HLP: Dressurbetonte Hengste in Münster-Handorf geprüft

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Münster (fn-press). In Münster-Handorf ist die erste Sportprüfung für dressurbetonte gekörte Hengste in diesem Jahr zu Ende gegangen. Insgesamt reisten 17 vier- und 20 fünfjährige Hengste zur Prüfung nach Münster-Handorf an.

Ein Spitzentrio kristallisierte sich bei den fünfjährigen Hengsten heraus, angeführt von dem ehemaligen Oldenburger Körsieger Bonds, einem Sohn des Benicio aus einer Mutter von Sir Donnerhall I. Für den Galopp des Dunkelfuchses vergab die Bewertungskommission (Reinhard Richenhagen, Peter Mannheims, Disziplinexperte Oliver Oelrich und Fremdreiter Philipp Hess) eine glatte 10,0. Gemeinsam mit den Noten für die Merkmale Trab (9,2), Schritt (8,5), Rittigkeit (9,3) und Gesamteindruck mit Eignung als Dressurpferd (9,5) ergab sich daraus eine gewichtete dressurbetonte Endnote von 9,28. Bonds stammt aus der Zucht von Katharina Paschertz (Cloppenburg) und wurde von Heiner Rohmann (Marl) für den Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes angemeldet. Vorgestellt wurde Bonds von Beatrice Buchwald. Nur Hundertstel schlechter als Bonds kamen die Hengste For Emotion (v. Foundation – Sandro Hit) mit 9,24 und Destacado (v. Desperados – Londonderry) mit 9,23 in der Bewertung der Juroren davon. Während diese für den Oldenburger For Emotion (Züchter: Ullrich Kasselmann, Hagen a.T.W, Anmelder: Helgstrand Dressage, Dänemark) ebenfalls einmal die Höchstnote 10,0 für den Trab zückten, überzeugte der Hannoveraner Destacado (Züchter: Heinrich Gießelmann, Barver, Anmelder: Gestüt Schafhof, Kronberg) durch durchgängig hohe Noten in allen Merkmalen. Von den 20 Hengsten konnten 15 die Prüfung bestehen, drei brachen diese vorzeitig ab.

Bei den Vierjährigen konnte der Oldenburger Dante Quando die höchste gewichtete Endnote von 8,93 erzielen, der in drei Merkmalen mit „Sehr gut“ und besser bewertet wurde. Der Sohn des Dante Weltino aus einer Mutter von Fidertanz aus der Zucht von Franz-Josef Bolte (Löningen) wurde von Eva Möller für den Verband des Oldenburger Pferdes vorgestellt. 8,61 gab es für den Don Juan de Hus-Sohn Don Royal, der aus einer Rubin-Royal-Stute der Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse stammt und auch vom BHLG ausgestellt wurde. Im Sattel saß Anna Weilert. Nur knapp dahinter blieb Quantissimo (v. Quantensprung – Distelzar) mit einer gewichteten dressurbetonten Endnote von 8,55. Der Dunkelfuchs aus der Zucht von Burkhard Wahler (Bad Bevensen) und dem Besitz des Trakehner Gestüts Staffelde (Kremmern) wurde von Kevin Thomas vorgestellt. Als Fremdreiter stieg bei den Vierjährigen Sebastian Heinze in den Sattel. Insgesamt konnten zwölf Hengste die Prüfung bestehen, zwei brachen die Prüfung vorzeitig ab.

Seit 2016 sind die Sportprüfungen für gekörte Hengste Bestandteil des Hengstleistungsprüfungssystems. „Inzwischen ist der Sporttest gut akzeptiert. Schließlich haben ja auch alle daran mitgearbeitet“, sagt Ulrich Hahne, stellvertretender Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes. „Die Züchter treffen ihre Entscheidung aber noch nicht danach. Wir bemühen uns sehr, ihnen zu vermitteln, dass der Sporttest die beste Möglichkeit ist, sich über die Stärken und Schwächen eines Hengstes zu informieren und daraus die Anpaarungsentscheidungen abzuleiten. Das muss aber alles wachsen.“

„Die Sportprüfungen werden von unseren Züchtern inzwischen wahrgenommen, allerdings nur als eines von mehreren Selektionsmerkmalen,“ bestätigt auch Horst von Langermann, Geschäftsführer und stellvertretender Zuchtleiter des Zuchtverbands Brandenburg-Anhalt. Das spiegeln insbesondere die Abrufzahlen der Internetseite ClipMyHorse wider, die seit vergangenem Jahr die Sport- und Stationsprüfungen im Internet live überträgt. Im vergangenen Jahr waren es allein über 67.000 Interessierte aus 45 Ländern, die sich live oder im Archiv die Sportprüfungen für Hengste angesehen haben. „Ein Hindernis selbst hierher zu kommen, ist die Zeit. Die wenigsten können es sich leisten, an einem Wochentag einen ganzen Tag vor Ort zu sein, nur weil sie sich für drei Hengste interessieren, von denen einer am frühen Morgen und einer am Nachmittag geht. Hier ist ClipMyHorse ein guter Kompromiss. Die Zugriffszahlen sind ja sehr gut. Dadurch erreichen wir mehr Aufmerksamkeit als wir sonst für die Hengstleistungsprüfungen hatten“, sagt Wilken Treu, Zuchtleiter des Westfälischen Pferdezuchtverbandes und Gastgeber der Sportprüfung im Westfälischen Pferdezentrum in Münster-Handorf. „Es ist ja eh der Trend, sich Videos anzuschauen. Und das hat noch etwas Gutes: Es geht nicht nur um die Noten, sondern man sieht auch, wie diese zustande gekommen sind.“ Hb

Alle Ergebnisse unter www.hengstleistungspruefung.de

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