Sieg für den Hausherrn Holger Wulschner

BSC Skipper und Holger Wulschner gewinnen den Großer Preis der Deutschen Kreditbank AG (DKB) Foto: Thomas Hellmann

Wulschner war Turnierchef, Chef-Organisator und Mädchen für alles bei den DKB-Pferdewochen Rostock. Er war in den vier Turniertagen des internationalen Vier-Sterne-Turniers der Hausherr, der sich auf den Trecker schwang, die Blumen goss und den Hof fegte und dann stieg er zwischendurch auch in den Sattel – und gewann! Wulschner siegte zum ersten Mal im Großer Preis der Deutschen Kreditbank AG (DKB) bei seinem eigenen Turnier. Groß Viegeln im Ausnahmezustand! Mit dem 14-jährigen Stolzenberg-Sohn BSC Skipper im Besitz von Alfred Behrens ging Wulschner als letzter Starter ins Stechen der besten Zehn. Max Kühner hatte mit Cielito Lindo eine fehlerfreie Runde in 45,04 Sekunden vorgelegt, Wulschner legte nach: 44,56 Sekunden! „Ich hatte so ein bescheidenes Jahr und ich liege ja auch im Alter schon ein bisschen über dem Schnitt (grinst), da tut dieser Sieg doppelt gut“, freute er sich, wurde etwas ruhiger und ernster und erklärte: „Das alles geht nur, weil ich so gute Partner an meiner Seite und ein so unglaubliches Team hinter mir habe. Vielen Dank an Euch alle!“ 

Platz zwei im Großen Preis, der zugleich Qualifikation zum MITSUBISHI MOTORS Masters League-Finale in Dortmund war, ging somit an den Starnberger Max Kühner, der für Österreich startet. Auf den Plätzen drei und vier folgten die beiden einzigen Damen des Stech-Starterfeldes. Jörne Sprehe wurde Dritte auf Stakki’s Jumper in 46,02 Sekunden, die Dänin Zascha Nygaard Andreasen belegte mit Chameur in 47,77 Sekunden Platz vier. Nach flotter Ehrenrunde im Sattel unter dem vollkommenen Jubel der Zuschauer stieg Wulschner in seinen Ehrenpreis, einen Mitsubishi Outlander Edition 100 im Wert von 32.190 Euro. Zum zweiten Mal stellte MITSUBISHI MOTORS den Ehrenpreis für den Sieger im Großen Preis von Groß Viegeln und sorgte mit seiner ‚Flotte‘ für den Shuttle-Service während der Turniertage – wobei der Fahrservice glücklicherweise weniger schwungvoll unterwegs war als Wulschner auf seiner Ehrenrunde in dem hochkarätigen PS-Mobil. Der 54-jährige Hausherr und Sieger behielt sein tempo vom Stechparcours auch bei der Ehrenrunde im Mitsubishi bei…

Luhmühlen: Bettina Hoy und Leonidas II in die Hall of Fame aufgenommen

LOGO FN

Luhmühlen (fn-press). Seit 2007 werden im Rahmen des internationalen Vielseitigkeitsturniers in Lumühlen je ein verdientes Pferd und ein Reiter in die Hall of Fame der Disziplin aufgenommen. In diesem Jahr ´waren es Bettina Hoy und die ehemalige St. Georg-Chefredakteurin Gabriele Pochhammer als Züchterin des unter Mark Todd erfolgreichen Holsteiners Leonidas II, die sich im Rahmen eines Empfangs für Reiter, Pferdebesitzer, Sponsoren und Offizielle feiern lassen durften.

