Deutsches Klasse-Duo im Japan Cup: Guignol und Iquitos

Guignol siegt unter Filip Minarik im Pastorius - Grosser Preis von Bayern, Gr. 1 (Foto: Marc Rühl)
Guignol siegt unter Filip Minarik im Pastorius - Grosser Preis von Bayern, Gr. 1 (Foto: Marc Rühl)

Die Turffans erinnern sich sehr gerne an einen der größten Erfolge der deutschen Zucht auf der Welt-Bühne des Galopprennsports im Jahr 1995: Hier gab es den bisher einzigen Triumph im Japan Cup auf der Galopprennbahn in Tokio, als der von dem 31-fachen Championtrainer Heinz Jentzsch in Köln für das Gestüt Ittlingen von Möbel-Unternehmer Manfred Ostermann vorbereitete Lando dieses Super-Rennen gewann.

Am Sonntag, 26. November 2017, und damit genau 22 Jahre später, wollen zwei hiesige Cracks in diesem mit 648 Millionen Yen (rund 4,9 Millionen Euro) dotierten Top-Event in seine Fußstapfen treten: Iquitos, fünfjähriger Hengst im Besitz der Kölner Golffreunde des Stalles Mulligan und in Training bei Altmeister Hans-Jürgen Gröschel (74) in Hannover, und der gleichaltrige Hengst Guignol, der dem Stall Ullmann gehört und von Jean-Pierre Carvalho (46) in Bergheim trainiert wird.

Iquitos lief schon 2016 als Siebter mit einer tollen Speedleistung im Japan Cup ein sehr gutes Rennen. Sein beeindruckender Sieg im Großen Dallmayr-Preis (Gr. I) in München und viele starke Platzierungen, u.a. zuletzt im Pastorius – Großer Preis von Baden, knapp hinter Guignol oder Rang sieben im Arc waren mehr als bedeutend.

Bei 19 Starts gewann der Adlerflug-Sohn, der wieder den Italiener Daniele Porcu (34) im Sattel haben wird, sechs Rennen und verdiente 472.250 Euro.

„Die Leistung in München war wieder stark. Er machte noch viel Boden gut und hätte wenig weiter wohl gewonnen. Wir wollen es daher erneut in Tokio versuchen, wo er sich ja schon 2016 gut verkauft hat und nicht einmal alles ideal hatte“, sagt Trainer Hans-Jürgen Gröschel über Iquitos.

Guignol war nun dreimal in Folge in diesem Jahr vor Iquitos – bei seinen Start-Ziel-Erfolgen im Großen Preis der Badischen Wirtschaft (Gruppe II), im Longines – Großer Preis von Baden (Gruppe I) und gerade im Pastorius – Großer Preis von Bayern (Gruppe I). Wenn er einmal vorne ist, lässt sich der Crack schwer verdrängen, auch wenn diese Taktik in Tokio in der Regel sehr schwer zu realisieren ist. Aber nach diesen drei Saisontreffern scheint der Hengst so gut wie nie zuvor zu sein. Bei 14 Starts gewann er in seiner Laufbahn sechsmal und verdiente 438.900 Euro. Natürlich wird auch in Tokio Filip Minarik (42) im Sattel von Guignol sitzen, der erneut um das Jockey-Championat kämpft.

Guignol hat in München alle Angriffe bravourös abgewehrt, auch wenn es hundert Meter vor dem Ziel so aussah, als würden die Gegner noch an ihm vorbeikommen. Das war Adrenalin pur. Da wollen wir es nun im Japan Cup versuchen“, erklärte Trainer Jean-Pierre Carvalho.

Sagenhaft sind die möglichen Gewinnaussichten: 2,5 Millionen Euro erhält der Eigner des Siegers nach 2.400 Metern. Sogar für Platz zehn gibt es nach rund zweieinhalb Minuten noch umgerechnet 50.000 Euro. Guignol winken als Sieger im Großen Preis von Baden noch Bonus-Prämien: 2 Mio. Dollar im Falle eines Sieges, 400.000 Dollar für den zweiten Platz, 250.000 Dollar für Rang drei sowie 100.000 Dollar für Rang vier oder weniger. Das heißt, diese Summe hat Guignols  Besitzer schon sicher in diesem Einladungsrennen.

Natürlich stehen beide Pferde vor einer großen Herausforderung und gelten in einem Elite-Feld als Außenseiter. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Das Gastgeberland Japan stellte in den letzten elf Jahren stets den Sieger. Diesmal sind der Vorjahressieger Kitasan Black und der im Tenno Sho hinter ihm Zweitplatzierte Satono Crown die Favoriten. Hoch gehandelt wird auch Reye De Oro. Der irische Star-Trainer Aidan O‘ Brien ist mit Idaho vertreten, dem Vierten aus dem Canadian International. Der letzte Nicht-Europäer in der Siegerliste ist der Engländer Alkaased im Jahr 2005.

Doch nun heißt es am Sonntagmorgen Daumendrücken für das deutsche Japan Cup-Duo. Vielleicht geht ja für Iquitos oder Guignol in Tokio die „Sonne auf“.

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