Riesen-Sensation im 161. Henkel – Preis der Diana in Düsseldorf

Diamanta siegt unter Maxim Pecheur im 161. Henkel-Preis der Diana, Gr.1 (Foto: Marc Rühl)
Marc Rühl Diamanta siegt unter Maxim Pecheur im 161. Henkel-Preis der Diana, Gr.1 (Foto: Marc Rühl)

Eine der größten Sensationen in der Geschichte des Henkel – Preis der Diana – German Oaks ereignete sich am Sonntag vor 20.000 Zuschauern bei der 161. Auflage auf der Galopprennbahn in Düsseldorf: In diesem mit 500.000 Euro dotierten 2.200 Meter-Highlight für dreijährige Stuten innerhalb der German Racing Champions League triumphierte die von Champion Markus Klug für das Gestüt Brümmerhof trainierte 24,5:1-Außenseiterin Diamanta mit Jockey Maxim Pecheur und kletterte auf den Stuten-Thron.

Die Maxios-Tochter, im Juni Zweite im BMW Preis auf dieser Bahn, aber anschließend im Diana-Trial in Mülheim ohne Chance, war von den Wettern sträflich unterschätzt worden. Doch die erste Diana-Gewinnerin für Markus Klug und Maxim Pecheur erwischte im Gegensatz zu einigen anderen Kandidatinnen im 13er-Feld einen Traum-Rennverlauf und stand schon deutlich vor dem Ziel als Siegerin fest. 300.000 Euro Siegpreis wandern auf das Konto von Gregor und Julia Baum (weilten im Urlaub auf Sylt), die bekanntlich auch die frühere Wunderstute Danedream gezogen hatten.

Auch Diamanta, die nun beim fünften Start den zweiten Sieg markierte, stammt natürlich aus der Brümmerhofer Zucht. Aus Startbox eins gehörte sie sofort dem Vordertreffen an, während Ismene kurz nach dem Start ihren Reiter Filip Minarik abwarf. „Ich hatte einen Filmriss, kann mich an nichts erinnern“, schilderte der Jockey, der gottlob sofort wieder auf den Beinen war.

Nach dem Zwischenfall ging Mythica an die Spitze vor Diamanta innen, während Durance schon am Berg an die Spitze rückte, was vielleicht etwas früh war. Auf der Zielgeraden hatte die Favoritin kurz einen deutlicheren Vorsprung, bald griff Akribie an, doch dann tauchte Diamanta in bester Haltung auf. Die Riesenaußenseiterin stürmte unaufhaltsam an die Spitze und löste sich vor kämpfenden Gegnerinnen. Die Überraschung war perfekt, eindreiviertel Längen betrug der Vorsprung.

Siegjockey Maxim Pecheur erklärte: „Ich hatte genau das Rennen, das ich mir vorgestellt hatte. Wir waren kurz hinter der Spitze. Dass wir gewonnen haben, ist natürlich auch für mich eine große Überraschung.“

Trainer Markus Klug war natürlich hellauf begeistert nach seinem ersten Diana-Sieg: „Ich hatte immer gesagt, dass man die schwächere Form von Diamanta aus Mülheim nicht als Maßstab heranziehen sollte. Sie hatte heute ein ideales Rennen an dritter Position und ihre Klasse gezeigt. Ich freue mich sehr für die Besitzer. Sie hat eine Nennung im T. von Zastrow-Stutenpreis in Baden-Baden und im St. Leger, aber nach dem Sieg werden wir neu überlegen, was wir jetzt machen.“

Naida mit gewaltigem Endspurt

Mit gewaltigem Endspurt steigerte sich die ebenfalls kaum gewettete Naida noch auf Platz zwei. „Das war eine Super-Leistung. Wenn das Tempo nicht so langsam gewesen wäre, wäre ihr das noch mehr entgegengekommen. Aber ich bin beeindruckt, wie stark sie noch in Gang kam“, berichtete Trainerin Yasmin Almenräder.

