Damen: Kristina Boe gewinnt mit Botschaft

Herr Wilfried Nellessen, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, die Siegerin Kristina Boe, Winnie Schlüter und ALRV-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang "Tim" Hammer (Foto: Michael Strauch)
Herr Wilfried Nellessen, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, die Siegerin Kristina Boe, Winnie Schlüter und ALRV-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang „Tim“ Hammer (Foto: Michael Strauch)

Kristina Boe voltigiert diese Saison in einer eigenen Liga. So siegte sie heute überlegen in der Damenkonkurrenz um den Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen 2018. Ausschlaggebend war die fantastische Kür, in der für die Hamburgerin nicht nur der sportliche Aspekt eine große Rolle spielt.

Mit 8,186 Punkten setzte sich die Unfallchirurgin Kristina Boe auf Don de la Mar an der Longe von Winnie Schlüter gegen die Konkurrenz aus dem eigenen Land durch: Sarah Kay wurde Zweite mit 7,927 Punkten vor Janika Derks, bei der am Ende 7,902 Zähler auf dem Konto standen. Neben den drei Erstplatzierten lieferte auch Corinna Knauf eine hervorragende Kür, mit der sie in der Endabrechnung Sechste wurde (7,688). Die Plätze dazwischen machten die Italienerinnen Anna Cavallaro (7,809) und Silvia Stopazzini (7,728) unter sich aus.

In ihrer neuen Kür hat sich Kristina Boe von der britischen Verhaltensforscherin Jane Godall inspirieren lassen, die im Afrika der 1970er-Jahre maßgebliche Erkenntnisse über das Verhalten von Schimpansen gesammelt hat und schließlich von der Beobachterin zur Aktivistin wurde, um sich für die Rechte der Tiere und die Umwelt einzusetzen. „Ich habe diese Kür schon lange im Kopf gehabt“, berichtete Kristina Boe nach ihrem grandiosen Auftritt, für den sie 9,862 (!) Punkte erhielt. „Ich fand die Idee schön, die positiven Botschaften dieser beeindruckenden Frau weitergeben zu können!“ Das ist ihr gelungen. Die Weltcup-Siegerin, die zuletzt 2016 beim CHIO Aachen siegreich gewesen war, turnte eine herausragende Kür, zu der Bundestrainerin Ramge vielsagend bemerkte: „Das war erwartungsgemäß!“ 

Training statt Party: Fredenbeck krönt Aachen-Premiere mit Gruppensieg

Spannend bis zur letzten Minute war die Entscheidung der Gruppen im Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen 2018. Am Ende setzten sich die Voltigierer von Fredenbeck I durch, die hier von null auf hundert durchgestartet sind.

Zum ersten Mal konnte sich Fredenbeck I für den CHIO Aachen qualifizieren. Allein das war schon ein Riesenerfolg für die Mannschaft um Longenführerin Gesa Bührig mit Viktor Brüsewitz, Kevin Greiner, Magdalena Holysz, Mirja Krone, Wienke Rademakers und Malte Möller. Nach der Pflicht am Freitag lagen sie in der Zwischenwertung an dritter Stelle. Heute kam es drauf an. So lange haben sie für diesen Moment trainiert. So mancher Geburtstag und manche Abi-Party mussten hinter dem Training zurückstehen, verriet Magdalena Holysz, die eine der Voltigiererinnen der ersten Stunde in Fredenbeck ist. Zusammen mit Longenführerin Gesa Bührig und Pferd Wizaro hatten sie und auch noch andere Mitglieder der Gruppe sich von der Klasse A, also der Basis, bis zum CHIO Aachen nach oben gekämpft. Heute war nun der große Tag.
Alles klappte. Die vielen Trainingsstunden – jetzt zahlten sie sich aus. Nach der finalen Hebefigur und dem letzten Abgang brach tosender Applaus los in der Aachener Albert-Vahle-Halle. Eine super Kür! Longenführerin Gesa Bühring fand zwar, es hätten wohl „alle Übungen geklappt, aber wir waren heute nicht so im Flow“, doch den Richtern hatte es offenbar genauso gefallen wie dem Publikum: Satte 8,689 Punkte gaben sie. Doch noch war alles offen. Zwei Mannschaften kamen noch, beide rangierten in der Zwischenwertung vor den Fredenbeckern. 

