Deutsche HKM-Quadrillenchampionate: Doppelsieg für St. Hubertus Wesel-Obrighoven

FN Logo (Herkunft: FN)
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Versmold (fn-press). Titel verteidigt und Titel wieder geholt. Mit zwei Teams am Start gewinnt der Reitverein St. Hubertus Wesel-Obrighoven die Deutsche HKM-Quadrillenchampionate in der Kategorie Klassische Quadrille – als Titelverteidiger – und die Themen-Quadrille. Insgesamt waren sechs Teams bei dem Mannschaftswettbewerb am Start, der am zweiten Septemberwochenende in Versmold seine 31. Auflage erlebte.

Quadrillen sind die Leidenschaft der Rheinländer. Kein Quadrillenchampionat ohne Helmi Abeck. Die Mannschaftsführerin vom RV St. Hubertus Wesel-Obrighoven denkt sich seit Jahrzehnten eindrucksvolle Hufschlagfiguren und Choreografien aus. Fast immer bekommt sie zwei Quadrillen-Teams zusammen – immerhin werden die Quadrillen auf A-Niveau geritten. Diesmal konnte sie wieder zwei Achter-Quadrillen stellen. Während das Großpferde-Team – bestehend aus Elisa Abeck mit Cambion, Sophie Abeck mit Stina, Christin Buchmann mit Laurino, Jana Fischer mit Linus, Kerstin Lepperhof mit Shakiro, Kirstin Maiwald mit Cadeau Noir, Wiebke Orth mit Luz Crusados und Kira Stegemann mit Campione – bei den Klassischen Quadrillen im schwarz-weißen Turnieroutfit mit 16,8 Punkten siegte, machte sich die Nachwuchsarbeit mit einem Ponyteam bereits in der Themen-Quadrille bezahlt. Unter dem Motto „Kino“ tobten sich Carla Buchmann mit Duplex, Carina Fischer mit Chianti, Mats Hartmann mit Marlen, Hilde Kötter mit Jasmin, Celina Pörtner Pieper, Jonah Reiter mit Dexter, Soraya Schmäh mit Vogy Hillery und Kiara Szymkowiak mit Little Hero sowohl reiterlich als auch künstlerisch aus.

„Das war nicht nur toller Sport, den wir hier gesehen haben“, sagte Gisela Hinnemann, Mitglied im Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). „Es ist auch beeindruckend, was für teilweise hochkomplexe Figuren erfunden und wie gleichmäßig und synchron diese geritten und in Szene gesetzt wurden.“ Ein Ergebnis, das nur mit echtem Mannschaftsgeist möglich ist. „Und das ist auch das Besondere an Quadrillen. Jeder muss sich einordnen und auf die anderen achten, damit so etwas Schönes entsteht.“ Das Team besteht aber nicht nur aus den Reitern. Zum Team hinter dem Team gehört unter anderem einer oder mehrere, die sich die Figuren und die Choreografie ausdenken. Andere schneiden die Musik. Viele suchen und finden das Thema, das es hoffentlich noch nicht gab. Und wieder einer oder mehrere kümmern sich um die Gestaltung und Herstellung der Kostüme – für Reiter und Pferde. „Die Kostüme waren einfach wunderbar. Wieviel Liebe, Gestaltungswillen, Einsatz und Phantasie hier eingeflossen sind. Alles selbst gemacht und passend zum Thema und zur gewählten Musik. Das ist Wahnsinn“, sagte Gisela Hinnemann, die auch zur Jury für die Kostümwertung gehörte. Der Sieg ging hier an den bei den Themen-Quadrillen zweitplatzierten LRV Kalthof, der sein Thema „Fluch der Karibik“ optisch bestens in Szene gesetzt hatte.

Die Noten beim Quadrillenreiten setzen sich aus der A- und der B-Note zusammen. Steht bei der A-Note der reiterliche Wert im Vordergrund, so ist die B-Note quasi der künstlerische Wert der Darbietung. Bewertet werden hier neben Gehorsam, Losgelassenheit und Durchlässigkeit der Pferde, Sitz und Einwirkung der Reiter sowie Harmonie, Herausgebrachtsein und Zusammenpassen von Reitern und Pferden, die Choreografie der Quadrille. Das sind der inhaltliche Ideenreichtum, die Einteilung des Vierecks, die Linienführung und die Übereinstimmung der Bewegungsabläufe mit der Musik. Hinzu kommt der Gesamteindruck: die musikalische Untermalung und die disziplinspezifische Leistung. Bei der A-Note bewerten die Richter die drei Grundgangarten inklusive der Ausführung der Pflichtlektionen der auf A-Niveau gerittenen Quadrillen, Sitz und Hilfengebung der Reiter sowie das Gerittensein der Pferde – also Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Durchlässigkeit, Gehorsam.

Die Deutschen Quadrillenchampionate werden seit 1987 jährlich ausgetragen. Die Kategorie „Klassische Quadrille“ ist ganz traditionell ausgeschrieben. Das heißt, ein Team besteht aus vier bis acht Reitern, die Kleidung ist klassisch schwarz-weiß und die Musik passend zu den Gangarten und zur Bewegung der Pferde zu wählen. Anders in der Kategorie „Themenquadrille“: Die Vorführung kann unter ein durchgängiges Musikmotto gestellt werden, das durch Kostüme zusätzlich unterstrichen wird. Beide Quadrillen-Wettbewerbe werden auf A-Niveau geritten. Die Kostümbewertung wird durch eine Extra-Jury vorgenommen.

Ergebnis „Klassische Quadrille“
1. St. Hubertus Wesel-Obrighoven I, 16,8 Punkte
2. Münster-Sprakel, 16,5
3. LRV Kalthof, 15,4
4. St. Hubertus Wesel-Obrighoven II, 15,2
5. Kreisquadrille Gütersloh, 15,0 
6. Voxtrup, 14,9

Ergebnis „Themen-Quadrille“ 
1. St. Hubertus Wesel-Obrighoven II, 17,4 Punkte
2. LRV Kalthof, 16,8
3. Kreisquadrille Gütersloh, 16,3
4. St. Hubertus Wesel-Obrighoven I, 16,1 Punkte

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