FEI-Awards: Isabell Werth als Best Athlete ausgezeichnet

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Montevideo (fn-press). Dass Isabell Werth die erfolgreichste Reiterin der Welt ist, daran lässt allein ihre beeindruckende Medaillensammlung keinen Zweifel. Zehn Trophäen brachte die Weltranglistenerste der Dressurreiter bereits von Olympischen Spielen mit nach Hause. Zuletzt gewann sie mit Weihegold OLD drei Goldmedaillen bei den Europameisterschaften in Göteborg. Im Rahmen seiner Generalversammlung in Montevideo (Uruguay) zeichnete der Weltreiterverband FEI die Rheinbergerin nun mit dem „Best-Athlete“-Award aus.

Über die Titelträger der Awards entschieden zu 50 Prozent die Stimmen des Publikums, zur anderen Hälfte die Stimmen der Jury. Diese bestand in diesem Jahr aus dem FEI-Präsidenten Ingmar De Vos, dem Marketing-Chef des Uhrenherstellers und FEI-Hauptsponsors Longines, Juan-Carlos Capelli, dem Olympiasieger im Springreiten, Nick Skelton, dem Präsidenten der Marokkanischen Reiterlichen Vereinigung und 2016 Gewinner eines FEI-Awards, Prinz Moulay Abdellah Alaoui, sowie Lisa Roskens (USA), Direktorin des Organisationskomitees des Weltcup-Finales in Omaha (USA) 2017.

Isabell Werth ist der zweite deutsche Dressurreiter in Folge, der einen der begehrten FEI-Awards gewinnt. Im vergangenen Jahr wurde ihr Olympia-Teamkollege Soenke Rothenberger vom Weltreiterverband als bester Nachwuchsreiter geehrt. Bisher wurden Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum (2009) und Vielseitigkeitsreiter Michael Jung (2012) als Sportler des Jahres in der Kategorie „Best Athlete“ ausgezeichnet. Zur besten Pferdepflegerin wurde 2013 Carmen Thiemann gewählt, die seit vielen Jahren Stallmanagerin bei Ingrid Klimke in Münster ist. Para-Dressurreiterin Dr. Angelika Trabert erhielt den FEI-Award 2010 in der Kategorie „Against all odds“.

Am Dienstagabend durfte nun also auch Isabell Werth jubeln, die aus terminlichen Gründen nicht persönlich an der Gala teilnehmen konnte. Erst am vergangenen Wochenende feierte sie bei den German Masters in Stuttgart bei vier Starts vier Siege mit ihren Pferden Weihegold OLD und Don Johnson FRH. Im Anschluss sagte sie: „Ich freue mich sehr darüber, dass die Pferde in diesem Jahr so gut in Schuss sind. Das ist das Ergebnis jahrelanger, kontinuierlicher Arbeit und Training und der großen Unterstützung meines gesamten Teams, der Pferdebesitzer, Menschen wie zum Beispiel Madeleine Winter-Schulze. Das alles macht es möglich, dass wir immer wieder mit tollen jungen Pferden starten können und uns bis zum Grand Prix heranarbeiten können. Das ist meine Passion und bereitet mir unheimliche Freude. Aber ohne ein Top-Pferd geht es nicht, denn sonst sind wir Reiter allenfalls bessere Fußgänger.“

Mit drei Pferden in Top-Ten der Weltrangliste

Aktuell ist sie sogar mit drei Pferden, Weihegold, Don Johnson und Emilio in den Top-Ten der Dressur-Weltrangliste vertreten. Ihre erste Medaille gewann Isabell Werth 1989 mit Weingart – Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften in Luxemburg. Es war der Beginn einer beispiellosen Karriere im Spitzensport. Mit Mannschaftsgold und Einzelsilber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, ihren Olympia-Medaillen Nummer neun und zehn, krönte sie sich selbst zur weltweit erfolgreichsten Reiterin bei Olympischen Spielen.

Rio war ihr erstes Championat mit der Ausnahmestute Weihegold. In diesem Jahr gewannen die beiden fast alles, was ging. Das Weltcup-Finale in Omaha/USA, den Nationenpreis sowie die Grand Prix Kür des CHIO Aachen und drei Mal Gold bei den Europameisterschaften in Göteborg. „Nach Aachen dachte ich, es wird unglaublich schwer, diese herausragende Form von Weihe mit nach Göteborg zu nehmen. Aber dann war sie so gut wie nie. Die Prüfungen waren konzentriert und fokussiert, fast perfekt. Das war ein super Saison-Finish. Das gesamte Jahr war einfach phantastisch, mit großen Emotionen und viel Spaß. Den „Best-Athlete-Award“ zu bekommen macht mich unheimlich stolz und glücklich. Ich bin sehr froh, die Unterstützung so vieler Menschen zu bekommen, die wirklich hinter mir stehen und respektieren, was wir in den letzten Monaten erreicht haben.“

Isabell Werth (48) ist studierte Juristin und wuchs in Rheinberg auf. Sie fand mit der Unterstützung ihres Mentors Uwe Schulten-Baumer den Weg in den Spitzensport. Mit der Hilfe ihrer Mäzenin Madeleine Winter-Schulze schaffte es Werth immer wieder Pferde an die Weltspitze zu bringen. Ihre größten Erfolge erzielte sie mit Satchmo und Gigolo. Allein mit Letzterem gewann sie sechs olympische Medaillen, darunter Einzelgold in Atlanta 1996. Auch sozial engagiert sich Werth. So ist sie zum Beispiel Botschafterin der Christoffel-Blindenmission. Zu den Schwerpunkten der Stiftung gehört auch die Rehabilitation körperlich behinderter Menschen. 2006 reiste Werth in den Sudan und besuchte dort eine Einrichtung für therapeutisches Reiten. Außerdem unterstützt sie die Aktion der Welthungerhilfe „Reiten gegen den Hunger“. jbc

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