„Zum Vielseitigkeitssport gehören unheimlich viel Passion und Leidenschaft. Und jeder träumt einmal davon, mal Olympische Spiele oder Badminton zu reiten. Aber auch wir Züchter haben einen Traum“, sagte Burkhard Wahler, Chef des Klosterhofs Medingen, in seiner Laudatio. „Wenn ein Fohlen geboren wird, dann geht der Züchter in der Stall und passt auf, dass das Fohlen trinkt, und dann holt er einer Pulle Sekt und trinkt das erste Glas und freut sich, dass alles gut und gesund ist. Und beim zweiten Glas fängt er an zu überlegen, was könnte aus dem mal werden. Und wenn er das dritte oder vierte Glas ausgetrunken hat, dann denkt er, der geht auch mal auf die Olympiade. Und Sie werden es nicht glauben: Solche Wünsche gehen auch manchmal auch in Erfüllung.“ So wie für Gabriele Pochhammer, die in Windeby mit ein bis zwei Stuten eine kleine Holsteiner Zucht betreibt. Schon bei der Geburt von Leonidas, einem Sohn des Landos aus ihrer Stute Nairobi III von Parco xx, im Jahr 2004 träumte sie davon, dass ihn einmal Mark Todd reiten möge. Nicht zuletzt dank der Vermittlung durch Philipp Kolossa landete der zweimalige Olympiasieger aus Neuseeland einige Jahre später tatsächlich im Sattel des Braunen. „Seitdem hat das Paar 76 nationale und internationale Vielseitigkeitsprüfungen bestritten, 66 davon ohne Hindernisfehler, und war 46 Mal in den Top Ten platziert“, zählte Wahler auf. Insgesamt neun Mal nahmen die beiden an Vier-Sterne-Prüfungen teil, beendeten das CCI4* Badminton fünf Mal ohne Hindernisfehler, starteten zwei Mal bei Weltmeisterschaften und belegten bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 Platz sieben. „Hier ist Züchtertraum wahr geworden – dank der Qualität des Pferdes, dank des Ausnahmekönners und –reiters Mark Todd und dank dieser Züchterin, die sich Gedanken gemacht hat, wie man ein ganz besonderes Pferd züchten kann“, schloss Wahler. „Es macht einen als Züchter wahnsinnig glücklich, wenn sein Pferd so einen Weg geht. In den meisten Fällen hat man aber relativ wenig Einfluss darauf. Und wenn dann ein Mark Todd sich eines solchen Pferdes annimmt und ihn so fabelhaft ausbildet und so sorgsam in den Sport bringt, da kann man als Züchter nur davon träumen. Und das ist es auch, was einen als Züchter bei der Stange hält“, sagte Gabriele Pochhammer, von der Ehrung völlig überrascht. „Ich bin überwältigt und überglücklich und kann gar nicht sagen, wie es mir gerade geht: einfach viel zu gut.“

Die beachtliche Erfolgsbilanz von Leonidas II wird getoppt durch die von Bettina Hoy, die seit fast 35 Jahren im Sport erfolgreich ist. Bereits 1984 beendete sie als 21-Jährige ihre ersten Olympischen Spiele in Los Angeles mit Mannschaftsbronze. Damals saß sie im Sattel ihres ersten Erfolgspferdes Peacetime. „Es war bei einem Lehrgang in Warendorf 1983, als der spätere Mannschaftsolympiasieger Peter Luther mit Livius einen richtig schweren Parcours sprang, der uns alle beeindruckte. Da sagte Bettina, das kann ich auch. Und machte es Luther mit ihrem Vielseitigkeitspferd nach“, erinnerte sich Laudator Hinrich Romeike an seine erste Begegnung mit Bettina Hoy, die damals noch Overesch hieß. Insgesamt nahm Hoy an zehn Europameisterschaften teil, an vier Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen. Zu ihren größten Erfolgen zählen der EM-Einzeltitel 1997 und Mannschafts-Gold bei den WM 2006 in Aachen. Vier Mal war sie Deutsche Meisterin, zuletzt im vergangenen Jahr. Die meisten Erfolge feierte sie mit selbst ausgebildeten Pferden, wie eben mit dem bereits genannten Peacetime, aber auch Ringwood Cockatoo, Designer, Seigneur Medicott oder Watermill Stream, der selbst seit 2007 einen Platz in der Hall of Fame hat. „Einen Ausnahmeathleten erkennt man aber daran, wie er mit Niederlagen umgeht“, sagte Romeike. „Bettina hat ihre wohl größte Niederlage, die Aberkennung der verdienten Goldmedaillen nach den Olympischen Spielen 2004, direkt mit einem Sieg im CCI3* Boekelo quittiert. Die nicht mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen in Hongkong, als sich ihr Pferd vier Wochen zuvor in Aachen verletzte, hat sie mit einem Sieg im CCI4* in Pau im selben Jahr beantwortet. Man sagt ja immer, wirkliche Champions stehen nach Niederlagen wieder auf. Das hat sie gezeigt, wie sonst niemand.“

