian Hess unter Beweis (Foto: Janne Bugtrup)

Ausverkauft war die Holstenhalle von Neumünster als sich die Hengste der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH vor Beginn der Zuchtsaison 2019 den zum Teil von weither angereisten Züchtern präsentierten.

Sie hatten die Qual der Wahl, denn die 32 Hengste, die sich unter dem Sattel, über dem Sprung oder sich wie die älteren Hengste an der Hand präsentierten, zeigten sich von ihrer allerbesten Seite. Die im November an gleicher Stelle gekörten Dreijährigen stellten unter Beweis, dass sie in wenigen Wochen gut gerüstet in den obligatorischen 14-Tage-Test gehen. Allen voran der zweite Reservesieger der Körung 2018, Keaton v. Kannan, der nicht nur außergewöhnlich gut sprang, sondern seine Bewegungsqualitäten bereits jetzt unter dem Sattel von Kimberly Hinrichs offenbarte. Für viele Zuschauer war das Parcoursspringen der Höhepunkt der Veranstaltung. Die Hengste wurden fachmännisch vom internationalen Springreiter Holger Wulschner an der Seite von Carsten Soestmeier und Norbert Boley, dem Geschäftsführer der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH kommentiert. Während die vierjährigen Hengste altersgemäß in einem Kurzparcours präsentiert wurden, präsentierten sich die älteren Vererber über einen „Turnierparcours“. Ziel für Unlimited v. Uriko (Reiter Jesse Luther), der Siegerhengst von 2016, Castle Creek v. Casall (Ebba Johannsen) und Catch v. Colman (Maximilian Gräfe) ist die Teilnahme am Bundeschampionat in Warendorf. Für Starts in der Youngster-Tour der sieben- und Achtjährigen bieten sich der famos springende Million Dollar v. Plot Blue, Barcley v. Baloubet du Rouet und Zuccero v. Zirocco Blue an. Während Million Dollar auf weitere Aufgaben von Ebba Johannsen im Elmshorner Hengststall vorbereitet wird, haben Barcley und Zuccero ihre Box bei Christian Hess bzw. Rolf-Göran Bengtsson bezogen. Der Casall-Reiter hatte zwei weitere Hengste mit nach Neumünster gebracht: Casaltino v. Casall, den Siegerhengst von 2013, und Crunch v. Clarimo. Casaltino wird in dieser Saison in internationalen Youngster-Prüfungen an den Start gehen, während Crunch mit diversen Platzierungen auf Global-Champions-Tour-Turnieren bereits „oben“ angekommen ist. Aus Holstein kommen auch immer wieder Dressurpferde, die von sich reden machen. Der bewegungsstarke vierjährige Goldball v. Goldberg, in gemeinsamen Besitz von Paul Schockemöhle und der Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH, entpuppte sich unter Mareike Peckholz als Kandidat für das Bundeschampionat in Warendorf. Dort war Clarksville v. Cascadello I im vergangenen Jahr in aller Munde gewesen und zeigte nun, kommentiert von Christoph Hess, dass er deutlich gereift ist und in diesem Jahr in Dressurpferdeprüfungen unbedingt ein Wörtchen mitreden will. Rainer Schwiebert war vom Helenenhof gekommen, um den ehemaligen Bundeschampion Catoo v. Con Air in einer Grand-Prix-Kür vorzustellen. Und last but not least waren da noch die beiden Sportheroen Casall v. Caretino und Clarimo v. Clearway, beide fantastisch aussehend, die sich dem Publikum frisch und fröhlich an der Hand von Marc Horns bzw. Uwe Benzin präsentierten. „Es war bedauerlich, dass uns die Zeit ein wenig aus dem Ruder gelaufen ist“, bilanzierte Norbert Boley nach der Präsentation. Mit den Hengsten war er aber sehr zufrieden: „Sie haben sich fast ausnahmslos hervorragend gezeigt“.

Ausgezeichnete Züchter

Anlässlich der Hengstpräsentation standen auch erfolgreiche Züchter, die sonst eher im Hintergrund bleiben, im Mittelpunkt. Die Holsteiner Verband Hengsthaltungs GmbH hatte für die Züchter der erfolgreichsten springbetonten vierjährigen und älteren Nachkommen ihrer Hengste nicht nur Preisgelder – 1000 Euro für Platz eins, 750 Euro für Platz zwei, 500 Euro für Platz drei, je 200 Euro für Platz vier bis zehn und je 50 Euro für die Plätze elf bis 50 – ausgelobt. Der Züchter des erfolgreichsten Nachkommen der jeweiligen Altersklasse erhielt einen Wanderehrenpreis, eine von der Künstlerin Heike Landherr geschaffene Statue von Casall, die im Holstenhallenrund feierlich übergeben wurde.

