Vor dem CHIO Aachen-Start: Im Westen viel Neues

Gute Laune vor dem CHIO Aachen 2018 (v.r.): Carl Meulenbergh, CHIO-Maskottchen Karli, Marcel Philipp, Laura Klaphake, Sönke Rothenberger, Frank Kemperman und Prof. Dr. Jan Borchers. (Foto: CHIO Aachen/Holger Schupp)

Zahlreiche Neuerungen wussten die Organisatoren vier Tage vor dem Start des CHIO Aachen 2018 zu verkünden. Im sportlichen Bereich wie auch bei der digitalen Entwicklung des Turniers liegen spannende Tage vor Sportlern und Besuchern.

Das Pressegespräch zum CHIO Aachen 2018 begann mit einem nachdenklichen Moment. Carl Meulenbergh, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV) erinnerte an den verstorbenen Hans Günter Winkler. „Das Aachener Stadion war sein Wohnzimmer, wir werden diesen großen Sportsmann sehr vermissen“, so Meulenbergh. Das gilt auch besonders für das Aachener Publikum, denn „der CHIO Aachen ist bei aller Internationalität tief in der Region verwurzelt“, so der ALRV-Präsident. „Der CHIO bestimmt in diesen Tagen den Kalender“, schmunzelte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, der sich über die Strahlkraft des Turniers freut: „Das ist herausragend, auch wirtschaftlich. Vor allem aber ist der CHIO ein Volksfest, hier treffen wir uns alle.“

Durchaus selbstbewusst gaben sich zwei der größten deutschen Reitsporthoffnungen. Springreiterin Laura Klaphake (24) und Dressurreiter Sönke Rothenberger (23) schielen beide auf eine echte Innovation: Während Sönke die in Aachen für eigentlich unschlagbar gehaltene Isabell Werth besiegen könnte, setzt Laura Klaphake auf einen Platz in der Mannschaft und den dritten Sieg in Folge im Mercedes-Benz Nationenpreis. „Warum nicht?“, fragt sie. 2018 sei bislang super gelaufen, „und ich bin optimistisch, dass das auch bei meinem absoluten Lieblingsturnier Aachen anhalten wird.“ In der Dressur ging es in der jüngeren Vergangenheit eher um die Frage, wer wird Zweiter hinter Isabell Werth, die sagenhafterweise mit verschiedenen Pferden in der Weltrangliste die Plätze 1, 3 und 7 belegt. Doch im Mai bei den Deutschen Meisterschaften konnte Sönke Rothenberger den „FC Bayern der Dressurreiter“ bereits besiegen – warum nicht auch in Aachen? „Cosmo ist das wahrscheinlich beste Pferd der Welt“, so Sönke Rothenberger, „das wollen wir beim CHIO unter Beweis stellen.“

Doch die Konkurrenz ist riesig, nicht nur Sönke Rothenberger fordert Isabell Werth heraus. „Die Besten der Besten kommen nach Aachen“, wusste Turnierleiter Frank Kemperman. So haben auch die US-Amerikanerin und Weltranglistenzweite Laura Graves und Dänemarks Top-Reiterin Catherine Dufour (4. der Weltrangliste) zugesagt. Die Zahlen, die Frank Kemperman vorlegte, sind beeindruckend: 108 Stunden Sport gibt es beim CHIO Aachen 2018 (13. bis 22. Juli), 358 Athleten aus 28 Nationen kämpfen um die 2,7 Millionen Euro Gesamtdotierung. 1009 Pferde kommen nach Aachen, 400 davon für die Shows. Alleine an der Eröffnungsfeier werden 1000 Statisten teilnehmen, 1200 Mitarbeiter kümmern sich um den Ablauf des Turniers.

„Innovationen machen Tradition erst möglich“, sagte Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH (ART). Die Digitalisierung sei Teil der Gesellschaft und somit Teil des CHIO Aachen. „Wir möchten hier, um im Bild zu bleiben, Vorreiter sein“, so Mronz. So habe man in Kooperation mit dem offiziellen Technologiepartner SAP bereits erfolgreiche Projekte wie das Zuschauerrichten in der Dressur und dem Voltigieren entwickelt. Und auch mit Experten der RWTH Aachen überlege man, wie Technik den Sport noch transparenter und unterhaltender machen könne. „Wichtig dabei: Projekte müssen umsetzbar sein und einen echten Mehrwert bieten.“

Die Ideen aus ersten Gesprächen stellte Prof. Dr. Jan Borchers vom Lehrstuhl für Medieninformatik der RWTH Aachen vor. „Vielleicht kommen die Hindernisse der Zukunft vor Ort aus dem 3D-Drucker“, so der Wissenschaftler. „Alles wird designbar, Fertigungstechniken werden sich verändern, das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Logistik“, so Borchers. Mit seinem Team gab er gleich einen Eindruck von moderner Fertigungstechnik: Vor Ort wurde das CHIO Aachen-Logo mit dem 3D-Drucker hergestellt – und an die Journalisten und Gäste für den heimischen Schreibtisch verschenkt. 

Michael Mronz stellte eine weitere Idee vor: Mittels Augmented Reality könnten sich die Turnierbesucher demnächst bei einer virtuellen Führung überlegen, wer ihnen denn das Turniergelände virtuell vorstellen soll: Ludger Beerbaum, Sönke Rothenberger oder vielleicht doch Fußballprofi Thomas Müller. Dieser hat sein Kommen übrigens ebenso angekündigt wie Star-Koch Johann Lafer, der im Zelt „Lavazza meets Lafer“ während der Turnierwoche die Gäste bekochen wird.

Tickets für Show und Sport gibt es noch unter www.chioaachen.de und an der Hotline: 0241-917-1111.

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