Durance schien als Favoritin lange mehr als Rang drei zu erreichen, dann konnte sie nicht mehr zulegen. „Durch das reiterlose Pferd bin ich früh nach vorne gegangen, denn wir wollten ja nicht behindert werden, es war vielleicht etwas zu früh für die Stute“, sagte Jockey Andrasch Starke. Ähnlich sah es auch Trainer Peter Schiergen: „Sie kam zu früh an die Spitze, das hat am Ende gefehlt.“

Satomi als Vierte, die noch viel Speed zeigte, und Akribie, die lange prominent war und Fünfte wurde, komplettierten das Top-Ergebnis für Trainer Markus Klug. Donjah war bei ihrem Jahresdebüt als Sechste noch nicht zwingend genug, sie hätte sicher auch mehr Tempo benötigt. Die übrigen Kandidatinnen spielten keine Rolle mehr. Die Viererwette bezahlte 16.908,4:1 Euro.

Die German Racing Champions League wird bereits am Sonntag, 11. August in Berlin-Hoppegarten mit dem Longines Großer Preis von Berlin fortgesetzt.

Bristano düpiert die Favoriten im zweiten Grupperennen

Faustdicke Überraschung im zweiten Grupperennen, dem Fritz Henkel Stiftung-Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.400 m): Mit dem von Miltcho Mintchev in Köln für den bulgarischen Stall Litex Commerce trainierten dreijährigen Wallach Bristano (12,9:1) gewann der größte Außenseiter im sechsköpfigen Feld dieses Top-Ereignis.

Unter Filip Minarik packte der zuletzt in einem französischen Listenrennen auf Platz vier eingekommene, noch wenig geprüfte Dansili-Sohn von zweiter, dritter Stelle an der Innenseite mächtig an und wehrte den Favoriten Accon noch sicher mit einer halben Länge ab. Vor elf Jahren hatte die Mutter Briseida hier die 1.000 Guineas gewonnen.

„Die Leistung in Frankreich war schon gut, aber dort war die Distanz zu kurz, doch hatte ich kein passendes anderes Rennen. Bristano ist ein frisches, unverbrauchtes Pferd. Das Ziel ist nun der Preis von Europa in Köln“, erklärte Siegtrainer Miltcho Mitchev nach dem mit 32.000 Euro honorierten Triumph beim sechsten Start.

Jockey Filip Minarik fügte hinzu: „Ich wusste, wie sich das Rennen entwickeln, dass Oriental Eagle das Tempo bestimmen und viele Pferde nach außen tendieren würden. Ich saß auf dem besten Pferd. Bristanos Form war nicht verkehrt, und der Trainer hat immer an ihn geglaubt. Zuletzt war es zu kurz für ihn gewesen, und die Scheuklappen blieben heute weg.“

Accon sehr unglücklich

Sehr unglücklich agierte der Favorit Accon. Der Derby-Dritte wurde nach gutem Start aus der Reserve geritten, machte dann in der Gegenseite weit außen Boden gut, packte auf der Geraden groß an, doch ganz erreichte er Bristano nicht mehr. Immerhin raufte er sich knapp an dem an der Spitze nie nachlassenden Oriental Eagle (Trainer Jens Hirschberger: „Er kämpft jetzt wieder und dürfte sich bald ein solches Rennen schnappen. Vielleicht gehen wir nun in das St. Leger“) vorbei.

Markus Klug wirkte nach dem Ehrenrang von Accon sowie Platz vier des innen vom letzten Platz spät anpackenden Colomano und der außen nicht weiterkommenden Amorella sichtlich enttäuscht: „Ich habe nicht verstanden, dass meine drei Pferde im Schlussbogen nebeneinander gegangen sind.“ Accons Besitzer Holger Renz signalisierte: „Ich weiß nicht, warum er unterwegs zurückgenommen wurde.“ Nikkei fiel noch an den Schluss zurück.

TV-Übertragung bei Sky Sport News HD

Bilder der Top-Rennen des deutschen Galopprennsports werden auf Sky Sport News HD zu sehen sein. Der frei empfangbare 24-Stunden-Sportnachrichtensender von Sky wird von allen Champions League-Rennen zeitnah nach deren Abschluss Zusammenfassungen zeigen.

Live-Stream auf Sportdeutschland.TV

German Racing und German Tote arbeiten ab sofort mit Sportdeutschland.TV, dem Online-Sportsender der DOSB New Media GmbH, zusammen. Durch die Kooperation findet das gesamte Rennprogramm von German Tote – für 2019 noch ca. 650 Rennen – Eingang in die Übertragungen der Internetplattform, die für mehr Vielfalt in der digitalen Sportberichterstattung steht und erst kürzlich mit dem Deutschen Sportjournalistenpreis ausgezeichnet worden ist.

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