Oppenheim-Union-Rennen: Riesenfeld in der Top-Derby-Vorprüfung in Köln

Weltstar siegt unter Rene Piechulek (Foto: Marc Rühl)

Die bedeutendste Vorprüfung auf das Deutsche Derby (am 8. Juli in Hamburg) ist am Sonntag die Top-Attraktion auf der Galopprennbahn in Köln, wenn erstmals die dreijährigen Pferde in die German Racing Champions League 2018 einsteigen: Wer im 183. Oppenheim-Union-Rennen (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.200 m, 6. Rennen um 15.15 Uhr) vorne oder zumindest platziert ist, zählt zu den Mitfavoriten auf den Erfolg im bedeutendsten Rennen der Saison 2018.

Die Prüfung wurde erstmals 1834 in Tempelhof gelaufen und ist damit das älteste in Deutschland gelaufene Galopprennen überhaupt. Der Blick in die Siegerliste offenbart eine Reihe späterer Derbyhelden – zuletzt 2014 Sea The Moon aus dem Gestüt Görlsdorf und 2009 Wiener Walzer vom Gestüt Schlenderhan.

Im vergangenen Jahr siegte Colomano vor Windstoß, Erstgenannter war Favorit im Derby, während Windstoß zum Triumphator in der Hansestadt aufstieg. Sein Halbbruder Weltstar (Adrie de Vries) kann hier nun auf seinen Spuren wandeln. Der Röttgener war Zweiter im Dr. Busch-Memorial (Gr.III) in Krefeld und dann Vierter im Mehl-Mülhens-Rennen (Gr. II) in Köln. „Er ist gut gelaufen, aber die 1.600 Meter waren zu kurz für ihn“, so sein Trainer Markus Klug, der gleich vier Pferde aufbietet.

Hochgehandelt werden in einem sehr offenen Rennen und in einem Riesenfeld von 13 Kandidaten auch Henk Grewes Jimmu (Marc Lerner) und Emerald Master (Alexander Pietsch) sowie Salve Del Rio(Michael Cadeddu), der Zweite, Dritte und Vierte zu dem großen aktuellen Derby-Favoriten Royal Youmzain im Bavarian Classic in München.

Jimmus Trainer Henk Grewe ist sehr optimistisch: „Wir brauchen uns nach der Münchener Leistung von Jimmu nicht zu verstecken. Der Hengst hat uns in der Arbeit gefallen und sich weiter entwickelt. Wir werden schwer zu schlagen sein“.

Sweet Man (Filip Minarik) gefiel als Zweitplatzierter im Derby-Trial von Hannover. Ballydoyle (Stephen Hellyn) ist eine Neuerwerbung des Stalles Salzburg. Er überraschte bei seinem tollen ersten Treffer in München und wurde für die Union nachgenannt.

Erste Frau in der Union: Sibylle Vogt

Bemerkenswertes Detail am Rande: Erstmals in der Historie der Union steigt mit der 23-jährigen Schweizerin Sibylle Vogt in den Sattel. Sie steuert den Außenseiter Klüngel.

Eines ist jetzt schon klar: Die Erstplatzierten wird man sich für den weiteren Verlauf der German Racing Champions League merken müssen. Insgesamt elf der besten deutschen Rennen über Distanzen von 2.000m bis 2.400 Meter umfasst die 2016 ins Leben gerufene Rennserie – eine Dachmarke, die auch der breiten Öffentlichkeit signalisiert: Hier laufen die Champions, die besten Pferde Deutschlands.

Eine zusätzliche Attraktivität erfährt das 183. Oppenheim-Union-Rennen dank einer beim Wettpublikum sehr beliebten Premium-Dreierwette mit einer garantierten Gewinnausschüttung von 10.000 Euro.

Große WM-Party

Insgesamt präsentiert man in Köln sieben Rennen. Der erste Start erfolgt bereits um 12.45 Uhr. Der Grund: Das erste Deutschland-Spiel der Fußball-WM gegen Mexiko ab 17 Uhr wird im Anschluss an den Renntag übertragen. Dann wird sich die Rennbahn in die größte Public Viewing-Stätte Kölns verwandeln. Fußballfans können auf vier LED-Großleinwänden und 50 Bildschirmen das Spiel verfolgen und WM-Atmosphäre schnuppern.