In Lauerposition hatten nach der Pflicht die Österreicher vom UVT Eligius auf Leokado an der Longe von Cornelia Trimmel gelegen. Sie turnten ihr Programm ohne große Patzer durch, aber nicht mit der Ausstrahlung, mit der die Fredenbecker in ihrer Kür zum Motto Faust das Publikum in ihren Bann gezogen hatten. 8,166 Punkte vergaben die Richter für die österreichische Mannschaft mit Theresa Tiel, Dominik Eder, Simone Bauer, Stefan Csandl, Chiara Christ und Isabel Fiala. 

Und dann kam die letzte Mannschaft, die Favoriten, das Team Norka des VV Köln-Dünnwald, das dank seiner Spitzenform in dieser Saison bereits gesetzt ist für die Weltreiterspiele in Tryon im September. Im vergangenen Jahr hatten die Kölner sich dem Team vom RSV Neuss Grimlinghausen knapp geschlagen geben müssen. Die Neusser waren dieses Jahr gar nicht am Start. Der Weg wäre also frei gewesen das Team Norka. Theoretisch. 
Doch ein dringendes Bedürfnis von Picardo an der Longe von Patric Looser machte den Kölnern einen Strich durch die Rechnung. Der Wallach legte mitten in der Kür einen Stopp ein, erleichterte sich, galoppierte zunächst im falschen Galopp an, ehe Patric Looser ihn zum Umspringen bewegen konnte. Das kostete Punkte. Bis dahin waren die Kölner super unterwegs gewesen. Und auch nach dem Zwischenfall turnten sie ihre Kür tapfer zu Ende. Doch das zweitbeste Ergebnis (8,173) reichte am Ende nicht, um die Fredenbecker in der Gesamtwertung abzufangen. Die siegten mit einem Endergebnis von 7,858 Punkten vor dem Team Norka (7,768) und dem UVT Eligius (7,624).

Hattrick für Thomas Brüsewitz im Preis der Sparkasse

Zum dritten Mal hintereinander sicherte sich Thomas Brüsewitz die Einzelwertung der Herren um den Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen. Kein Zufall!

Thomas Brüsewitz kommt gerne nach Aachen: „Definitiv mein internationales Lieblingsturnier!“ Kein Wunder! 2016 stand er hier ganz vorne, 2017 ebenso und 2018 wieder. Mit 8,219 Punkten setzte Brüsewitz sich gegen seinen ehemaligen Trainingskollegen und Mitbewohner Jannik Heiland durch (8,168). Dahinter reihte sich der aktuelle Weltcup-Sieger ein, Jannik Drewell (8,023). 

Den Grundstein für den Erfolg legte Brüsewitz mit einer super Pflicht, der ersten von insgesamt drei Prüfungen auf dem Weg zum CHIO-Titel Nummer drei und dem ersten Aachen-Einzelsieg mit Danny Boy an der Longe von Patric Looser. In der Technik wurde er Dritter, die Kür gewann er – mit gerade mal einem tausendstel Punkt Vorsprung vor Jannik Heiland. Brüsewitz erhielt 8,752 Punkte, Heiland 8,751 Zähler. Knapper geht es wirklich nicht! 
Aber jetzt müssen alle Beteiligten ihre Form erst mal abrufen, wenn es morgen um den Nationenpreis geht! Der ist allerdings nicht die einzige Entscheidung im Preis der Sparkasse , die für den Soerser Sonntag auf dem Programm steht beim CHIO 2018. Als erstes sind die Paare an der Reihe. Auch hier haben die Deutschen gut vorgelegt. Nach der heutigen ersten Runde führen die beiden amtierenden Weltcup-Sieger im Pas de Deux, Torben Jacobs und Theresa-Sophie Bresch, auf Holiday on Ice an der Longe von Alexandra Knauf mit 8,630 Punkten. An zweiter Stelle rangiert das italienische Duo Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupacchini auf Rosenstolz (Longe: Laura Carnabucci) mit 8,479 Zählern, gefolgt von und Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes auf Caram OE (Longe: Claudia Döller-Ossenberg-Engels), die aktuell 8,371 Punkte auf dem Konto haben. 

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