Spitzensport braucht die Amateure – Deutsche Amateur Meisterschaften an internationalem Veranstaltungsort

Auf Augenhöhe - die Reitsportler Ludger Beerbaum und Malte Laub (v.l.)          Foto: Tanja Becker
Tanja Becker Auf Augenhöhe – die Reitsportler Ludger Beerbaum und Malte Laub (v.l.) Foto: Tanja Becker

„Wir haben innerhalb einer Minute zugesagt, als es darum ging, die Deutschen Amateur Meisterschaften auszurichten“, erinnert sich Ludger Beerbaum. Sein Team von Riesenbeck International habe nur geprüft, ob die Meisterschaft in den engen Turnierkalender 2019 passt, dann war es klar. „Wir haben in zwei Wochen unser internationales Zwei-Sterne-Turnier. Schon daran kann man erkennen, dass es für uns hier sehr wichtig ist, Amateure, Breitensport und Spitzensport anzubieten. Das müssen wir auch pflegen, sonst steht der Spitzensport ohne Basis da.“ Worte, die der zur Eröffnungs-Veranstaltung angereiste Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Sönke Lauterbach, gerne hörte. Auch im Verband sei man inzwischen überzeugt von der zum dritten Mal ausgetragenen Meisterschaft, die sehr gut angenommen werde.

 Die 95 Reiterinnen und Reiter, die sich bundesweit für die Teilnahme an den Deutschen Amateur Meisterschaften in Dressur und Springen qualifiziert haben, kamen voller Vorfreude und auch Respekt in Riesenbeck an. Nach kurzem Staunen über die Gegebenheiten und den vielseitigen Möglichkeiten in der Halle, den Stallungen und den Außenplätzen waren die Aktiven gleich im Turniermodus.

Die Anforderungen sind bei den Dressurreitern in der ersten Qualifikation ein Prix St. Georges, in einem kleinen Finale haben die drei besten Paare zusätzlich die Chance, sich für das Kür-Finale am Sonntag zu qualifizieren. Für die Springreiter geht es über drei Wertungs-Prüfungen der Klasse S* ins Finale der besten 30 Paare, einem S*-Springen mit Stechen, das am Sonntagnachmittag ausgetragen wird.

Das Niveau der Reiter, die zwischen 26 und 66 Jahre alt sind, ist hoch: Tobias Ringelmann etwa war 1978 Bayerischer Meister der Springreiter, Katharina Kölz erreichte schon den dritten Platz bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften, Dressurreiterin Jessica Haag war fränkische Meisterin 2006.Interessante Karrieren stehen hinter den Pferdesportlern.

 Fast alle arbeiten tagsüber in ihren Berufen als Steuerberaterin (Simone Stegmaier, Baden-Württemberg), Kaufmann (Ingolf Horstmann, Bayern), Studentin (Carlotta Hassenbürger, Westfalen) oder Zahnärztin (Miriam Banse-Döhring, Rheinland), alle sind schon seit der Jugend im Reitsport aktiv, haben stets dem Hobby die Treue gehalten. 

Der 49 Jahre alte Malte Laub aus Chemnitz in Sachsen arbeitet als Immobilienwirt. „Zwischen 20 und 23 Uhr“ findet er Zeit für sein Hobby, zweimal im Monat fährt er zum Turnier. Er ist schon das dritte Mal – also von Anfang an – aktiv bei der DAM dabei. Er lobt in Riesenbeck die „super professionelle Infrastruktur auf der Anlage, die Reitplätze, Stallungen, das große Angebot an Parkplätzen und das angeschlossene Hotel“.

Im Gespräch mit Ludger Beerbaum wird sofort auf gleicher Augenhöhe gesprochen. Egal, ob Profi oder Amateur, die täglichen Anforderungen, Kosten- und Zeitaufwand sind Themen, die alle Pferdesportler berühren. „Manchmal stellt sich die Sinnfrage“, gibt der Amateur zu. Und der Profi sagt: „Das geht jedem so.“ Einig sind sie sich, dass alles vergessen ist, wenn die Arbeit mit den Pferden Früchte trägt, sei es bei der täglichen Arbeit, sei es beim Turnier.

Ludger Beerbaum erlebt dieses Miteinander und die Kommunikation aller Pferdesportler ständig.  „In Riesenbeck bieten wir bei jedem late-entry-Turnier in den Wintermonaten alle zwei Wochen zwei Amateur-Klassen. Tagsüber reiten die Profis, danach die Berufstätigen,“ sagt er. „Das kommt sehr gut an, diese Amateur-Prüfungen sind immer sehr schnell voll.“

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