„Sterne des Sports“: Vereine können sich noch bis 29. Juni bewerben

LOGO FN

Frankfurt (fn-press). „Sterne des Sports“ gesucht: Noch bis zum 29. Juni können sich Vereine in Sportdeutschland mit ihrem gesellschaftlichen und innovativen Engagement um den „Oscar des Breitensports“ 2018 bewerben. Gemeinsam suchen der Deutsche Olympische Sportbund und die Volksbanken Raiffeisenbanken die hellsten Sterne am Sporthimmel. Mit dem Preis „Sterne des Sports“ soll das ehrenamtliche Engagement von Vereinen gewürdigt werden. Er zeichnet entsprechende Tätigkeiten und Projekte aus, die beispielsweise den Themenfelder Bildung und Qualifikation, Ehrenamtsförderung, Familie, Gesundheit und Prävention, Gleichstellung von Frauen und Männern, Integration und Inklusion, Kinder und Jugend, Klima-, Natur- und Umweltschutz, Leistungsmotivation, Senioren sowie Vereinsmanagement zugeordnet sein können. Ausschreibung und Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.sterne-des-sports.de

DM Distanzreiten: Medaillenjagd in Babenhausen

LOGO FN

Babenhausen (fn-press). Deutschlands beste Distanzreiter messen sich am Wochenende in Babenhausen in Bayern. Dabei müssen sie 162 Kilometer zurück legen. Amtierende Deutsche Meisterin ist Anne Wegner aus Hannoversch Münden. In einem packenden Endspurt setzte sie sich im vergangenen Jahr in Neustadt/Dosse gegen Bernhard Dornsiepen mit Rio und Dunja Kolossa mit Bekele El Djem durch. Für Anne Wegner und ihren selbstgezogenen Vollblutaraber Salamah ibn bint Khazzan Adjawad war es der erste DM-Titel.

Zur Titelverteidigung tritt sie in diesem Jahr allerdings nicht an, da sie kurz zuvor noch in Südfrankreich am Start war, um sich für die Weltreiterspiele im September in Tryon in den USA zu qualifizieren. „Die beiden Ritte sind zeitlich zu nahe aneinander, das war so geplant, dass Anne nicht bei der DM starten wird“, erklärt Nico Hörmann, Koordinator für die Disziplin Distanzreiten beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR).

14 Distanzreiter werden um den Deutschen Meistertitel kämpfen, darunter auch Melanie Arnold (Kirchheim), die sich in den beiden Jahren zuvor den Titel gesichert hatte. 

Während die Senioren ihren Titel über die Langstrecke von 162 Kilometern austragen, steht der Titelträger bei den Junioren und Jungen Reitern bereits nach 122 Kilometern fest. Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft gehen in diesem Jahr acht Jugendliche an den Start. Dazu gehören auch die 19-jährige Moira Al Samarraie und ihre 17-jährige Schwester Nayla Al Samarraie aus Rotenburg. Moira holte sich im vergangenen Jahr mit ihrer Stute Zarah zum dritten Mal in Folge den Titel. Ihre jüngere Schwester belegte wie in den beiden Jahren zuvor auch wieder Platz zwei. Wie Anne Wegner gehören auch die beiden Schwestern zur DOKR-Perspektivgruppe Distanzreiten. Bronze ging im vergangenen Jahr an Verena Meyer mit IS Elox.

Weitere Informationen unter www.endurance-team-klingbeil.de

Luhmühlen: CCI4* und DM mit Topbesetzung

LOGO FN

Luhmühlen (fn-press). Mit dem großen internationalen Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen beginnt für die deutschen Reiter der Countdown für die Weltreiterspiele in Tryon/USA. Vom 14. bis 17. Juni sind nahezu alle deutschen Topreiter in der Westergellerser Heide am Start, sei es in der Vier-Sterne-Prüfung (CCI4*) oder vor allem in der Drei-Sterne-Kurzprüfung (CIC3*), in der auch der deutsche Meistertitel 2018 vergeben wird. 

