WM Islandpferde: 14 Medaillen für deutsches Team

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Berlin (fn-press). Bei den Weltmeisterschaften der Islandpferde hat das deutsche Team 14 Medaillen geholt und führt damit den Medaillenspiegel vor Schweden (13) und Island (12) ab, wenngleich die Isländer die meisten Titel (7) für sich verbuchen konnten. Besonders erfolgreich im Pferdesportpark Berlin-Karlshorst waren die deutschen Reiter der Altersklasse Junge Reiter – Reiter bis 21 Jahre: Sie sicherten sich fünf Weltmeistertitel: im Töltpreis T1, im Viergangpreis V1, in der Viergangkombination, im Fünfgangpreis F1 und im Speedpass P2. Insgesamt wurden 18 Titel vergeben.

Alleine drei Goldmedaillen gingen an Franziska Müser aus Ratingen bei Düsseldorf mit ihrem 13-jährigen Hengst Spölur frá Njardvík. Das erfolgreichste Paar der deutschen Equipe gewann den Töltpreis T1, den Viergang V1 und die Viergangkombination. Auch Helen Klaas aus Lingen konnte mit ihrer schnellen 16-jährigen Schimmelstute Vif van’t Groote Veld bei den Jungen Reitern zwei Medaillen in den verschiedenen Passdisziplinen gewinnen, darunter den Weltmeistertitel im Speedpass sowie Silber für die Passprüfung PP1. Im Fünfgangpreis überzeugte Leonie Hoppe aus Ellringen bei Lüneburg mit ihrem Fylkir vom Kranichtal die Richter und gewann Gold, außerdem kam sie in der Fünfgangkombination auf den dritten Platz. Teresa Schmelter aus Münster mit ihrer Stute Sprengja frá Ketilsstöðum und Josje Bahl aus Marxzell-Burbach mit ihrem Hengst Sindri vom Lindenhof waren ebenfalls erfolgreich: Schmelter holte Bronze im Töltpreis und Bahl die Silbermedaille im Viergang.

In der Alterklasse der „Erwachsenen“, also Reiter, die älter als 21 Jahre sind, war Bernhard Podlech aus Marxzell-Burbach mit Keila vom Maischeiderland mit einer Silbermedaille im Töltpreis T1, einer Bronzemedaille im Viergang V1 und einer weiteren Silbermedaille in der Viergangkombination der erfolgreichste deutsche Teilnehmer. Ihm wurde außerdem der FEIF Feather Prize verliehen, mit dem der Weltverband FEIF einmal jährlich einen Reiter für sein gutes, harmonisches und federleichtes Reiten ehrt. Eine Silbermedaille in der Töltprüfung konnte Stefan Schenzel mit Óskadis vom Habichtswald aus dem niedersächsischen Ellringen erringen, er gewann zusätzlich eine Bronzemedaille in der Viergangkombination.

Im Islandpferdesport werden alle zwei Jahre in neun verschiedenen Disziplinen unter den weltweit besten Pferd-Reiter-Kombinationen die jeweiligen Weltmeister bei den Jungen Reitern und bei den Erwachsenen ermittelt. In diesem Jahr fand die Islandpferde-WM zum zweiten Mal nach 2013 wieder in Berlin statt. Neben dem sportlichen Aspekt ist die Islandpferde-WM auch alle zwei Jahre ein großes Familientreffen der Islandpferdeszene. Reiter aus 15 Nationen nahmen an der WM 2019 teil, wobei besonders die skandinavischen Länder mit großen Teams vertreten waren.

Die ursprünglich aus Island stammende Pferderasse begeistert eine immer größer werdende Fangemeinde durch ihren Charakter und die besonderen „Extra“-Gangarten Tölt und Rennpass. Fast 10.000 begeisterte Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe. Deutschland hat mit mehr als 55.000 Tieren nach Island die größte Islandpferdepopulation weltweit.

In den parallel ausgetragenen Zuchtwettbewerben konnte das deutsche Team weitere drei Medaillen erringen: Óðinn vom Habichtswald (v. Fannar frá Kvistum) aus der Zucht von Maria-Magdalena Siepe-Gunkel vom Islandpferdehof Habichtswald, vorgestellt von Frauke Schenzel gewann mit der Gesamtnote von 8,70 Gold bei den siebenjährigen und älteren Hengsten. Außerdem sicherte sich Schenzel mit Jódis vom Kronshof v. Viktor fra Diisa (Züchter: Lothar Schenzel, Dahlenburg) die Bronzemedaille in der Kategorie siebenjährige und ältere Stuten. Bei den sechsjährigen Hengsten konnten der Rappschecke Davíð vom Áland (v. Spóliant vom Lipperthof) und sein Reiter Þórður Þorgeirsson mit einer 8,43 den Silberrang belegen. Davíð vom Áland stammt aus der Zucht von Heidi Korsch aus Gammelsdorf. 

Die nächste Islandpferde-WM findet im August 2021 im dänischen Herning statt. IPZV/FN

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