LPO 2018: Das ändert sich im Voltigieren

Warendorf (fn-press). Die neue Leistungsklasse sieben und geänderte Richtverfahren: Die neue Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO 2018) bringt für die Voltigierer einige Veränderungen. Was sich ab 1. Januar 2018 alles ändert, ist hier zusammengestellt.

Eine wesentliche Neuerung für die Voltigierer für 2018 ist die Einführung eines E-Programms. In Pilotprojekten in Westfalen hat sich das Programm bereits seit einigen Jahren bewährt. Wie in anderen Pferdesportdisziplinen soll die Klasse E als Einstiegsklasse auch im Voltigieren den Übergang von breitensportlichen Turnieren nach der Wettbewerbs-Ordnung (WBO) in den Turniersport erleichtern. Teilnehmer am E-Programm werden in die neue Leistungsklasse sieben (LK 7) eingruppiert. Allerdings: Die Aufnahme des E-Programms ist eine „Kann-Bestimmung“. Das bedeutet, dass die Entscheidung über eine Einführung bei der jeweiligen Landeskommission liegt. Generell ist die Startberechtigung in Klasse E auf zwei Jahre begrenzt. Gruppen können auch weiterhin direkt in Klasse A einsteigen.

Neu ist auch, dass Voltigierer in den Klassen E bis L Übungen ab Januar sowohl auf der linken als auch auf der rechten Hand im Handgalopp ausführen können – und nicht wie zuvor nur auf der linken Hand im Handgalopp. Außerdem müssen Voltigierer ab 2018 innerhalb von 30 Sekunden nach Startfreigabe mit der Vorführung beginnen – zuvor hatten die Voltigierer 60 Sekunden Zeit.

Veränderungen gibt es ab 2018 auch bei den geforderten Aufstiegsnoten für den Übergang in eine höhere Leistungsklasse. Dies hängt damit zusammen, dass im Rahmen der Überarbeitung des Aufgabenhefts Voltigieren für 2018 neue Gestaltungskriterien für die Kür festgelegt wurden. Danach kann künftig in allen Klassen eine Höchstwertnote von 10,0 erreicht werden und nicht wie bisher nur 5,0 bei A-Gruppen und 7,0 bei L-Gruppen.

Ab 2018 nur noch getrenntes Richten
Eine weitere wichtige Neuerung: Das gemeinsame Richtverfahren wird abgeschafft. In allen Leistungsklassen ist zukünftig das getrennte Richtverfahren vorgeschrieben. Es werden bis zur Klasse L mindestens zwei Richter eingesetzt, die an getrennten Positionen sitzen. Ab Klasse M sind – wie bereits vor 2013 – wieder mindestens drei und maximal sechs Richter vorgeschrieben. Zudem kommt, was im internationalen Turniersport und bei Deutschen Meisterschaften längst Standard ist: das „Job-Sharing“. Ab Klasse M können die Richter die Aufgaben untereinander aufteilen. In der Pflicht beobachten beispielsweise bei sechs Richtern zwei das Pferd und vier die Pflicht. In der Kür bewerten zwei Richter das Pferd, zwei die Schwierigkeit und Kürausführung sowie zwei weitere Richter die Kürgestaltung. Die Aufteilung erfolgt gemäß FN-Merkblatt „Richter-Rotation“. Dieses „Job-Sharing“ wurde im Laufe dieses Jahres bereits erfolgreich als Pilotprojekt in vielen Landesverbänden erprobt. Es soll die Qualität der Beurteilung verbessern, da sich die Richter nur noch auf einen Sachverhalt konzentrieren müssen.

Ab 2018 auch Doppelvoltigieren für Junioren
Um Nachwuchs im Doppelvoltigieren zu gewinnen, gibt es mit der neuen LPO 2018 nun auch Doppelvoltigieren für Junioren. Das bietet gerade Nachwuchs-Voltigierern einen behutsameren Aufbau für den Einstieg in den Doppelvoltigiersport und die Hinführung zum Leistungs- und Spitzensport. Junior-Doppelvoltigierer werden im laufenden Kalenderjahr mindestens 12 und höchstens 18 Jahre alt. Dafür wird das Alter der Doppelvoltigierer im „Senior“-Sport auf mindestens 14 Jahre, statt wie bisher 12 Jahre, angehoben.

Ab 2018 dürfen Junior-Voltigierer pro Wettkampftag höchstens in zwei Voltigier-Leistungsprüfungen starten. Diese neue Regelung soll sie in der Wachstumsphase vor Überbelastungen und Verletzungen schützen.

Auch bezüglich des Alters der Pferde gibt es Änderungen: In Gruppenvoltigier- und Doppelvoltigier-Leistungsprüfungen sind ab 2018 nur noch siebenjährige und ältere Pferde zugelassen. In Einzelvoltigier-Leistungsprüfungen sind, wie bisher, sechsjährige und ältere Pferde startberechtigt. Mit dieser Änderung wird dafür Rechnung getragen, dass die Anforderungen an das Pferd seiner altersmäßigen Entwicklung entsprechen.

Die neue LPO konkretisiert außerdem, welche Zäumungen, Gebisse und Reithalfter erlaubt sind sowie welches weitere Zubehör und welche sonstige Ausrüstung im Voltigieren zugelassen ist. Dies gilt auch für die Bestimmungen für den Vorbereitungsplatz. Hier sind ab 2018 ausschließlich Lauffer-/Dreieckszügel, Gogue, Chambon, Doppellonge und Nasennetz (Nosecover) erlaubt. Beim vorbereitenden Longieren mit einem Voltigierer sind nur Lauffer-/ Dreiecks- und/oder Ausbinderzügel erlaubt. K. Terharen/M. Köster/Hb

Werbeanzeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.