Europameisterin Ingrid Klimke (Münster) hat mit SAP Hale Bob OLD ihr Kommen angekündigt, ebenso wie DM-Titelverteidigerin Bettina Hoy (Rheine) mit Designer, die Vier-Sterne-Siegerin des Vorjahres Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot und nicht zuletzt Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit zwei Nachwuchspferden Daytona Beach und Viamant du Matz. Wie die meisten der insgesamt 25 deutschen Teilnehmer treten sie im CIC3* an, um dort um die nationalen Medaillen zu reiten. Zu tun bekommen sie es dabei mit weiteren luhmühlen- und championatserfahrenen Reitern wie Andreas Ostholt (Warendorf) mit Pennsylvania, Josefa Sommer (Immenhausen) mit Hamilton und dem EM-Sechsten Kai Rüder (Blieschendorf) mit Colani Sunrise, aber auch mit jungen, gerade dem U21-Bereich entwachsenen Nachwuchspaaren. Jüngster Deutscher ist der aus dem baden-württembergischen Durlangen stammende Jan Matthias (21), der mit Granulin im vergangenen Jahr noch an den EM der Jungen Reiter teilnahm. Er war noch nicht geboren, da bestritt Peter Thomsen (Lindewitt) bereits seine ersten Europameisterschaften für Deutschland. Vor genau 25 Jahren gab er mit White Girl in Achselschwang sein Championatsdebüt. In diesem Jahr präsentiert er nach längerem Verletzungspech mit Horseware Nobleman und Sir Boogles gleich zwei potenzielle Pferde für ein mögliches Championats-Comeback im kommenden Jahr. Insgesamt stehen 66 Pferde für den CIC3*-Start auf der Liste (Stand 10. Juni). Verzichten müssen die Fans allerdings auf den Auftritt des zweimaligen Olympiasiegers und Mannschaftsolympiasiegers Michael Jung aus Horb. „Michi war mit seinem potenziellen WM-Pferd fischerRocana FST im Frühjahr im CCI4* in Lexington in den USA Zweiter. Das Paar muss uns nichts mehr beweisen“, erklärt Hans Melzer. Geplant seien noch zwei Starts in Kurzprüfungen zeitnah zu den Weltmeisterschaften in Tryon.

Zu den aktuell bezüglich Anzahl und Ausbildungsstand der Pferde am besten aufgestellten deutschen Reitern zählt Lokalmatador Andreas Dibowski aus Döhle. Als einziger Deutscher tritt er in beiden Prüfungen an: mit FRH Butts Avedon und dem ehemaligen Vier-Sterne-Sieger It’s Me xx im CIC3* sowie mit dem Hannoveraner FRH LLanero im CCI4*. Dort trifft er unter anderem auf den in Warendorf trainierenden Baden-Württemberger Felix Etzel mit Bandit, Falk-Filipp-Finn Westerich (Ruppertshofen) mit FBW Gina K und Jörg Kurbel (Rüsselsheim) mit Josera’s Entertain You. Diese wollen sich damit nicht nur auf dem höchsten internationalen Niveau etablieren, sondern sich auch fürs kommende Jahr ins Gespräch bringen, wenn Deutschland bei den Europameisterschaften in Luhmühlen mit dem doppelten Kontingent antreten darf. 

Die deutschen Kandidaten sehen sich im CCI4* einer starken Konkurrenz an ausländischen Topreitern gegenüber. Allein Großbritannien ist in der Hauptprüfung mit 19 Paaren vertreten, darunter die Vorjahres-Zweite Nicola Wilson mit Bulana und ihre Gold-Kolleginnen der EM 2017, Rosalind Canter mit Zenshera und Kristina Cook mit Billy the Red. Gespannt sein darf man auch auf den Auftritt der aktuellen Badminton-Siegerin aus Neuseeländerin Jonelle Price, die in Luhmühlen Faerie Dianimo satteln wird. 