Vierjährige:

Wolfgang Bromberg, Handewitt (Cola von der Wiesharde v. Cassilano-Lorentin I– 254 Euro)

Fünfjährige:

Hans-Peter Petersen, Tating (Conquisto v. Clarimo-Quebec – 2353 Euro)

Sechsjährige:

ZG Marks/Muffels, Sommerland (Wild Wave v. Water Dance xx-Acobat II – 3075 Euro)

Ältere:

Anja Steen, Gießelrade (Cita v. Casall-Pik Ramiro – Platz 25 Weltrangliste)

Roland Metz ab März nicht mehr im Süden

Roland Metz (Hubert Fischer)
Roland Metz (Hubert Fischer)

Mit großem Bedauern haben die Gesellschafter der Süddeutschen Pferdezuchtverbände Vermarktungs GmbH die Kündigung ihres Geschäftsführers Roland Metz in Empfang genommen. Metz, der die Geschäftsführung der GmbH und der Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Pferdezuchtverbände Ende 2014 übernommen hatte, wird seinen Posten noch bis zum 28. Februar 2018 ausüben. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich freue mich auf neue Herausforderungen im Frühjahr, werde aber die Hengsttage des Deutschen Sportpferdes im Januar noch komplett abwickeln“, kommentiert Roland Metz seinen Aufbruch.

Metz (45), der das Metier Pferdevermarktung von der Pike auf lernte, u.a. als Bereiter im Haupt- und Landgestüt Marbach, mehrere Jahre im Auktionsteam beim Hannoveraner Verband stand und seine erste Vermarkterposition im Pferdezuchtverband Baden-Württemberg inne hatte, führte die Vermarktungs GmbH der fünf süddeutschen Verbände, die seit 2014 die gemeinsame Rasse des Deutschen Sportpferdes DSP züchten, hoch erfolgreich. Ab dem 1. März 2019 wird er Geschäftsführer der Holsteiner Vermarktungs- und Auktions GmbH werden.

„Wir werden in der kommenden Woche erste Gespräche führen, wie wir unsere Vermarktungs GmbH künftig aufstellen wollen und dann aktiv werden,“ kündigt der AGS-Vorsitzende Karl-Heinz Bange an. „Erst einmal läuft alles weiter, die Vorbereitungen für die 16. Hengsttage des Deutschen Sportpferdes auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem laufen bereits auf Hochtouren.“

Holsteiner Züchter des Jahres 2018

Der Züchter u. a. von Laura Krauts Zeremonie, Hans-Joachim Ahsbahs, ist Holsteiner Züchter des Jahres 2018 (Foto: Janne Bugtrup)
Der Züchter u. a. von Laura Krauts Zeremonie, Hans-Joachim Ahsbahs, ist Holsteiner Züchter des Jahres 2018 (Foto: Janne Bugtrup)

Holsteiner Kör- und Auktionstage in Neumünster

Die Holsteiner Kör- und Auktionstage in Neumünster vom 1. bis 3. November sind immer eine gute Gelegenheit, verdiente Persönlichkeiten rund um das Holsteiner Pferd in der Holstenhalle zu ehren und auszuzeichnen, so wie z. B. Hans-Joachim Ahsbahs. Die Ehrung findet am Samstag, 3. November, vor der Prämierung der Hengste gegen 14.30 Uhr statt.

Holsteiner Züchter des Jahres 2018: Hans-Joachim Ahsbahs

Der Holsteiner Züchter des Jahres 2018 heißt Hans-Joachim Ahsbahs.

