Im Gespräch mit Heinrich-Hermann Engemann: „Selbst Marcus Ehning bleibt nicht ewig jung“

Heinrich-Hermann Engemann (Foto: ALRV)
Heinrich-Hermann Engemann (Foto: ALRV)

Für Heinrich-Hermann Engemann ist es selbstverständlich, die Deutschen Jugendmeisterschaften in Aachen zu besuchen. Gemeinsam mit Otto Becker bildet er das Trainergespann der deutschen Springreiter, zusätzlich ist Engemann Bundestrainer der deutschen U25-Springreiter. Klar, dass er den reiterlichen Nachwuchs im Auge hat.

Frage: Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich von Ihrem Besuch?
Heinrich-Hermann Engemann: Es geht natürlich darum, unsere Nachwuchsreiter zu beobachten. Aber auch darum, viele Gespräche zu führen mit Eltern, Besitzern und Trainern. Hier in Aachen kann ich alle treffen. Es ist auch eine sehr gute Gelegenheit, unser Ausbildungssystem zu überprüfen – ist das alles in Ordnung, so wie es ist, sind wir gut aufgestellt? Das machen wir permanent, hier in Aachen sind gleich alle Altersklassen von den Children über Ponys und Junioren bis zu den Jungen Reitern vertreten. Das sind lohnende Tage für mich.

Frage: Ist Ihre Anwesenheit auch ein Signal an die jungen Leute?
Engemann: Natürlich, wir wollen ja zeigen, dass wir den Reit-Nachwuchs im Auge haben. Ich war in diesem Jahr auch bereits eine Woche mit zur Europameisterschaft. Nur so kann man ja auch wirklich seriös das Leistungsvermögen beurteilen. Die enge Zusammenarbeit macht aber auch unheimlich viel Spaß.

Frage: Dass das Ausbildungssystem funktioniert, haben wir vor kurzem noch hier beim CHIO Aachen erleben dürfen…
Engemann: …als wir mit Maurice Tebbel im Mercedes-Benz Nationenpreis und Laura Klaphake im Rolex Grand Prix demonstrieren konnten, wie weit wir hier sind. Aber: Es ist wichtig, dass man dranbleibt und weitermacht. Denn unsere Konkurrenten liegen ja nicht zuhause und schlafen.

Frage: Für Sie und Otto Becker als die deutschen Bundestrainer ist es im Moment eine sehr spannende Zeit.
Engemann: Aber ja, wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs! Als ich vor neun Jahren angefangen habe, da gab es feste Paarungen, die waren ziemlich gesetzt. Doch wir müssen uns weiterentwickeln, denn selbst Marcus Ehning bleibt nicht ewig jung (lacht). Inzwischen haben wir junge Leute ins Team gebracht, die sich bereits bewährt haben. Im nächsten Jahr gibt es eine Weltmeisterschaft als Qualifikation für die Olympischen Spiele, und ich denke, dass wir auch da wieder mit einem guten jungen Team auftrumpfen können.

Frage: Wie ist Ihr Eindruck hier aus Aachen?
Engemann: Das Wetter hat uns ja schon den ganzen Sommer lang ein bisschen im Stich gelassen, die Bedingungen hier in Aachen sind trotzdem unheimlich gut. Bei den Wassermassen am Freitag und Samstag wäre woanders ein Reiten wahrscheinlich gar nicht mehr möglich gewesen. Unglaublich, wie toll das Team hier arbeitet, damit es auf Top-Niveau weitergehen kann.

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