Die internationale Vielseitigkeit in Luhmühlen beginnt traditionell am Mittwoch mit der Verfassungsprüfung der Pferde. Am Donnerstag und Freitag steht vormittags ab 8.30 Uhr die Dressur des CIC3* auf dem Programm. Am Nachmittag geht es ab 13.30 Uhr am Donnerstag beziehungsweise um 12.45 Uhr am Freitag für die CCI4*-Reiter aufs Viereck. Der Samstag steht dann wie immer im Zeichen des Geländeritts. Um 8.45 Uhr startet der erste Teilnehmer am CIC3* auf die von Mike Etherington-Smith gebaute CCI4*-Geländestrecke. Der Geländeritt des CIC3* schließt sich von 13.45 Uhr bis 16.50 Uhr an. Der NDR überträgt live vom 15.40 Uhr bis 16.40 Uhr. Die Entscheidungen fallen dann am Sonntag nach den zweiten Verfassungsprüfungen im Springen. Den Auftakt macht das CCI4* ab 10 Uhr. Für die Teilnehmer am CIC3* geht es um 13.20 Uhr in den Parcours, die Siegerehrung inklusive Meisterehrung steht für 15.15 Uhr auf dem Programm. 

Informationen: www.luhmuehlen.de.

Neues Vorreiter-Team formiert sich in Balve

LOGO FN

Balve (fn-press). Das neue, bundesweite Vorreiter-Team formierte sich am 10. Juni beim „Balve Optimum 2018“, den Deutschen Meisterschaften im Dressur und Springen in Balve. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) empfing das mittlerweile vierte Team zum Gründungsevent auf dem Schloss Wocklum. Die jungen Engagierten sind nun für zwei Jahre Mitglieder des Clubs.

Viele Pferdesportvereine beklagen den mangelnden ehrenamtlichen Nachwuchs. Eine besondere Anerkennung derer, die sich schon in jungen Jahren engagieren, ist die Mitgliedschaft im Vorreiter-Team. Für die neuen Team-Mitglieder stand in Balve ein spannendes Programm an: Die FN organisierte eine Schlossführung und einen Blick hinter die Kulissen des Turniers mit Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen. Außerdem durfte sich jeder über einen Reithelm von der Firma Uvex sowie ein Vorreiter-Team Poloshirt von der Deutschen Kreditbank (DKB) freuen.

Doch das ist noch nicht alles, in Zukunft kann das neue Vorreiter-Team weitere Vorteile nutzen: von Einladungen zu Veranstaltungen oder FN-Seminaren bis hin zur Bonuskarte Jugendaktiv, die alle Vorteile und Vergünstigungen der Persönlichen Mitglieder beinhaltet. Aber auch der Verein profitiert: Das Clubmitglied nimmt stellvertretend für seinen Verein regelmäßig an Verlosungen teil und kann Preise wie zum Beispiel einen Trainingstag mit einem renommierten Ausbilder, eine Schulpferdeausstattung oder die Bezuschussung einer Vereinsaktion im Jugendbereich im Wert von 500 Euro gewinnen.

Das Vorreiter-Team wurde 2012 von der FN als Maßnahme der Initiative Vorreiter Deutschland ins Leben gerufen, um junge Vereinsmitglieder für ihr Engagement im Pferdesportverein zu belohnen und so das Ehrenamt zu fördern. Es setzt sich aus jungen Leuten im Alter von 14 bis 26 Jahren zusammen. Die kostenlose Clubzugehörigkeit ist dabei auf zwei Jahre begrenzt. „Wir möchten uns bei möglichst vielen Jugendlichen für Ihr Engagement in ihrem Verein bedanken“, begründet Carolin Spickhoff, die in der FN-Abteilung Breitensport, Vereine und Betriebe das Team betreut, die Befristung der kostenlosen Team-Mitgliedschaft. Bo 

Nach Minipause Großen Preis gewonnen – Jan-Philip Schultz

Großer Satz über die Tasdorfer Mauer - Jan-Philip Schultz und Quintus S 2 gewinnen den Großen Preis der Tasdorfer Turniertage. (Foto: Ute Gödecke)

Tasdorf–  Genau weiß es kein Reiter, aber Ziele sollte man sich immer stecken: Jan-Philip Schultz hatte eins und hat es erreicht – den Großen Preis von Tasdorf zu gewinnen. Und dieser Erfolg ist durchaus ein Familienprojekt. Quintus S 2, der Holsteiner Wallach von Quintero, stammt aus der Zucht seiner Mutter Ursula und gehört dem Stall Madrigal in Böbs, den sein Vater, der Olympiareiter Kalle Schultz einst gegründet hat. Jan-Philipp hat den Wallach ausgebildet. Am Tag zuvor war Quintus S 2 gar nicht mit in Tasdorf, denn der Wallach hat am Freitag zum Auftakt bereits eine Prüfung gewonnen.

