Marcus Ehning gewinnt erstmals DKB-Riders-Tour

Das Siegerpodest der DKB-Riders Tour 2016 (Foto: Karl-Heinz Frieler)

München (fn-press). Bereits vor dem Finale lag der Borkener Springreiter Marcus Ehning beinahe uneinholbar vorne im Klassement der DKB-Riders-Tour. Beim Finale im Rahmen des internationalen Hallenreitturniers Munich Indoors sicherte er sich mit einem sechsten Platz den Gesamtsieg und trägt nun den Titel Rider of the year. Den Großen Preis von München gewann der 26-jährige Bayer Maximilian Schmid mit Chacon. 

Fünf Mal war Ehning bereits Zweiter der Gesamtwertung der Riders Tour, diesmal hat es endlich mit einem Sieg geklappt. Mit seiner Zangersheider Stute Cristy konnte er sich sogar einen Abwurf im zweiten Umlauf des Großen Preises leisten. Dafür gab es noch zehn weitere Punkte für das Riders-Tour-Punktekonto, insgesamt waren es dann 61. Zwei Siege hatte Ehning über die Saison hinweg in der Serie gesammelt, nämlich beim Turnier der Sieger in Münster und bei der Paderborn Challenge. 52 Zähler sammelte André Thieme (Plau am See). Er war bei allen fünf Etappen der Serie am Start. „Auf den Sieg habe ich heute nicht mehr geschielt, eher hatte ich Sorge, dass Janne sich noch nach vorne schiebt. Von daher bin ich über den zweiten Platz verdammt froh“, sagte Thieme.

Die Schenefelderin Janne Friederike Meyer war als Titelverteidigerin und Vierte der Gesamtwertung nach München gereist, und dabei blieb es auch. Mit ihrem Hannoveraner Chuck belegte sie im Finale Rang sieben und schloss die Serie mit 39 Punkten ab. Davor reihte sich Philip Rüping (Mühlen, 43 Punkte) ein, der in München zwar keine Punkte mehr holte, aber bereits in Hagen als auch Wiesbaden Zweiter geworden war und somit ausreichend Vorarbeit geleistet hatte. „Dieser dritte Platz ist der größte Erfolg in meiner kleinen, bescheidenen Reiterkarriere“, sagte Rüping. „Hagen war schon super, und als dann Wiesbaden noch dazukam, habe ich langsam ein kleines bisschen Richtung Finale geplant. Bei solchen Turnieren mit so starken Reitern und Pferden vorne mit dabei sein zu können, ist schon super.“

Und noch einer feierte in München den bislang größten Erfolg seiner Karriere: Der 26-jährige Maximilian Schmid aus dem bayerischen Utting, der vor einigen Jahren bereits die Nachwuchsprüfungen bei den Munich Indoors bestritten hatte. „Hier in München vor heimischen Publikum zu gewinnen, ist der Wahnsinn“, sagte er. „Ich war im zweiten Durchgang fast schon ein bisschen erleichtert, dass vor mir so viele Fehler gemacht wurden. Ich wusste, dass mein Pferd schnell ist und ich auch mit einem Abwurf eine gute Platzierung hätte erreichen können. Also habe ich alle auf eine Karte gesetzt.“ Sein Partner im Parcours war der zehnjährige Wallach Chacon (von Chacco-Blue) aus dem Springpferdezuchtverband Oldenburg International.

Für den routinierten Ehning war es ein besonders erfolgreiches Wochenende in der bayerischen Landehauptstadt. Am Samstagabend gewann er mit dem westfälischen Hengst Comme il faut die Gesamtwertung der sogenannten Baker-Tilly-Roelfs-Trophy, am Sonntag folgte ein weiterer Seriensieg, nämlich im Animo-Youngster-Cup für Nachwuchspferde. „Bis auf den Ausfall bei den Olympischen Spielen war das eine super Saison für mich“, sagte der Borkener, der in Rio zum Ersatzreiter wurde, nachdem sich sein Hengst Cornado NRW vertreten hatte.

 

Starke junge Garde in der Olympiahalle

Bereits am Samstagabend wurde das Championat von München ausgetragen. Drei junge Reiter lagen dabei an der Spitze des Klassements, darunter auch zwei Deutsche. Gleich 16 Starter hatten es ins Stechen geschafft. Vor allem für das westfälische Paar Christian Kukuk (Riesenbeck) und seinen Hengst Limoncello NT (von Lord Caletto/Calido) lief es blendend. Den beiden gelang eine schnelle und fehlerfreie Runde (43.72 Sekunden), die den 26-jährigen selbst überraschte. „Wenn ich im Stechen reite, lehnen sich die anderen meistens zurück, weil ich eher nicht für die Spannung, sondern für die gemütlicheren Runden bekannt bin“, schmunzelte Kukuk. „Aber ich bin super happy mit dem dritten Platz.“ Erst vor knapp vier Monaten war der Bereiter aus dem Stall Beerbaum beim CHIO Aachen schwer gestürzt und hatte sich eine Schulter-Sprengung zugezogen. Dass er so schnell zurück in die Erfolgsspur fand, habe er vor allem tollen Ärzteteams, harter Arbeit in der Reha und seinem Team zu verdanken, das sich in seiner Verletzungspause toll um seine Pferde gekümmert habe. „Dafür bin ich wirklich dankbar, alle haben einen super Job gemacht“, sagte Kukuk.

Noch schneller war im Münchner Championat ein weiterer junger Deutscher. Jan Wernke (Holdorf) drehte mit seiner Holsteinerin Queen Mary (von Contendro I/Caretino) eine waghalsige Runde durch den Parcours und galoppierte unter dem Jubel der Zuschauer in 42.01 Sekunden über die Ziellinie. Allein, es sollte nicht ganz reichen. Der Norweger Johan-Sebastian Gulliksen und sein neunjähriger KWPN-Wallach Charleville holten noch mehr Zeit heraus und benötigten nur 41.07 Sekunden, die den Sieg bedeuteten. Wernke jedoch war glücklich. „Mein Pferd hat einfach ein großes Herz und einen tollen Charakter. Sie hat in den letzten acht Jahren einfach immer alles für mich gegeben, egal auf welchem Platz wir gelandet sind. Und das ist einfach wunderschön“, sagte Wernke über seine 14-jährige Stute. jbc

 

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