Deutsche Reiter nach dem Gelände in Einzel- und Teamwertung auf Goldkurs

Ingrid Klimke (Foto: Thomas Ix/Luhmühlen)
Thomas Ingrid Klimke (Foto: Thomas Ix/Luhmühlen)

Nach einem fulminanten Geländetag bei den Longines FEI Eventing European Championships, konnten Michael Jung (-20,9) und Ingrid Klimke (-22,2) die deutsche Doppelführung halten. Auf den Bronzerang vorgearbeitet hat sich der Franzose Tibaut Vallette (-25,80), nachdem Laura Collett, nach der Dressur auf dem Bronzerang liegend, ihren Ritt nach einem Sturz im letzten Wasser frühzeitig beenden musste.

Am morgigen Finalsonntag wird Michael Jung mit fischerChipmunk FRH als Overnight Leader in die abschließende Entscheidung der Europameisterschaften in das Luhmühlener Stadion einreiten. Nach seinem Ritt vor begeistert applaudierenden Zuschauern war der sonst eher ruhige Reiter aus Horb geradezu beflügelt: „Chip ist so ein tolles Pferd, er ist fantastisch gegangen und es war ein großartiges Gefühl mit ihm dieses Gelände zu reiten. Schon bei dem ersten Minutenpunkt war ich vor der Zeit und konnte ihn von da an den gesamten Ritt über bremsen, weil er immer alles auf direktem Weg gesprungen ist und so toll galoppierte. Ich bin der fischer-Gruppe unendlich dankbar, dass ich dieses Pferd reiten darf.“

Auch Ingrid Klimke beendete ihren Geländeritt mit einem strahlenden Lächeln, fügte ihrem Dressurergebnis von -22,20 Punkten keine weiteren Strafpunkte hinzu und behauptete damit ihre Position auf dem Silberrang. Als letzte deutsche Starterin hat sich Klimke die Ritte ihrer Teamkollegen angesehen und sich durch diese motivieren lassen: „Ich habe Michis Ritt gesehen und mir gesagt ‚das will ich genauso machen‘. Der Plan ist voll und ganz aufgegangen und die Zuschauer haben uns vor heimischer Kulisse durch das Gelände getragen. Bobby und ich sind so ein eingespieltesTeam und er war schon auf dem Abreiteplatz total motiviert. Der gesamte Ritt hat einfach nur Spaß gemacht.“

Bei strahlendem Sonnenschein und tausenden Besuchern ging Andreas Dibowski als Pathfinder für das deutsche Team an den Start. Als dritter Starter des Gesamtfeldes lieferte der in Döhle beheimatete Reiter mit seiner Stute FRH Corrida eine sichere Runde nur wenige Sekunden über der erlaubten Zeit ab und rangiert nach dem Gelände mit -35,4 Punkten auf Platz 22. Mit seiner Runde legte er den Grundstein für die nachfolgenden Ritte seiner Teamkollegen: „Ich hatte einen ganz tollen Ritt durch einen fantastisch konzipierten Kurs. Die vielen, dicht aufeinander folgenden Aufgaben waren zwar sehr anspruchsvoll, ließen sich dabei aber sehr rhythmisch und flüssig reiten.“ Kai Rüder, vierter deutscher Teamreiter, hatte mit seinem Pferd Colani Sunrise zwar keine Probleme an den Sprüngen, verlor jedoch wertvolle Sekunden bei Unstimmigkeiten in der Startbox und liegt nach dem Gelände mit -41,80 Punkten auf Rang 36.

Der nach der Dressur noch auf Rang vier liegende Franzose Thibaut Vallette konnte sich durch eine blitzsaubere Runde mit seinem Pferd Qing du Briot ENE HN auf den Bronzerang vorarbeiten. Mit -25,80 Punkten rangiert er mit nicht mal Pferd war wunderbar, ich bin total happy und konnte alle Linien direkt reiten. Der Kurs ist sehr anspruchsvoll, für mein Pferd und mich war er perfekt!“einem Springfehler Abstand hinter Klimke: „Mein Pferd war wunderbar, ich bin total happy und konnte alle Linien direkt reiten. Der Kurs ist sehr anspruchsvoll, für mein Pferd und mich war er perfekt!“

Nach den fantastischen Ritten der deutschen Reiter liegt die gastgebende Mannschaft mit 14,3 Strafpunkten Vorsprung auf Goldkurs (-78,5). Dank zweier Nullrunden innerhalb der erlaubten Zeit von Oliver Townend und Piggy French, konnte das britische Team seinen Silberrang nach dem Gelände behaupten (-92,8). Damit liegen sie allerdings nur 0,8 Strafpunkte vor den auf dem Bronzerang rangierenden Franzosen (-93,6). Die nach der Dressur noch auf den Medaillenrängen liegenden Belgier, fehlte im Gelände da nötige Quäntchen Glück, so dass sie auf den siebten Platz in der Teamwertung abrutschten(-146,6).

Der rund 5.800 Meter lange Geländekurs von Mike Etherington-Smith erwies sich als selektiver Championatskurs, der sich trotz der vielen Aufgabenkomplexe hervorragend reiten ließ. Bereits nach dem ersten Viertel der Starter bestätigte sich der erste Eindruck der Fachleute: Ein sehr anspruchsvoller Kurs, der beherztes Reiten erforderte, dabei aber durch flüssig zu reitende Linien einladend und pferdefreundlich gebaut war. Insgesamt 18 Paaren gelang es im Laufe der Prüfung eine fehlerfreie Runde innerhalb der erlaubten Zeit ins Ziel zu bringen: „Ich bin begeistert was für einen tollen Job die Reiter gemacht haben und in unsicheren Situationen genau die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Wir haben heute Weltklasse Ritte und Pferde gesehen, die die ihnen gestellten Aufgaben fabelhaft gemeistert haben. Ich bin allerdings überrascht, dass so viele Paare innerhalb der erlaubten Zeit geblieben sind, damit hätte ich nicht gerechnet.“

Insgesamt konkurrieren bei den Longines FEI Eventing European Championships noch acht Nationen um eine Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo. Die besten Chancen auf die letzten beiden verbliebenen Qualifikationsplätze auf europäischen Boden,haben vor dem abschließenden Springen die Teams aus Italien (Rang 4) und Schweden (Rang 5), da sich die Teams auf den Medaillenrängen bereits qualifiziert sind. Bevor die verbleibenden 59 Paare in das abschließende Springen starten dürfen, müssen siezuvor das begehrte „fit to compete“ in der Verfassungsprüfung erhalten, welche um 9:00 Uhr vor der überdachten Tribüne beginnt.

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