Hans-Joachim“Jochen“ Ahsbahs ist einer, wenn nicht der profundeste Kenner der Holsteiner Pferdezucht. Diese Kenntnisse sind ihm in die Wiege gelegt worden, denn sein Urahn, Ökonomierat Georg Ahsbahs war es, der 1883 das erste Holsteiner Gestütsbuch herausgegeben hat und als Begründer der organisierten Holsteiner Pferdezucht gelten kann.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat Jochen Ahsbahs seinen Betrieb in Bokel, der inzwischen von Tochter Deike geführt wird, von der Milchviehhaltung in einen modernen Dienstleistungsbetrieb für Pferdehaltung, Zucht und Ausbildung umgewandelt. Viele in- und ausländische Kunden haben dort ihre Stuten stehen, lassen sie dort abfohlen und den Nachwuchs gegebenenfalls anreiten und verkaufen. Bekannt geworden ist sein Betrieb auch durch den Einsatz von Weidehengsten. So stand z. B. der ehemalige Siegerhengst Literat v. Landgraf I aus dem Besitz des Holsteiner Verbandes zusammen mit den schwer tragend zu bekommenden Stuten auf der Weide. Der Erfolg – sprich die später geborenen Fohlen – sprach für sich. Jochen Ahsbahs‘ hippologisches Wissen ist europaweit gefragt. In Holstein gehörte er 30 Jahre der Körkommission, davon 20 Jahre als Vorsitzender, an. Als langjähriges Mitglied des Zuchtausschusses hat er die Erfolgszucht im Land zwischen den Meeren entscheidend mitgeprägt. Von vielen anderen Verbänden wurde Jochen Ahsbahs als Zuchtrichter eingeladen. U. a. war er beim europäischen Stutenchampionat in Brüssel und beim deutschen Fohlenchampionat in Lienen in der Bewertungskommission.

Mit seiner eigenen Zucht konnte Jochen Ahsbahs viele Erfolge feiern. So kam der Dressur-Mannschaftsolympiasieger von 1984, der von Uwe Sauer gerittene Montevideo v. Marlon xx, in Bokel zur Welt. Ein weiteres Erfolgspferd war der Quantum-Sohn Quintero, der unter Rolf-Göran Bengtsson etliche Weltcupspringen gewinnen konnte und inzwischen ein erfolgreicher Vererber ist. Und dann ist da noch Zeremonie v. Cero, die in diesem Jahr unter Laura Kraut zum siegreichen US-Team bei den Weltmeisterschaften in Tryon gehörte. Ihre ersten Erfolge im Parcours im Land zwischen den Meeren erzielte die inzwischen elfjährige Schimmelstute unter dem Sattel von Deike Ahsbahs.

Für seine Verdienste um die deutsche Pferdezucht ist Hans-Joachim Ahsbahs anlässlich seines 70. Geburtstages im August mit der Gustav-Rau-Medaille der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ausgezeichnet worden. 2016 ist er vom Holsteiner Verband mit der höchsten Auszeichnung, derGoldenen Ehrennadel, geehrt worden. Eine Krönung erfährt die erfolgreiche Zucht von Hans-Joachim Ahsbahs jetzt durch den WM-Erfolg von Zeremonie, für den er 2018 mit dem Titel ‚Züchter des Jahres‘ geehrt wird.

Holsteiner Kör-und Auktionstage – 16. Oktober:Trainingsauftakt der Reitpferde in Elmshorn

Captain Morgan, ein Halbbruder der aktuellen Mannschaftsweltmeisterin Zeremonie, kommt in Neumünster zur Versteigerung. (Foto: Janne Bugtrup)
Captain Morgan, ein Halbbruder der aktuellen Mannschaftsweltmeisterin Zeremonie, kommt in Neumünster zur Versteigerung. (Foto: Janne Bugtrup)

Elmshorn. Die Holsteiner Kör- und Auktionstage in Neumünster vom 1. bis 3. November werfen ihre Schatten voraus. Am 16. Oktober, 18.00 Uhr, zeigen sich die drei- bis siebenjährigen Aspiranten für die Elite-Reitpferdeauktion in Neumünster bei der offiziellen Trainingseröffnung in der Elmshorner Fritz-Thiedemann-Halle das erste Mal der Öffentlichkeit. Seinen Anspruch auf ein hochklassiges Auktionslot hat das Verkaufsteam des Holsteiner Verbandes einmal mehr in die Tat umgesetzt. Dafür sprechen nicht nur die Abstammungen der Auktionspferde, u. a. sind Casall, sein Sohn Cascadello I, Cassini I Crunch, Numero Uno oder Uriko mit Nachkommen im Auktionslot vertreten. Zum diesjährigen Auktionslot gehört auch ein von Centurion abstammender Halbbruder der aktuellen Mannschaftsweltmeisterin Zeremonie (Laura Kraut/USA). Alle Pferde sind hoch talentiert, verlässlich und bereit, in der bevorstehenden Turniersaison im Parcours eingesetzt zu werden. „Wir haben bei unserer Auswahl besonderen Wert auf das Leistungspotenzial gelegt, und ich denke, wir können den Kunden hoffnungsvolle Pferde, vor allem für den Springsport, anbieten“, sagt Verkaufsleiter Dr. Jörgen Köhlbrandt, der mit den Trainingsfortschritten seiner „Schützlinge“ sehr zufrieden ist. Bis zum 29. Oktober besteht die Möglichkeit, die Pferde nach Vereinbarung eines Termins in Elmshorn zu probieren und zu testen. 

