Stille Post – Holsteiner Pferde und Landeschampions

Der Blog von Julia Billmann
Der Blog von Julia Billmann

Fünf Tage DKB-Bundeschampionate fördern ja auch manchmal Dinge zutage von denen man gar nicht wußte, dass sie in der Welt sind. Interpretationsleistungen zum Beispiel. Die rangieren häufig noch vor der direkten Information. Diego de Semilly, der sieben Jahre alte Stationshengst von Diarado-Colman war zwar für Warendorf qualifiziert, aber gar nicht mit. Am Sonntag „erfuhren wir dann auch“, dass Diego gar nicht mehr bei uns sei. What?? Der Holsteiner Landeschampion der sieben Jahre alten Pferde grunzt vergnügt in seiner Box auf der Hengststation Maas J. Hell in Klein Offenseth herum und freut sich seines Lebens –  tagtäglich und ausgiebig.

So ist „stille Post“ – irgendwas geht zwischen Anfang und Ende immer gewaltig daneben. Und bevor wieder interpretiert wird –  auch 2018 ist Diego de Semilly in Klein Offenseth für die Züchter erreichbar. Bei uns. Nicht irgendwo in Klein Offenseth. Auf der Station Maas J. Hell. Ganz zweifelsfrei.

Bundeschampionat

Diego ist ja einer von zwei Landeschampions der Station und der zweite Champion war mit in Warendorf und hat Platz sechs im Finale der fünf Jahre alten Springpferde belegt. Wir sind mächtig stolz auf Casallantum von Casall-Qantum, den Jennifer Fogh Pedersen so souverän durch das Finale geleitet hat. Über alle Tage hat er einen aufgeräumten, nervenstarken und rundherum guten Eindruck hinterlassen. In beiden Final-Umläufen dann jeweils eine 8,8 –  well done Casallantum und Jennifer. Unser Glückwunsch gilt aber genauso Patrick Stühlmeyer und dem Siegerpferd Diaron von Diarado-Come On – wirklich außergewöhnlich.

Stichwort Landeschampionate und Stichwort Zucht. Über die rückläufigen Starterzahlen bei den DKB-Bundeschampionaten wird immer wieder mal diskutiert. Tatsächlich spielen sicherlich die rückläufigen Bedeckungszahlen dafür ein Rolle – es sind eben auch weniger Pferde aus deutscher Zucht geboren worden – und die Vermarktung. Andreas Kreuzer hatte es treffend formuliert –  er ist mit sechs Pferden nach Warendorf gekommen, bei denen er sicher war, dass sie den Anforderungen genügen. So machen das andere auch. Und alle anderen bleiben lieber zuhause.

Was ist mit der Holsteiner Warmblutzucht? Es gibt eine Zahl, die aufhorchen läßt. Noch vor zehn Jahren, so hat einer ausgerechnet, waren bei den Bundeschampionaten (Springen) rwohl und 50 Prozent der teilnehmenden Pferde aus Holsteiner Blutlinien –  2017 sollen es noch ganze 23 Prozent gewesen sein. Hmmm… Wie man gute Springpferde züchtet, weiß man andernorts auch und hat sich dafür ja oft genug auch holsteinischer Linien bedient. Das ist alles keine Katastrophe, aber gründlich nachdenken muss man darüber sicherlich…. Und nachrechnen vielleicht auch nochmal.

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