Eduardo Pedroza und der Derby-Favorit

Am Sonntag, den 7. Juli steht ein großes Jubiläum an: Das Deutsche Derby, unter dem Patronat von IDEE Kaffee, wird zum 150. Mal ausgetragen. Seit 1869 messen sich in Hamburg-Horn dreijährige Hengste und Stuten im bekanntesten und wichtigsten Galopprennen des Landes. Das Preisgeld beträgt 650.000 Euro, allein für den Sieger gibt es 390.000 Euro. Die Gruppe I-Prüfung über die 2.400m-Distanz ist natürlich Teil der deutschen Rennserie German Racing Champions League, denn hier werden wirklich Champions gemacht. Es ist der vierte von insgesamt elf Wertungsläufen.

Eduardo Pedroza (Foto: Marc Rühl)
Marc Rühl Eduardo Pedroza (Foto: Marc Rühl)

Der Favorit in diesem Jahr heißt Laccario, im Besitz und gezüchtet vom Gestüt Ittlingen, trainiert von Andreas Wöhler bei Gütersloh. Die weiß-roten Ittlinger Rennfarben triumphierten im Derby 1994 durch Laroche und 1993 durch Lando, dem Großvater von Laccario, sowie durch Tarim 1972. Bei einem Sieg kann sich Laccario an die Spitze der Champions League setzen und einen deutlichen Vorsprung zu French King und Itobo aufbauen.

„Eddie“ wartet auf ersten Derby-Sieg

Doch der Mann, der Laccario zum Sieg steuern soll, wartet noch auf seinen ersten Derby-Triumph. Mehrfach war Eduardo Pedroza, den viele nur „Eddie“ nennen, schon nah dran: Zwei Mal Zweiter, drei Mal Dritter in 16 Derby-Ritten seit 2000, bis auf einen alle für Andreas Wöhler. Im Vorjahr wurde er Dritter mit Royal Youmzain, doch besonders bitter war der zweite Platz auf dem haushohen Favoriten und späteren mehrfachen Gr.I-Sieger Novellist 2011. Pedroza wurde wegen der Niederlage zum Teil heftig kritisiert. Später stellte sich heraus, dass der Hengst im Rennen verschleimt war – ohne die Leistung des ebenfalls herausragenden Siegers Pastorius zu schmälern.

Der erste Eindruck war nicht gut

Der 1974 in Panama geborene Pedroza lernte sein Handwerk in seinem Heimatland, kam dann 1995 auf Vermittlung seines in Hamburg lebenden Onkels nach Deutschland. Der erste Eindruck war nicht gut: „Ich hatte noch nie Schnee gesehen und es war so kalt, dass ich am liebsten wieder nach Hause geflogen wäre“, erinnert er sich. Doch er lebte sich ein, 1996 wechselte er in den Wöhler-Stall und ist bis heute dort geblieben. Vier Jahre in Folge – von 2007 bis 2010 – wurde er Deutscher Championjockey mit den meisten Siegen.

„Er lässt sich steuern wie ein Auto“

Mehr als 1.500 Rennen hat er schon gewonnen, darunter viele große Rennen, zuletzt am Sonntag in Dortmund den Großen Preis der Wirtschaft (Gr.III) mit Potemkin für Mitbesitzer Klaus Allofs. Doch das Derby fehlt noch in der Titelsammlung. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich nie groß darüber nachgedacht, dass ich das Derby unbedingt gewinnen will“, sagt Pedroza. „Eher andere Rennen wie das Zukunftsrennen in Baden-Baden oder der Preis der deutschen Einheit. Es wäre natürlich aber schön und Laccario ist ein sehr gutes Pferd – ähnlich gut wie Novellist.“

Laccario sei sehr flexibel, könne von vorne gehen, aber auch auf Abwarten geritten werden. „Er lässt sich steuern wie ein Auto“, lobte Pedroza den Hengst nach dem überzeugenden Sieg im Union-Rennen in Köln, dem 3. Lauf der German Racing Champions League Mitte Juni. Diese Flexibilität dürfte ein großer Vorteil sein, denn das Derby mit maximal bis zu 20 Startern birgt stets eine Reihe von Überraschungen, auf die ein Reiter oft in Sekundenschnelle reagieren muss. Da wird auch die 150. Auflage wohl keine Ausnahme sein.

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