Bordeaux: Ludger Beerbaum Fünfter im Großen Preis

FN Logo (Herkunft: FN)
FN Logo (Herkunft: FN)

Bordeaux (fn-press). Im Weltcup-Springen von Bordeaux lief es für Ludger Beerbaum (Riesenbeck) nicht optimal, aber im Großen Preis einen Tag später ritt der 55-jährige Riesenbecker mit dem rheinischen Wallach Cool Feeling auf Platz fünf. Die Prüfung gewann die Französin Felicie Bertrand.

Neun Paare hatten sich im Großen Preis von Bordeaux fürs Stechen qualifiziert. Sie setzten weitgehend andere Pferde als im Weltcup-Springen ein, so auch Ludger Beerbaum. Am Vortag mit Casello am Start, bekam im Großen Preis der rheinische Wallach Cool Feeling seine Chance. Das elfjährige Pferd stammt übrigens von Cornado NRW ab, jenem Hengst, mit dem Marcus Ehning große Erfolge feierte. Beerbaums Zeit von fehlerfreien 38,34 Sekunden sollte für den Sieg allerdings nicht reichen – es wurde Platz fünf.

Allgemein überraschend ritt die international nicht so bekannte 36 Jahre alte Französin Felice Bertrand zum Sieg. Mit der 13 Jahre alten französischen Stute Sultane des Ibis v. Quidam de Revel galoppierte sie in unglaublich schnellen 35,88 Sekunden in Ziel. Platz zwei sichert sich der Ire Bertram Allen mit dem Holsteiner GK Casper (v. Cato) in fehlerfreien 36,11 Sekunden, Dritter wurde der Franzosen Simone Delestre mit Chesall Zimquest (0/36,61).

Hinter dem fünftplatzierten Ludger Beerbaum behauptete sich Vielseitigkeits-Ass Michael Jung auf Platz sieben. Mit der elfjährigen westfälischen Stute fischerChelsea v. Check In hatte er im Stechen einen Abwurf kassiert.    hen

Werbeanzeigen

Kendra Claricia Brinkop wollte den Großen Preis gewinnen – und machte das fast mit links

Wollte einfach mal den Großen Preis gewinnen - Kendra Claricia Brinkop Foto:RI
Wollte einfach mal den Großen Preis gewinnen – Kendra Claricia Brinkop Foto:RI

Kendra Claricia Brinkop hatte morgens noch gesagt, „ich würde gern mal den Großen Preis gewinnen“  – und nachmittags hat sie sich diesen Wunsch fast mit links erfüllt. Im Stechen der 15 Reiterpaare ließ sie mit der flotten Caramia den anderen keine Chance (0/36.62). „Ich finde, dieses Turnier hat sich von Jahr zu Jahr verbessert, es ist eine der am besten organisierten Reitveranstaltungen in Deutschland“, sagte sie überglücklich. 

Den zweiten Platz im mit 30 000 Euro dotierten Springen belegte Torben Köhlbrand auf Miss Bubbles (0/.37.66). Der dritte Platz ging an Christin Kukuk auf Colestus (0/37.84).   

Riesenbeck International lädt zum Turnier, und alle helfen mit: Neben den Veranstaltungsprofis ist da natürlich der Chef Ludger Beerbaum selbst, der organisiert, seine Schüler coacht, reitet – und nach dem Stechen um den Großen Preis von Riesenbeck vom neuen Pferd Cool Feeling springt und zum Auto spurtet, um den Flieger nach Peking zu erreichen, wo ein Lehrgang und ein internationales Turnier ansteht, welches Ludger Beerbaum mitorgansiert. Da sind sein Stallreiter Christian Kukuk, der noch eine Besuchergruppe durch den Parcours führt, beim Auf- und Abbau hilft, selbst nach dem dritten Platz im Großen Preis wieder – wie alle seine Kollegen – Hand anlegt. Und dann Philipp Weishaupt, morgens erst vom Nationenpreisfinale aus Barcelona zurückgekommen, mittags schon im Parcours hilfreich beim Abgehen. So ein Turnier will gestemmt sein, da helfen schließlich die kleinsten der Beerbaum-Familie mit. Töchterchen Mathilde sieht zwar nicht mal über die mittleren  Stangen der Sprünge, legt aber gefallene Stangen mit vereinten Kräften zurück ins Hindernis.

Riesenbeck International hat sich etabliert in der Turnierszene. Von Jahr zu Jahr wird an Verbesserungen gearbeitet, kurz vor dem Startschuss wurden wunderschöne Illustrationen  des Künstlers Riccardo Guasco  von Ludger Beerbaums sieben olympischen Einsätzen an die Wände gehängt. Sogar die sonst so drögen Reiter wussten dies zu würdigen. Beim Riesenbeck International  Businessclub fühlten sich geladene Gäste und Aktive am Samstagabend gleichermaßen wohl.

Im Mittelpunkt stehen aber die Pferde und Reiter und der Wunsch von Veranstalterseite aus, reichlich Gelegenheit zu bieten, reiten zu können.

Auch eine echte Prinzessin wie Sheika Latifa Al Maktoum aus den Vereinigten Arabischen Emiraten darf sich auf dem Pferd wie eine Königin fühlen. Mit ihren vier Pferden und einer kleinen Entourage im Schlepptau war die Reiterin beim Riesenbeck International Indoors** zum Auftakt der Hallensaison am Start. Und sie zeigte sich überglücklich vor allem über ihre sechsjährige selbstgezogene braune Stute Contessa de Beaufour von Diamant de Semilly. „Es ist so schön, wenn die eigene Zucht erfolgreich ist“, schwärmte die immer freundliche und fleißige junge Frau, die sehr schöne Ritte gezeigt hat.

Den Stolz auf den eigenen Nachwuchs hat die arabische Reiterin gemeinsam mit den Kollegen aus aller Welt. „Die eigene Zucht ist ´ne Wucht“, sagt Madeleine Winter-Schulze, die Besitzerin und Mäzenin der Beerbaum´schen Pferde immer gerne. Und wenn diese Pferde auch noch erfolgsversprechend auftreten und im Parcours glänzen, wie etwa der sieben Jahre alte Zampano Z (von Zandor Z) von Christian Ahlmann  kann es fast nichts Schöneres geben.

Ganz besonders schauen die Spezialisten an der Bande bei den Nachwuchspferden auf die Abstammung der Vierbeiner. Im Finale der Youngster gab es wirklich was zu sehen, und einige der Pferde geben ihren Reitern, Besitzern und Züchtern Hoffnung auf eine große Karriere.  Mit Daddy´s Destiny, einer sechsjährigen Stute von Comme il fault, gewann Kathrin Eckermann souverän (0/29.42) vor Richard Vogel auf Gut Neuenhof´s Columbo, einem sieben Jahre alten Westfalen von Cornet Obolensky (0/32.11). Auf den dritten Platz ritt Inga Czwalina mit dem 7 Jahre alten Quid (0/32.47), einem sieben Jahre alten Quick Fire-Sohn. 

Im nächsten Jahr werden einige dieser Talente schon bei den größeren mitlaufen dürfen, und die größeren von 2018 haben teilweise schon Tokio 2020 im Blick.