Zeitplan Training  

Dienstag, 160.10.2018, 18.00 Uhr 

1. öffentliche Präsentation der Auktionspferde 

mit Ausprobieren der Pferde im Anschluss 

Vom 17. bis 29.10.2018

tägliches Training mit individueller Möglichkeit 

zum Ausprobieren. Beginn ab 9.00 Uhr

Ihren individuellen Trainingstermin vereinbaren Sie bitte direkt mit Dr. Jörgen Köhlbrandt, Tel.: +49 (0) 173 2416692

Chubakko neu bei Ludger Beerbaum

Christian Kukuk übernimmt die weitere Förderung von Chubakko (Foto: Lütteken/Riesenbeck International)
Christian Kukuk übernimmt die weitere Förderung von Chubakko (Foto: Lütteken/Riesenbeck International)

Mit Chubakko bezieht ein, sowohl sportlich als auch züchterisch sehr interessanter Nachwuchshengst seine Beschälerbox neu in Riesenbeck – und passt damit ideal zur Hengstriege der Ludger Beerbaum Stables. Der sehr athletisch aufgemachte schwarzbraune Holsteiner Connor-Colman-Contender-Sohn kam 2013 im Züchterstall von Wolfgang Söhner zur Welt und beeindruckte drei Jahre später bei seiner Körung in München-Riem mit unglaublich vermögendem Freispringen, sehr guten Reflexen und viel Übersicht. Von Andreas Ilg vierjährig in den Sport gebracht, gelangen Chubakko auf Anhieb Seriensiege in Springpferdeprüfungen der Klassen A und L. Seit August 2018 neu unter dem Sattel von Andreas Külp, gewann Chubakko u.a. die M-Springpferdeprüfung von Ellwangen deutlich mit 8,6.

Bei seinem 14-Tage-Test 2016 in Marbach und den beiden Sportprüfungen 2017 und 2018 jeweils in Münster-Handorf gab es für seinen Charakter, seine Leistungsbereitschaft , seine Rittigkeit und seine Springanlage Noten bis 9,0.

Neben dem Blick auf die ersten sportlichen Meriten lohnt sich bei Chubakko auch der Blick ins Pedigree. Sein Vater Connor entstammt der Anpaarung der Corrado I und II-Vollschwester Korrada S an den Weltklasse-Hengst Casall Ask. 2013 Holsteiner Springchampion der Siebenjährigen, sammelte Connor anschließend unter dem Franzosen Nicolas Delmotte Siege und Platzierungen in den internationalen Klassements von Fontainebleau/FRA, Chantilly/FRA und Lier/BEL. Zu seinen neun gekörten Söhnen gehören auch die beiden Holsteiner Reservesieger Coruscant und Christer. 

Chubakkos Mutter Waleska V, selbst in S*-Parcours platziert, geht auf die Holsteiner Leistungslinie 890 zurück, der u.a. besagter Global-Tour-Sieger Casall Ask/Rolf-Göran Bengtsson/SWE, der Team-Welt- und -Europameister Eurocommerce Berlin (Caspar)/Gerco Schröder/NED sowie die weiteren Hengste  Cesano I und II, Clarence I-III, Carentan, Capone I und II, Casaretto, der bis Inter I siegreiche Ringo Starr/Ludwig Zierer und die Sportpferde Conally/Markus Renzel und Crocodile Dandy/Alison Firestone/USA entspringen. Waleskas Vollschwester Conella brachte den Holsteiner Reservesieger Uno I und den ebenfalls gekörten Uno II. Der Muttervater Colman ist Vater des ebenfalls in Riesenbeck beheimateten L.B. Convall, mit dem Philipp Weishaupt die Großen Preise von Aachen und Spruce Meadows/CAN sowie DM-Bronze gewinnen konnte.

In dritter und vierter Generation folgen die Jahrhundertvererber Contender und Landgraf I. 

Zunächst über das Landgestüt Marbach im Deckeinsatz, stellte Chubakko aus seinen ersten beiden Jahrgängen zahlreiche prämierte Goldfohlen. So erhielt bei der Fohlenschau des Pferdezuchtverbandes Schwäbischen Wald in Schwäbisch Hall ein sehr sportives und sich elastisch bewegendes Hengstfohlen von Chubakko (M. v. Argentinus) den begehrten Perspektivpreis.