“Ich wollte ihm dann ein klein wenig Pause gönnen, weil er schon so gut war”, sagt der Sieger. Anstelle hoher Sprünge hat Schultz` Freundin Maike Jallas den Wallach dressurmäßig geritten. “Das macht sie immer mal, damit ich dann gut mit ihm aussehen kann”, verrät der Springreiter augenzwinkernd und, “ich hab mich auf Tasdorf sowieso gefreut, ich bin gern hier.” Das Konzept gefiel dem Pferd ganz offenkundig auch, denn Quintus S 2 präsentierte sich putzmunter und fand am Ende auch den umgehängten Eichenkranz in der Siegerehrung “ganz lecker”. Das nächste Ziel für Schultz und Quintus S 2 ist dann das Fehmarn-Pferde-Festival.

Sechs im Stechen

Sie haben es spannend gemacht, die 34 Teilnehmer im Großen Preis von Tasdorf. Sechs erreichten das Stechen und die haben sich nichts geschenkt. Kai Rüder aus Fehmarn setzte mit Derbypferd Cross Keys alles auf eine Karte und lieferte eine fabelhafte Zeit von 38,64 Sekunden ab – einziges Manko war ein Springfehler, am Ende Platz drei für den Vielseitigkeitsreiter. Tim Markus aus Wasbek ließ es mit dem zehn Jahre alten Calinero etwas gemäßigter angehen und eroberte dank fehlerfreier Runde in 47,68 Sekunden Platz zwei. Für Markus sind die Tasdorfer Turniertage immer ein Comeback, denn der Profi hat mehrere Jahre im Stall Sievers in beim Turnierleiter gearbeitet.

Schultz war mit der einzigen weiteren fehlerfreien Runde im Stechen des S**-Springens dann deutlich vorn. Mit dem Sieg hat sich der Springreiter aus Böbs zugleich wertvolle Punkte im Holsteiner Masters Springcup gesichert. Tasdorf war Auftakt der vierteiligen Serie in Schleswig-Holstein. Den Stilpreis gewann der junge Niederländer Bart van der Maat für seine sehenswerten Runden mit dem Holsteiner Hengst Casirano del Rilate. Van der Maat ist Bereiter im Stall von Rolf-Göran Bengtsson in Oelixdorf und wurde Fünfter.

Veranstalter zufrieden

Gut besucht war der Große Preis, ebenso wie die Fohlenpräsentation und die Schaubilder unmittelbar davor. Gleichwohl waren es weniger Besucher als vor zwei Jahren bei den Turniertagen. Für Harm Sievers nicht so überraschend: “Allein in der unmittelbaren Umgebung fanden fünf Veranstaltungen statt, in Neumünster zudem die Holstenköste am Samstag.” Gleichwohl war der Turnierchef zufrieden mit der Gesamtveranstaltung und den Abläufen: “Ich bin wirklich sehr stolz auf das gesamte Team, alle Abläufe haben super geklappt, das entspannt ungemein. Und ich bin froh, dass wir wirklich guten Sport an allen drei Tagen erlebt haben”.

8 Springprfg.Kl.S m.St.**, „Großer Preis von Tasdorf“, Holsteiner Masters Springcup-2018
1. Jan Philipp Schultz (Ahrensbök) auf Quintus S 2 *0.00 / 40.66
2. Tim Markus (Wasbek) auf Calinero 7 *0.00 / 47.68
3. Kai Rüder (Fehmarn) auf Cross Keys *4.00 / 38.64
4. Oliver Ross (Thedinghausen) auf La sorciere feu *4.00 / 43.25
5. Bart van der Maat (Breitenburg) auf Cassirana del Rilate *4.00 / 43.45
6. Michael Grimm (Enge-Sande) auf Vanea C *4.00 / 57.31 

Informationen zu den Tasdorfer Turniertagen 2018, Impressionen und Nachrichten gibt es im  Internet unter: https://www.rv-husberg.de/tasdorfer-turniertage/ . Ganz einfach finden Sie die Veranstaltung unter #TasdorferTurniertage .