Maher siegt im Turkish Airlines-Preis von Europa

Sollte CHIO Aachen-Partner Turkish Airlines je auf die Idee kommen, ein Pferd als Werbeträger einzusetzen, Ben Mahers Explosion W wäre der richtige Kandidat für die Fluggesellschaft. Was die beiden heute im Parcours des Turkish Airlines-Preis von Europa demonstrierten, kann man als Flug zum Sieg bezeichnen. 

Dem Sieger gratulieren v.l. Ilker Kavas (Sponsorships and Publications Manager Turkish Airlines), Nurullah Dogan (General Manager Turkish Airlines Köln) und ALRV-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang "Tim" Hammer (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch)
CHIO Aachen / Michael Strauch Dem Sieger gratulieren v.l. Ilker Kavas (Sponsorships and Publications Manager Turkish Airlines), Nurullah Dogan (General Manager Turkish Airlines Köln) und ALRV-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang “Tim” Hammer (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch)

Es hatte etwas von Schwerelosigkeit, wie Ben Maher und sein erst zehnjähriger Chacco Blue-Sohn Explosion W über den wahrlich nicht einfachen Parcours im Turkish Airlines-Preis von Europa segelten. Parcourschef Frank Rothenberger hatte den Reitern unter anderem erstmals die gefürchteten überbauten Aachener Wasserhindernisse in den Weg gestellt. Für Explosion W kein Problem. „Aber für mich“, gab sein Reiter sich zerknirscht und erzählte: „Eigentlich wollte ich die Distanz auf neun Galoppsprünge reiten, aber es wurden acht.“ Was andere vor ein massives Problem stellen würde, löste Explosion auf seine Art: einfach ein bisschen kräftiger abdrücken. Auch im Stechen gab es nicht eine Sekunde, in der man die Luft anhielt, weil womöglich eine Stangenberührung drohen könnte. Mit gut und gerne 30 Zentimetern Luft zu den Hindernissen ließ Explosion eins nach dem anderen hinter sich. Nach 46,28 Sekunden war das Paar im Ziel, fehlerfrei versteht sich. „Er gibt einem das Gefühl, es gibt nichts, was er nicht könnte“, schwärmte sein Reiter. Deswegen wunderte es ihn auch kein bisschen, dass sein Wallach gleich beim ersten Start in der Aachener Soers an die Spitze sprang. 
Für seine kurzfristige Rechenschwäche im ersten Umlauf hatte Maher eine gute Erklärung: „Im vorangegangenen Springen war ich gestürzt und habe einen Tritt an den Kopf bekommen. Das hat meine Fähigkeit zu zählen wohl etwas beeinträchtigt“, scherzte er, versicherte aber: „Es sah schlimmer aus, als es war.“ Und nach seinem Sieg gehe es ihm ja ohnehin schon sehr viel besser … Mahers Fazit des Tages: „Wir wissen jetzt, worauf wir uns am Sonntag im Großen Preis einstellen können!“

Ein schwieriges Springen – die Meinung teilten auch Mahers Kollegen. Platz zwei ging an den Spanier Eduardo Alvarez Aznar auf seinem Paradepferd, dem 14-jährigen Selle Français-Wallach Rokfeller de Pleville Bois Margot, der aber schon zweimal in der Soers am Start war, also sowohl mit den Dimensionen des Platzes als auch mit den Hindernissen vertraut ist. Nach einem tollen achten Platz beim Weltcup-Finale in Göteborg hatte der l’Arc de Triomphe-Sohn einige Wochen Turnierpause. „Aachen ist sein viertes Außenturnier“, so Alvarez Aznar. „Er sollte hier so frisch wie möglich sein.“ Die Rechnung ging auf. Immer auf den kürzesten Wegen erreichte das Paar das Ziel ohne Fehler nach 47,08 Sekunden. 

Der Jubel bei den 27.000 Zuschauern im Springstadion war groß, als Daniel Deußer und sein Zangersheider Hengst Tobago Z fehlerfrei ins Ziel kamen und zwischenzeitig die Führung übernahmen mit ihren 47,71 Sekunden. Die Freude währte nicht lange, denn nach ihnen war die Reihe im Stechen an den späteren Siegern. Und dann zogen auch noch Eduardo Alvarez Aznar und Rokfeller de Pleville Bois Margot an ihnen vorbei. Trotzdem war Daniel Deußer hoch zufrieden mit seinem dritten Platz. „Tobago Z hatte aber einige Monate Pause und war im Deckeinsatz. In den letzten Wochen haben wir ihn wieder aufgebaut und Aachen ist das erste Saisonhighlight.“ 
Wenn er ans Stechen denkt, weiß Deußer, an welcher Stelle des Parcours er die entscheidenden Sekunden verschenkt hat: „Auf den letzten Sprung hätte ich auch einen Galoppsprung weniger machen können. Aber im Nachhinein ist es vielleicht ganz gut, dass ich das nicht gemacht habe.“ Damit spielte er auf den Sturz der US-Amerikanerin Laura Kraut an, die mit der Verdi-Tochter Fleurette bis zum letzten Hindernis noch auf Siegkurs war, dann aber völlig unpassend zu dem Oxer kam, eben weil sie den kürzesten Weg genommen hatte. Das Resultat war, dass Reiterin und Pferd zu Boden gingen. Aber beiden ist nichts passiert. Fleurette trabte Richtung Ausgang, Kraut verließ den Parcours ins Publikum winkend zu Fuß und erhielt tröstenden Applaus. 

Daniel Deußers Fazit vom Turkish Airlines-Preis von Europa 2019: „Ja, der Parcours war schwierig, aber wir hatten trotzdem elf Null-Fehler-Ritte und zwei Paare, die nur Zeitfehler hatten. Der Parcourschef hat sein Ziel also erreicht!“ 

#chioaachen

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