Gireg le Coz holt Überraschungssieg in Jardy

Gireg le Coz gewinnt die ERM-Etappe in Jardy (Foto: ERM)
Foto: ER Gireg le Coz gewinnt die ERM-Etappe in Jardy (Foto: ERM)

Nach einem hitzigen Kampf auf den Siegerplätzen gestern waren die Ergebnisse auf einem historischen Tiefstand – die Top 20 waren alle nur 2 Springfehler voneinander entfernt. Somit gab es keinen Spielraum für Fehler für den heutigen Tag mit Springen und Gelände. 

Nur elf Reiter-Pferd-Paare konnten Null-Fehler-Runden innerhalb der Zeit abliefern, wodurch einige gut platzierte Paare die Ranglisten verließen und andere aufsteigen konnten. Zu den Ersteren gehörte leider der Deutsche Felix Etzel, der mit Bandit 436 zwei Fehler hatte und von Platz 4 auf Platz 20 rutschte. Die Neuseeländerin Jonelle Price kam beiihrer Jagd nach Serienpunkten mit einer Nullrunde innerhalb der Optimum Zeit mit Grovine de Reve von Platz 14 auf Platz 9.

Doch am Ende des Springens war die Führungsspitze nahezu unberührt: Der französische Leutnant Thibaut Vallette und sein Olympia-Partner Qing du Briot ENE HN mußten zu ihrer Dressurnote von 23,2 nur 1,6 Zeitstrafpunkte hinzu addieren und lagen damit weniger als 1 Sekunde vor der Zweitplatzierten Gemma Tattersall und Quicklook V.

Aber es gibt keine Gewissheit im Vielseitigkeitssport, und noch weniger in den rasanten, hochtechnischen Strecken der Event Rider Masters. Jardy’s Kurs zeigte klassisches französisches Design von Pierre Michelet – ein wahrer Meister von schweren und technischen Kursen. Er hatte einen regelrechten Go-Kart-Kurs erstellt mit Abfragen, die erst nach der Ziellinie aufhörten.

Die Zeit erwies sich als einer der einflussreichsten Faktoren des Kurses; 20 Reiter-Pferd-Paare kamen mit Null Fehlern nach Hause, aber nur 2 davon innerhalb der Zeit.

Einer von diesen Doppel-Nullern war der Franzose Gireg le Coz, der seinen 9jährigen Selle Français-Wallach Aisprit de la Loge erst zum 2.Mal auf diesem Level ritt. Sie waren das einzige Paar, daß die Prüfung mit ihrem Dressurergebnis beendete, so dass sie nach der Dressur vom 11. auf den 1.Platz aufsteigen konnten.

“Ich kann es gar nicht glauben”, sagt Gireg, der das Pferd in Arville, der ERM-Etappe im vergangenen Monat auf dem Niveau CCI4*-S debütierte und dort 6. wurde. “Mein Pferd war fantastisch, von der Dressur bis zum Gelände – er war so gut. Er ist erst 9 Jahre alt, aber er ist einfach so ehrlich.”

Diese Ehrlichkeit und die sorgfältige Vorbereitung des Pferdes erlaubten es dem Paar, einen schwierigen Moment im Wasser leicht zu bewältigen: “Ich hatte nicht den Schwung, den ich wollte, aber er war sehr ehrlich. Er fühlt sich jetzt viel erfahrener an und sucht nur so die Flaggen.”

Gireg nimmt einen Scheck über 18.000 Euro mit nach Hause und sammelt wertvolle Serienpunkte – in der Rangliste 2019 liegt er mit 51 Punkten auf Platz 4. Aber werden wir ihn dieses Jahr noch an weiteren Stationen sehen?

“Ja, jetzt glaube ich schon”, lacht er.

Nur ein paar wenige Strafpunkte verhinderten den Sieg der ERM-Championesse 2017 Gemma Tattersall und Quicklook V, die für ihren entschlossenen Ritt über Michelets Strecke nur 3,2 Zeitstrafpunkte kassierten.

“Die Strafpunkte waren wohl mein Fehler beim fliegenden Wechsel”, lacht Gemma, die in der gestrigen, ansonsten bemerkenswerten Dressur wertvolle Noten verlor, als sie für den Galoppwechsel nur eine 4 erhielt. “Sie hat dieses Wochenende eine großartige Leistung gezeigt, und ich bin so stolz auf sie. Es gab eine Menge Herausforderungen im Kurs, wirklich ehrlich zu sein. Gegen Ende des Kurses bescherte sie mir fast einen kleinen Herzinfarkt – weil ich aus irgendeinem Grund die Steuerung verlor, aber wir konnten doch noch zwischen den Flaggen bleiben!”

ERM Debütant Felix Vogg zeigte seine große Erfahrung und präsentierte seinen WEG Partner Colero. Seine stilistische, schnelle Runde brachte ihm nur 4 Zeitfehler zu den 25,8 Dressurpunkten.

“Ich denke, ich habe ein ziemlich gutes Pferd – es war sein erster großer Auftritt nach dem großen Event”, erklärt der Schweizer Reiter, der kürzlich nach dem Aufenthalt in den USA wieder nach Europa zurückgekehrt ist. Er und Colerobelegten beim Land Rover Kentucky CCI 5* in diesem Frühjahr den 6. Platz und beendeten damit erfolgreich ihre Zeit im Ausland.

Dennoch sagt Felix: “Ich habe nicht mit diesem Ergebnis gerechnet, als ich hierher kam – es gibt so viele gute Reiter und gute Pferde, also – ich bin sehr glücklich.”

Vorjahressieger Alex Bragg lieferte die andere Doppelnullrunde des Tages und wurde 4., diesmal auf dem beeindruckenden jungen Nachwuchstalent Alcatraz.

“Man braucht ein gutes Pferd, ein spritziges Pferd und sie müssen reell sein”, sagt er über Michelets Kurs, wo selbst so erfahrene Konkurrenten wie Tim Price und Sarah ‘Cutty’ Cohen zögerten. “Die Galoppsprünge werden so groß, wenn die Pferde schnell sind, aber man muss sie noch anpassen können, wenn man um die Ecke kommt. Ich bin begeistert von Alcatraz; fast mit dem Dressurergebnis zu beenden (abgesehen von der Sekunde im Springen) ist seine persönliche Bestleistung und ich freue mich sehr, wieder auf dem Podium zu stehen.”

Der schockierende Rückzug des Serienführers Chris Burton öffnete die Tür für ein neues Gesicht an der Spitze, und die Konkurrentin Jonelle Price übernahm erwartungsgemäß die Führung. Mit Grovine de Reve wurde sie 6., fügte 0,8 Zeitfehler vom Springen und weitere 2 vom Gelände hinzu, führt aber nun mit 7 Punkten die Serie an.

“Ich bin wirklich zufrieden mit dem Pferd”, sagt sie über ihren jungen Star. “Besonders bei einem so wettbewerbsfähigen Feld wie wir es hier haben, da zählt jede Sekunde. Er hatte einen heiklen Moment am 1.Wasser und brauchte eine kleine Ermunterung, aber er ist ein sehr reelles Pferd und ich bin sehr gespannt, wohin unsere Reise noch gehen wird.”

Chris Burton fällt in der Rangliste auf Platz 3 zurück, während sein Landsmann Bill Levett mit dem 9. Platz heute mit seinem ERM-Spezialisten Shannondale Titan auf Platz 2 vorrückt. 

Hier finden Sie die Endergebnisse und hier sehen Sie die Rangliste nach Etappe 4.

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