Jardy: Station 4, Tag 1

Thibaut Valett nach Tag 1 in Jardy in Führung (Foto: ERM)
Foto: ERM Thibaut Vallette nach Tag 1 in Jardy in Führung (Foto: ERM)

Der Lokalmatador reitet Qing du Briot ENE HN, einen auffälligen und erfahrenen Wallach, mit dem er bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 die Mannschaftsgoldmedaille gewann. Sie bekamen 23,2 Punkte, was ihrer eigenen persönlichen Bestmarke entspricht, die er 2017 am gleichen Standort erreichte. 

“Er ist ein sehr gutes Pferd für diese Prüfung”, sagt Thibaut, der mit seinem fünfzehnjährigen Olympioniken schon 2 Europameisterschaften und die Weltmeisterschaft bestritten hat. “Er hat ein sehr gutes Tempo und ist angenehm zu reiten. Es ist sehr schön, hier zu sein – ich war vor 2 Jahren schon einmal hier, und ich hoffe, dies hier ist unsere letzte Runde vor den Europameisterschaften diesen Sommer.”

Als ehemaliger Offizier ritt Leutnant Col. Vallette 2009 den legendären Cadre Noirin Saumur, wo er dann Qing du Briot übernahm, der im Besitz der Kavallerie ist. 

So konnte Thibaut mit 23,2 Punkten in Führung gehen; das gesamte Richterkollegium aus Eric Lieby, Christina Klingspor und Les Smith honorierten seine gezeigte Leistung sehr gern. Dies erhöhte enorm den Druck auf die folgenden Paare, die eigentlich auch alle guten Dressurreiter sind.

Eine dieser Paare, von denen erwartet wurde, dass sie die Rangliste anführen würden, waren Gemma Tattersall mit Quicklook V, die laut EquiRatings schon als Gewinner angesehen wurden. Quicklook – zu Hause bekannt als Princess Pebbles – erreichte eine Punktzahl von 25,1. Obwohl es nicht ganz ausreichte, um die Führung zu übernehmen, zeigt das doch die eng zusammen liegende Spitze.

“Sie kam ins Vorbereitungsviereck und hat mir fast die Arme rausgezogen – ich dachte mir: “Sorry, tu das nicht..”, lacht Gemma. “Sie dachte, sie wäre einfach besonders frech und aufsässig, aber wir konnten uns doch irgendwie einigen – wir verstehen uns mittlerweile wirklich gut, so konnte ich sie zurück in die Box bringen und dann wieder zurück zum Viereck.”

Pebbles’ ist am besten bei Sonnenschein und auf Sand, und wenn sie erstmal im Viereck ist, kann Gemma komplett auf ihre Olympionikin vertrauen. Nur ein kleiner Fehler in den fliegenden Wechseln verringerte ihre Note. 

“Sie kennt ihren Job sehr gut. Sie hat eine fantastische Leistung gezeigt – dieser Fehler beim fliegenden Wechsel war allein meine Schuld”, sagt Gemma.

Der Australier Bill Levett und sein unerschütterlicher Partner Shannondale Titangehören zu den beständigsten Paaren der ERM und zweifellos auch hier zur Konkurrenz. Heute lieferten sie eine persönliche Bestleistung in einer ERM-Etappe und erzielten mit 25,3 Punkten den bisher dritten Platz.

“Er ist jetzt sehr solide”, sagt Bill, dessen vierzehnjähriger Sohn Josh an diesem Wochenende auch sein internationales Debüt in Jardy gibt. “Es ist schön, mit dem Pferd zusammen zu wachsen, ich kenne ihn mittlerweile so gut. Er braucht nicht länger als zehn Minuten als Vorbereitung und er ist so ein tolles Pferd. Es ist schön, dabei zu sein – wir sind direkt unter den Führenden!”

Felix Etzel und Bandit 436 aus Deutschland schafften einen Balanceakt in der Arena; der aufstrebende Reiter erlaubte es seinem Pferd, sich in der pulsierenden Atmosphäre der Hauptarena zu präsentieren, ohne ihn übersprudeln zu lassen. Das Ergebnis war eine fast perfekte Vorstellung, die dem Paar eine Punktzahl von 25,4, den Over Night Platz 4 und das beste deutsche Resultat einbrachte.

“Er hatte in diesem Jahr schon einige gute Prüfungen und dies hier ist eine mehr”, sagt Felix über seinen elfjährigen Hannoveraner. “Im Vorbereitungsviereck war er angespannt und heiß, und am Anfang war er ziemlich nervös, aber ich habe ihn ruhig genug für die Dressur bekommen. Wie man nach dem letzten Halten unschwer erkennen konnte, ist er wirklich frisch und will vorwärts, also er ist für morgen hoch motiviert!”

Felix Vogg, Schweizer Superstar und ERM-Debütant, kam ebenfalls in die internationalen Top 5. Sein beeindruckender Test mit Colero brachte ihm eine Note von 25,8, was lange Zeit die Führung bedeutete. Jetzt ist er nur noch ein Zehntel vor den Sechsplatzierten Emily King mit Brookleigh entfernt. 

“Das hatte ich nicht erwartet – am Anfang war mein Pferd etwas schwierig, er hat vor der Kamera ein wenig gescheut”, so Felix. “Aber er gab sein Bestes und ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er kann eine wirklich gute Dressur gehen – das hat er schon ein paar Mal gezeigt. Aber mein Gefühl ist, dass er noch viel mehr kann. Ich sehe eine große Zukunft mit ihm.”

Hier klicken für alle Dressurergebnisse: hier 

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